Pallade Veneta - Vor SPD-Verfahren weiter Kritik an Altkanzler Schröder

Vor SPD-Verfahren weiter Kritik an Altkanzler Schröder


Vor SPD-Verfahren weiter Kritik an Altkanzler Schröder
Vor SPD-Verfahren weiter Kritik an Altkanzler Schröder / Foto: ERIC PIERMONT - AFP/Archiv

Vor Beginn des SPD-Verfahrens gegen Gerhard Schröder diese Woche steht der Altkanzler wegen seiner Kontakte zu Russlands Präsident Wladimir Putin weiter in der Kritik. Schröder bekräftigte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er wolle die Gesprächsmöglichkeiten in den Kreml nicht aufgeben. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki warf Schröder daraufhin vor, im Ukraine-Krieg Tatsachen zu verdrehen und auf eine unrealistische Verhandlungslösung zu setzen.

Textgröße ändern:

"Ich werde meine Gesprächsmöglichkeiten mit Präsident Putin nicht aufgeben", sagte Schröder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe). "Warum konzentriert man sich auf die Lieferung von Waffen?". Er glaube "nicht an eine militärische Lösung. Der Krieg ist nur durch diplomatische Verhandlungen zu beenden."

Kubicki reagierte mit Unverständnis auf die Äußerungen. "Grundsätzlich ist es natürlich immer besser, auch mit den Führungsspitzen von autoritären Staaten im Gespräch zu bleiben, und niemand kann dies dem Ex-Kanzler verwehren", sagte der Bundestags-Vizepräsident den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgabe). "Wer aber meint, Deutschland hätte eine diplomatische Bringschuld, um den Krieg in der Ukraine zu beenden, verdreht die Tatsachen."

Schröders Äußerungen seien "jedenfalls kein ernst zu nehmender Beitrag, der den Krieg beenden hilft", sagte Kubicki. Ihm sei es "völlig egal", ob Schröder glaube, dass mit Putin eine Verhandlungslösung erarbeitet werden könne. "Ich halte eine solche mittlerweile für ziemlich unrealistisch."

Die Bundesregierung erklärte, sie habe die Äußerungen des Altkanzlers "zur Kenntnis" genommen". "Wir äußern uns dazu nicht", sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Hoffmann.

Schröder war Anfang März nach Moskau gereist und hatte mit Putin über den Ukraine-Krieg gesprochen. Schröder sagte nun der "FAZ": "Soweit ich ihn in meinem Gespräch verstanden habe, gibt es bei ihm ein Interesse an einer Verhandlungslösung. Wie eine solche Lösung aussieht, kann nur in einer Verhandlung geklärt werden."

Schröder steht seit Monaten wegen seiner langjährigen Tätigkeiten für russische Energiekonzerne in der Kritik. Aus der SPD gibt es mehr als ein Dutzend Anträge, den Altkanzler aus der Partei auszuschließen. Die Hürden hierfür sind aber sehr hoch.

Am Donnerstag beginnt in Hannover die mündliche Verhandlungen in dem Verfahren. Schröder hat bereits angekündigt, er wolle dort nicht persönlich erscheinen. Die Entscheidung der Parteischiedskommission soll laut SPD Hannover dann "spätestens drei Wochen nach der mündlichen Verhandlung" erfolgen.

Schröder hatte im Mai entschieden, seinen Posten beim russischen Ölkonzern Rosneft aufzugeben. Kurz darauf erklärte der Altkanzler darüber hinaus, er habe "schon vor längerer Zeit" auf einen ihm angebotenen Aufsichtsratsposten beim Gaskonzern Gazprom verzichtet.

B.Fortunato--PV

Empfohlen

Trump drängt Selenskyj zu Abkommen mit Russland - Witkoff am Mittwoch bei Putin

US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erneut zu einer Friedenseinigung mit Russland gedrängt. Selenskyj müsse mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin "ein Abkommen schließen", sagte Trump am Dienstag in Washington. Dies sei auch in Selenskyjs eigenem Interesse. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff reist nach seinem Gespräch mit Selenskyj in Oslo nach Russland weiter, wo er am Mittwoch Kreml-Chef Wladimir Putin treffen will.

Selenskyj: Kiew muss bei möglichem Ukraine-Gipfel von Putin, Trump und Xi dabei sein

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Teilnahme seines Landes an einem möglichen Ukraine-Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping gefordert. Gespräche über die Zukunft der seines Landes seien "nur akzeptabel, wenn wir am Verhandlungstisch sitzen", sagte Selenskyj am Dienstag bei einem Besuch in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Selenskyj: Ukraine muss an möglichem Treffen von Putin, Trump und Xi teilnehmen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Teilnahme seines Landes an einem möglichen Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping gefordert. Gespräche über die Zukunft der Ukraine seien "nur akzeptabel, wenn wir am Verhandlungstisch sitzen", sagte Selenskyj am Dienstag bei einem Besuch in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Das sei "absolut klar".

Kurz vor Stichwahl in Brasilien: Lula fordert Annullierung von Bolsonaros Kandidatur

Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien will Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva vor Gericht einen Ausschluss seines Herausforderers Flávio Bolsonaro erreichen. Lulas Wahlkampfteam werde vor dem Obersten Wahlgericht beantragen, dass Bolsonaros Kandidatur wegen mutmaßlicher Einflussnahme des US-Technologiekonzerns Meta zu seinen Gunsten annulliert wird, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus dem Umfeld des Präsidenten.

Textgröße ändern: