Pallade Veneta - Deutschland bereitet Hilfen für Versorgung und Wiederaufbau in Gaza vor

Deutschland bereitet Hilfen für Versorgung und Wiederaufbau in Gaza vor


Deutschland bereitet Hilfen für Versorgung und Wiederaufbau in Gaza vor
Deutschland bereitet Hilfen für Versorgung und Wiederaufbau in Gaza vor / Foto: Eyad BABA - AFP/Archiv

Vor dem Hintergrund der Waffenruhe im Gazastreifen bereitet die Bundesregierung humanitäre Hilfsleistungen sowie deutsche Unterstützung für den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Gebiets vor. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte am Freitag in Berlin an, die Bundesregierung werde für humanitäre Soforthilfe zunächst 29 Millionen Euro bereitstellen. Der Kanzler verwies auch auf vorhandene Mittel für Wiederaufbauhilfen. Ausdrücklich dankte er allen Beteiligten an der sich anbahnenden Konfliktlösung.

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung will gemeinsam mit Ägypten zu einer internationalen Wiederaufbaukonferenz für den Gazastreifen einladen. "Im Fokus sollen die drängendsten Bedürfnisse wie der Wiederaufbau der Wasser- und Energieversorgung und die medizinische Versorgung stehen", erklärte dazu Merz. Die Menschen in Gaza müssten jetzt schnell humanitäre Hilfe erhalten.

In Bezug auf die humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung und den Wiederaufbau des Palästinensergebiets stünden er und Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in engem Austausch mit den Partnern, sagte Merz weiter. Mit Blick auf die erwartete Freilassung der von der radikalislamischen Hamas festgehaltenen Geiseln kündigte der Kanzler auch an, Deutschland werde "in den nächsten Tagen bei der medizinischen und psychologischen Unterstützung" der dann hoffentlich Freigelassenen helfen.

Die von Merz genannten 29 Millionen Euro sollen nach Angaben des Auswärtigen Amts vor allem an im Gazastreifen tätige UN-Organisationen fließen. Konkret nannte ein Ministeriumssprecher das Welternährungsprogramm, das Kinderhilfswerk Unicef und die Weltgesundheitsorganisation WHO. Vorrang habe aktuell, lebenswichtige Gesundheitsdienste schnell und zielgerichtet wiederherzustellen. Für den längerfristigen Wiederaufbau gebe es im Haushalt Rücklagen, sagte zudem Merz der ARD.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) wies darauf hin, dass bereits Übergangsunterkünfte besorgt worden seien. "Die stehen bereit, also 800 Einheiten Wohnraum", sagte die Ministerin dem WDR. "Wir könnten damit rein, sobald es das Go auch wirklich gibt." Eine Ministeriumssprecherin verwies zudem auf mögliche Hilfen bei der Wiederherstellung der Wasser- und Energieversorgung im Gazastreifen.

Merz mahnte eine rasche Umsetzung des Abkommens für einen Frieden im Gazastreifen an. Der Waffenstillstand müsse in Kraft treten "und sich im Lauf der nächsten Wochen stabilisieren", erklärte der Kanzler. "Gelingen diese ersten wichtigen Schritte zum Frieden, ist das ein großer Erfolg. Daran müssen wir dann anknüpfen", hob er hervor.

So müsse geklärt werden, wie der Gazastreifen dauerhaft gesichert und verwaltet werden kann. Zudem müssten "Entwaffnung und Abzug der Hamas" organisiert werden. betonte der Kanzler. Deutschland sei hier auch "bereit, Verantwortung in dem von Präsident Trump vorgeschlagenen Friedensrat zu übernehmen". Zudem wolle die Bundesregierung den "dringend notwendigen Reformprozess in der palästinensischen Autonomiebehörde" unterstützen.

Politisch bekräftigte Merz die Unterstützung der Bundesregierung für eine Zwei-Staaten-Lösung für Israeli und Palästinenser. Diese eröffne "die beste Aussicht", auf eine Zukunft, "in der Israeli und Palästinenser dauerhaft in Frieden und Sicherheit leben können". Er sicherte zugleich das deutsche Eintreten für "die Existenz und die Sicherheit Israels" zu.

Der Kanzler stellte außerdem ein Ende der Beschränkungen für Rüstungsexporte nach Israel in Aussicht. "Im Licht der Entwicklungen vor Ort" werde die Bundesregierung "ihre Genehmigungspraxis zum Export von Rüstungsgütern überprüfen, die in Gaza verwendet werden können".

Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer sagte dazu, hierüber werde "zu gegebener Zeit" gesprochen werden. Aktuell gebe es keine Veränderung der deutschen Position. Ein militärisches Engagement Deutschlands im Rahmen des Friedensprozesses schloss Meyer aus. "Die Frage einer militärischen Beteiligung stellt sich nicht", sagte er. Zu einer deutschen Beteiligung an Missionen in den Bereichen Polizei oder Justiz wollte er sich nicht festlegen. Es gehe jetzt darum, "einen Schritt nach dem anderen" zu machen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte am Donnerstagabend in der ARD gesagt, für eine militärische Friedenssicherung kämen aus seiner Sicht vorrangig Staaten mit "einem muslimischen Hintergrund" infrage, zum Beispiel Indonesien oder Pakistan. Er pochte auch auf einen rechtlichen Rahmen für das weitere Vorgehen durch ein Mandat des UN-Sicherheitsrats.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Auswärtiges Amt bestellt wegen Cyberangriffen russischen Botschafter ein

Das Auswärtige Amt in Berlin hat wegen Cyberangriffen den russischen Botschafter einbestellt. Das Gespräch mit Botschafter Sergej Netschajew habe am Montagvormittag stattgefunden, sagte eine Ministeriumssprecherin vor Journalisten. "Seit vielen Jahren beobachten wir bösartige Cyberaktivitäten aus Russland gegen Deutschland, gegen die Mitgliedstaaten der EU, sowie auch internationale Partner", sagte sie.

Umwelthilfe: Ein Viertel der Landkreise mit hohem Risiko für schwere Hochwasser

Ein Viertel aller Landkreise in Deutschland hat einer Studie zufolge ein hohes Risiko für schwere Hochwasser. Der Ortenaukreis in Baden-Würrtemberg wäre von einem Jahrhunderthochwasser potenziell besonders stark betroffen, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fünf Jahre nach der Ahrtalflutkatastrophe am Montag in Berlin mitteilte. Der Kreis habe den höchsten sogenannten Hochwasser-Risikograd.

Paris: Europa wird Sanktionen gegen Iran erst nach Stopp von Atomprogramm aufheben

Europa wird nach französischen Regierungsangaben die Sanktionen gegen den Iran so lange beibehalten, wie Teheran an seinem militärischen Atomprogramm festhält. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot machte für ein Aufheben der Sanktionen im Sender BFM TV/RMC am Montag zudem zur Bedingung, dass der Iran aufhöre, die Region zu destabilisieren sowie auf das Programm zum Bau ballistischer Raketen verzichte, "von denen einige eines Tages in der Lage sein könnten, Europa anzugreifen".

SPD will Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss nicht mittragen

Die SPD will die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) geplanten Einschnitte beim staatlichen Unterhaltsvorschuss nicht mittragen. Das würde Familien treffen, denen es finanziell "besonders schlecht" gehe, sagte der Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Truels Reichardt, am Sonntag im Radioprogramm MDR Aktuell. Nach Priens Plänen soll der Staat den Vorschuss für Trennungskinder nur noch bis zum 15. Lebensjahr zahlen - und nicht mehr bis zur Volljährigkeit.

Textgröße ändern: