Pallade Veneta - Athleten: "Sportfördergesetz bleibt hinter Erwartungen zurück"

Athleten: "Sportfördergesetz bleibt hinter Erwartungen zurück"


Athleten: "Sportfördergesetz bleibt hinter Erwartungen zurück"
Athleten: "Sportfördergesetz bleibt hinter Erwartungen zurück" / Foto: Thomas Haesler - IMAGO/SID

Der DOSB hielt sich mit öffentlicher Kritik zunächst zurück, doch hinter den Kulissen im organisierten Sport wird der Referentenentwurf der Bundespolitik zum Sportfördergesetz heftig diskutiert. Auch bei der unabhängigen Sportlervertretung Athleten Deutschland, die in einer ersten Analyse zwiegespalten auf den Plan aus dem Kanzleramt schaut.

Textgröße ändern:

"Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Bundesregierung die Führung übernimmt und den Reformprozess auf die politische Spur zurückbringt", sagte Athleten-Geschäftsführer Johannes Herber. Der Entwurf eröffne zwar Chancen, bleibe "aber in entscheidenden Punkten hinter den Erwartungen der Athletinnen und Athleten zurück", meinte der frühere Basketball-Nationalspieler.

Der Verein, der selbst einen Sitz im beratenden Gremium (Sportfachbeirat) der geplanten Spitzensportagentur bekommen soll, kritisiert vor allem die mangelnde Beteiligung der Athleten an Entscheidungsprozessen. "Wir befürworten grundsätzlich das Anliegen der Bundesregierung, dem Vorstand durch die Verkleinerung des Stiftungsrats und der Entmachtung des Sportfachbeirats mehr Gestaltungsspielraum zu geben. Dabei aber auf die Stimme der Athletinnen und Athleten zu verzichten, ist nicht nachvollziehbar", hieß es in der Stellungnahme.

Über die Machtverteilung in der Spitzensportagentur, die durch weniger Bürokratie und mehr Effizienz für die Steigerung der deutschen Medaillenausbeute im internationalen Vergleich sorgen soll, wurde bereits im geplatzten Entwurf der Ampelregierung gestritten. Das dürfte diesmal nicht anders werden. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verliert im Vergleich zum Vorgängerplan an Einfluss, wollte sich inhaltlich zunächst aber nicht äußern, da ihm der Referentenentwurf zu kurzfristig zugegangen worden sei.

Angesichts der öffentlichen Auseinandersetzung um den Ursprungsentwurf des damals von der SPD geführten Bundesinnenministeriums dürfte die Kritik des organisierten Sports am neuen Plan der Bundesregierung aber nicht leise ausfallen. Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) erwartet bereits Gegenwind. "Uns ist allen sehr bewusst, dass unsere Änderungen im Gesetzentwurf zu intensiven Diskussionen – auch im organisierten Sport – führen werden", sagte sie.

Die Athleten formulierten neben mehr Mitsprache bereits eine weitere Forderung. So müsste für den organisierten Sport "die Umsetzung des Safe Sport Codes und der Anschluss an das Zentrum für Safe Sport zwingende Voraussetzungen für den Erhalt von Steuergeldern sein". Positiv hervor hoben sie "die geplante Stärkung der individuellen Förderung von Athletinnen und Athleten über rein sportbezogene Bedarfe hinaus".

Der Verein kündigte an, den "weiteren Reformprozess konstruktiv" begleiten zu wollen: "Wir werden unsere Positionen substanziell in die kommenden Beratungen einbringen und uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Perspektiven der Athletinnen und Athleten im Gesetzgebungsprozess verbindlich verankert werden."

B.Fortunato--PV

Empfohlen

SPERRFRIST FREITAG 00.01 UHR: Sachsens Innenminister stellt Grundrecht auf Asyl in Frage

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) hat dafür plädiert, das Grundrecht auf Asyl aus dem Grundgesetz zu streichen. Das geht nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" und der "Sächsischen Zeitung" (Freitagsausgaben) aus einem Vier-Punkte-Plan zur Verschärfung des Asylrechts hervor. "Die Aufnahmekapazität in Städten und Gemeinden muss der Maßstab sein für den Umfang, in dem Deutschland künftig Asyl gewährt", sagte Schuster den Zeitungen.

Abbas: Politik Israels bedroht "Leben und Existenz" der Palästinenser

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat Israels Politik als existenzielle Bedrohung für das palästinensische Volk verurteilt. "Die Gefahr beschränkt sich nicht mehr darauf, die Zwei-Staaten-Lösung zu untergraben und die Verwirklichung des palästinensischen Staates zu verhindern", sagte Abbas am Donnerstag in einer aufgezeichneten Ansprache vor der UN-Vollversammlung in New York. "Sie bedroht inzwischen die Existenz und das Leben des palästinensischen Volkes in seiner Heimat", fügte er hinzu.

USA-China-Gipfel in Washington: Trump betont Gemeinsamkeit bei KI - Xi ruft zu "Partnerschaft" auf

KI-Gefahren, Handelsstreit, Iran-Krieg: US-Präsident Donald Trump hat Chinas Staatschef Xi Jinping im Weißen Haus in Washington zu einem Gipfeltreffen mit konfliktträchtigen Themen empfangen. Kurz zuvor erklärte er am Donnerstag, es sei "auch Chinas Position", Künstliche Intelligenz (KI) nicht staatlich zu regulieren. Xi hatte zuvor zu "Partnerschaft statt Rivalität" zwischen beiden Ländern aufgerufen, nachdem Trump ihn persönlich und mit militärischen Ehren am Flughafen zu seinem Staatsbesuch in den USA empfangen hatte.

Beugehaft ausgesetzt: Linksextremistin Lina E. vorläufig wieder frei

Die Linksextremistin Lina E. wird vorläufig aus der Beugehaft entlassen. Das Bundesverfassungsgericht setzte den Vollzug der Beugehaft aus, wie ein Sprecher am Donnerstag in Karlsruhe sagte. Das gilt, bis über die Verfassungsbeschwerde von E. entschieden ist. (Az. Az. 2 BvR 1681/26)

Textgröße ändern: