Pallade Veneta - Zwei Jahre nach Hamas-Angriff: Gedenken in Israel und Hoffen auf Verhandlungen

Zwei Jahre nach Hamas-Angriff: Gedenken in Israel und Hoffen auf Verhandlungen


Zwei Jahre nach Hamas-Angriff: Gedenken in Israel und Hoffen auf Verhandlungen
Zwei Jahre nach Hamas-Angriff: Gedenken in Israel und Hoffen auf Verhandlungen / Foto: JOHN WESSELS - AFP

Zwei Jahre nach dem "Schwarzen Schabbat": Israel hat am Dienstag der Opfer des Hamas-Angriffs am 7. Oktober 2023 gedacht, bei dem Islamisten vom Gazastreifen aus Israel überfielen und mehr als 1200 Menschen töteten. Zahlreiche Angehörige der Opfer kamen am Morgen an den Ort des Nova-Musikfestivals, das ein Ziel der Attacke war, um dort der Opfer zu gedenken. Während sich auch international hoffnungsvolle Blicke nach Ägypten richteten, wo Israel und die Hamas am Dienstag ihre indirekten Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln fortsetzten, pries die Hamas den 7. Oktober 2023 als "historisch".

Textgröße ändern:

Um 06.29 Uhr (Ortszeit, 05.29 Uhr MESZ) - dem Beginn des Hamas-Massakers vor zwei Jahren - legten Familienangehörige am Gedenkort des Nova-Musikfestivals eine Schweigeminute ein, wie AFP-Reporter berichteten. Kämpfer der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas hatten am 7. Oktober 2023, der auf den jüdischen Ruhetag Schabbat fiel, beim Nova-Festival mehr als 370 friedlich Feiernde getötet. Eines ihrer Opfer war Yuval Baron. Die 25-Jährige hatte die Open-Air-Party im Süden Israels zusammen mit ihrem Verlobten besucht. "Ich bin hier, um bei ihr zu sein, denn es war das letzte Mal, dass sie am Leben war", sagte ihre Mutter Orit Baron AFP.

Die Hamas-Kämpfer hatten gemeinsam mit verbündeten Palästinensergruppen einen massiven Überraschungsangriff auf Israel gestartet. Tausende Raketen wurden auf israelische Gemeinden und Städte abgefeuert, mehr als tausend Kämpfer stürmten in das Land und griffen fast 50 verschiedene Orte an.

Nach israelischen Angaben wurden insgesamt mehr als 1200 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Es war der schwerste Angriff auf Israel seit seiner Staatsgründung. Zwei Jahre später sind noch immer 47 Geiseln in der Gewalt der Hamas, darunter auch mehrere deutsch-israelische Doppelstaatler. Mindestens 25 der Geiseln sollen nach Angaben des israelischen Militärs bereits tot sein.

Zeitgleich zum Beginn des Gedenkens meldete die israelische Armee einen Angriff aus dem Gazastreifen. Aus dem Norden des Küstengebiets sei ein Projektil abgefeuert worden, teilte die Armee mit. In dem grenznahen Ort Netiv Haasara sei Luftalarm ausgelöst worden.

Im Ausland wurde ebenfalls an den Hamas-Überfall auf Israel erinnert. Der 7. Oktober 2023 sei als "schwarzer Tag in die Geschichtsbücher des jüdischen Volkes" eingegangen, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Der britische Premierminister Keir Starmer erinnerte an den "Albtraum", den viele seit dem 7. Oktober 2023 erlebt hätten. Der Tag sei der schlimmste Angriff auf das jüdische Volk seit dem Holocaust. UN-Generalsekretär António Guterres forderte anlässlich des Jahrestages die sofortige Freilassung der Geiseln aus der Gewalt der Hamas.

Der Hamas-Angriff löste den Krieg im Gazastreifen aus, wo Israel seitdem massiv militärisch vorgeht. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bisher mehr als 67.100 Menschen getötet. Die humanitäre Lage in dem Palästinensergebiet ist katastrophal, die Not der Zivilisten extrem.

Zuletzt wuchs jedoch die Hoffnung auf ein Ende des Krieges, nachdem US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche einen Friedensplan vorgestellt hatte. Am Montag begannen Delegationen der Hamas und Israels in Ägypten indirekte Gespräche darüber. Die erste Gesprächsrunde im Badeort Scharm el-Scheich am Montagabend sei "positiv" verlaufen und habe vier Stunden gedauert, erfuhr AFP aus dem Umfeld der Hamas-Delegation. Die Verhandlungen sollten am Dienstag fortgesetzt werden.

Später bezeichnete der Hamas-Funktionär Fawsi Barhum den damaligen Angriff als "historische Antwort" auf Israels "Versuche, die palästinensische Sache auszulöschen". Der 7. Oktober markiere "den Beginn eines Prozesses der Isolierung" Israels, sagte er dem katarischen Sender Al-Dschasira. Er sei der "Beginn des tatsächlichen Countdowns für das Ende ihrer Präsenz in diesem Land". Erklärtes Ziel der Hamas ist die Vernichtung Israels.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte sich bei einem Besuch vor einer Woche in Washington hinter Trumps 20-Punkte-Plan gestellt, die Hamas stimmte dem Plan am Freitag in Teilen zu. Sie erklärte sich zwar zur "unverzüglichen" Freilassung aller Geiseln aus ihrer Gewalt im Austausch gegen palästinensische Häftlinge bereit - allerdings "unter Berücksichtigung der Bedingungen vor Ort". Der Plan sieht unter anderem die Freilassung aller von der Hamas festgehaltenen Geiseln, die Entwaffnung und politische Entmachtung der Hamas sowie einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vor.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mahnte bei seinem Besuch in Ägypten zügige Ergebnisse an. "Es geht jetzt darum, das Tempo nicht zu verlieren und schnell zu Ergebnissen zu kommen, damit das Vertrauen in den Prozess nicht verloren geht", sagte er nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Badr Abdelatty in Kairo. Auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff wurde noch am Dienstag in Ägypten erwartet.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Israel, der Libanon und die USA unterzeichnen Rahmenabkommen

Israel und der Libanon haben am Freitag in den USA ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das den Weg für ein Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. "Wir freuen uns, ein Rahmenabkommen zwischen der souveränen Regierung des Libanon und natürlich der Regierung Israels bekanntzugeben", sagte US-Außenminister Marco Rubio bei der Unterzeichnung in Washington. "Vermittelt und unterstützt" werde das Abkommen von den USA, die es ebenfalls unterzeichneten.

Aus Furcht vor fremdenfeindlicher Gewalt: Südafrika unterstützt Malawier bei Ausreise

Aus Furcht vor einer Eskalation bei fremdenfeindlichen Protesten unterstützt Südafrika mehr als 15.000 Malawier bei der Ausreise aus dem Land. Es werde befürchtet, dass für kommende Woche angekündigte migrantenfeindliche Proteste in Gewalt umschlagen könnten, erklärte Südafrikas Justizministerin Mmamoloko Kubayi am Freitag. Inzwischen seien insgesamt 15.162 malawische Staatsangehörige "zur Abschiebung und Rückführung" registriert worden. Weitere durchliefen derzeit noch das Überprüfungsverfahren.

Nach Vorwürfen: Pantisano bedauert Ablehnen seiner Entschuldigung durch CDU

Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano bedauert, dass die CDU seine Entschuldigung für den Faschismus-Vorwurf nicht akzeptiert. "Ich finde es schade, dass die Union diese Entschuldigung nicht annimmt", sagte Pantisano am Freitag der ARD. Er betonte, dass er einen Fehler gemacht habe: "Das meine ich auch so wie ich es gesagt habe – ehrlich."

Schifffahrtsorganisation: 115 Schiffe und 2500 Seelaute aus Straße von Hormus evakuiert

Aus der Straße von Hormus sind in den vergangenen dreieinhalb Tagen insgesamt 115 Schiffe und 2500 festsitzende Seeleute evakuiert worden. Die Schiffe und die Seeleute hätten die Meerenge nun "sicher" verlassen, erklärte am Freitag der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Arsenio Dominguez. Er habe aber nach Beratungen mit "einigen Ländern, insbesondere in der Region", beschlossen, die Evakuierung vorübergehend auszusetzen.

Textgröße ändern: