Pallade Veneta - Verteidigungsausgaben: Trump bringt Nato-Ausschluss Spaniens ins Spiel

Verteidigungsausgaben: Trump bringt Nato-Ausschluss Spaniens ins Spiel


Verteidigungsausgaben: Trump bringt Nato-Ausschluss Spaniens ins Spiel
Verteidigungsausgaben: Trump bringt Nato-Ausschluss Spaniens ins Spiel / Foto: Jim WATSON - AFP

US-Präsident Donald Trump hat im Streit um Verteidigungsausgaben einen Ausschluss Spaniens aus der Nato ins Spiel gebracht. "Wir hatten einen Nachzügler, nämlich Spanien", sagte Trump am Donnerstag im Oval Office vor Journalisten. "Vielleicht sollte man sie ehrlich gesagt aus der Nato werfen." Spanien konterte am Freitag Trumps Vorstoß und bekannte sich zu seiner Nato-Mitgliedschaft.

Textgröße ändern:

Im Juni hatten sich die 32 Nato-Mitgliedstaaten unter dem Druck Trumps darauf geeinigt, die Verteidigungsausgaben in den nächsten zehn Jahren massiv zu erhöhen. Neuer Zielwert sind 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sowie weitere 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Ausgaben, etwa in Infrastruktur - zuvor lag das Nato-Ziel bei zwei Prozent.

Spanien stimmte der Nato-Erhöhung zwar zu. Regierungschef Pedro Sánchez erklärte im Nachgang allerdings, gemäß der erzielten Einigung müsse Spanien die fünf Prozent nicht erfüllen. Trump drohte daraufhin mit zusätzlichen Zöllen auf spanische Produkte.

Aus spanischen Regierungskreisen hieß es am Freitag, Spanien sei ein "überzeugtes und vollwertiges Mitglied" der Nato. Spanien erfülle seine Fähigkeitsziele "genauso wie die Vereinigten Staaten".

Die alle vier Jahre festgelegten sogenannten Fähigkeitsziele enthalten Vorgaben, wie die Verbündeten ihre Streitkräfte weiterentwickeln sollen, um ihre Aufgaben innerhalb der Allianz zu erfüllen. Die zum Teil sehr detaillierten Vorgaben unterliegen der Geheimhaltung. Aus den Fähigkeitszielen leitet die Nato nach eigenen Angaben die Vorgaben für die Erhöhung der nationalen Verteidigungsausgaben ab.

Der Nordatlantikvertrag sieht keine Klausel für den Ausschluss eines Mitgliedslandes vor. Artikel 13 sieht jedoch die Möglichkeit eines freiwilligen Austritts vor.

Die Bundesregierung wollte Trumps Aussagen nicht kommentieren. "Wir müssen uns so aufstellen, dass wir uns zu jeder Zeit verteidigen können", sagte Vizeregierungssprecher Steffen Meyer lediglich. "Jeder in der Nato hat eine Rolle" fügte er hinzu.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Auswärtiges Amt bestellt wegen Cyberangriffen russischen Botschafter ein

Das Auswärtige Amt in Berlin hat wegen Cyberangriffen den russischen Botschafter einbestellt. Das Gespräch mit Botschafter Sergej Netschajew habe am Montagvormittag stattgefunden, sagte eine Ministeriumssprecherin vor Journalisten. "Seit vielen Jahren beobachten wir bösartige Cyberaktivitäten aus Russland gegen Deutschland, gegen die Mitgliedstaaten der EU, sowie auch internationale Partner", sagte sie.

Umwelthilfe: Ein Viertel der Landkreise mit hohem Risiko für schwere Hochwasser

Ein Viertel aller Landkreise in Deutschland hat einer Studie zufolge ein hohes Risiko für schwere Hochwasser. Der Ortenaukreis in Baden-Würrtemberg wäre von einem Jahrhunderthochwasser potenziell besonders stark betroffen, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fünf Jahre nach der Ahrtalflutkatastrophe am Montag in Berlin mitteilte. Der Kreis habe den höchsten sogenannten Hochwasser-Risikograd.

Paris: Europa wird Sanktionen gegen Iran erst nach Stopp von Atomprogramm aufheben

Europa wird nach französischen Regierungsangaben die Sanktionen gegen den Iran so lange beibehalten, wie Teheran an seinem militärischen Atomprogramm festhält. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot machte für ein Aufheben der Sanktionen im Sender BFM TV/RMC am Montag zudem zur Bedingung, dass der Iran aufhöre, die Region zu destabilisieren sowie auf das Programm zum Bau ballistischer Raketen verzichte, "von denen einige eines Tages in der Lage sein könnten, Europa anzugreifen".

SPD will Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss nicht mittragen

Die SPD will die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) geplanten Einschnitte beim staatlichen Unterhaltsvorschuss nicht mittragen. Das würde Familien treffen, denen es finanziell "besonders schlecht" gehe, sagte der Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Truels Reichardt, am Sonntag im Radioprogramm MDR Aktuell. Nach Priens Plänen soll der Staat den Vorschuss für Trennungskinder nur noch bis zum 15. Lebensjahr zahlen - und nicht mehr bis zur Volljährigkeit.

Textgröße ändern: