Pallade Veneta - Autohersteller: Chipmangel verschlimmert sich "von Tag zu Tag"

Autohersteller: Chipmangel verschlimmert sich "von Tag zu Tag"


Autohersteller: Chipmangel verschlimmert sich "von Tag zu Tag"
Autohersteller: Chipmangel verschlimmert sich "von Tag zu Tag" / Foto: Damien MEYER - AFP/Archiv

Die derzeitigen Engpässe bei Mikrochips drohen die europäischen Autobauer nach Angaben des Herstellerverbandes Acea empfindlich zu treffen. Der Chipmangel verschlimmere sich "von Tag zu Tag", erklärte Acea am Mittwoch. Mitgliedsunternehmen berichteten bereits davon, dass die Lieferung von Bauteilen aufgrund der Knappheit eingestellt worden sei. "Das bedeutet, dass es nur noch eine Frage von Tagen sein könnte, bis die Fertigungsstraßen stillstehen", warnte Verbandschefin Sigrid de Vries.

Textgröße ändern:

"Wir fordern alle Beteiligten dringend auf, ihre Bemühungen zu verdoppeln, um einen diplomatischen Ausweg aus dieser kritischen Situation zu finden", betonte de Vries.

Hintergrund des aktuellen Chipmangels sind vor allem Lieferengpässe beim niederländischen Chip-Hersteller Nexperia, den die niederländische Regierung Ende September unter ihre Kontrolle gestellt hatte. Nexperia gehört zum chinesischen Konzern Wingtech, weshalb Peking Nexperia-Produkte Anfang Oktober mit einem Exportstopp belegte.

Nach Acea-Angaben greifen die Autobauer derzeit verstärkt auf Reservebestände zurück, die jedoch "rapide" zur Neige gehen. Eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern des Herstellerverbandes ergab demnach, dass einige Autobauer davon ausgehen, dass Produktionsstopps unmittelbar bevorstehen.

Zwar gebe es eine Reihe "alternativer Lieferanten", erklärte Acea. Es werde allerdings "viele Monate dauern", zusätzliche Kapazitäten aufzubauen, die die derzeitige Versorgungslücke schließen könnten. Die Autoindustrie habe jedoch nicht so viel Zeit, bevor "die schlimmsten Auswirkungen" des Chipmangels zu spüren seien.

Der deutsche Autobauer Mercedes erklärte am Mittwoch, dass die "kurzfristige" Versorgung mit Chips gesichert sei. Zugleich werde weltweit nach Alternativen gesucht, sagte Konzernchef Ola Källenius in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) sieht den Fall Nexperia als "Weckruf" für Europa. "Kurzfristig könnten Diplomatie und politischer Druck die Chinesen dazu bewegen, ihren Exportstopp aufzuheben", sagte ZVEI-Geschäftsführer Wolfgang Weber dem Fachinformationsdienst "Tagesspiegel Background". Grundsätzlich allerdings müssten Politik, Industrie und Gesellschaft in Europa "gemeinsam resilienter" werden, forderte er.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Bundesinnenministerium: Bis zu 14.000 Beamte bei Grenzkontrollen im Einsatz

Die Bundespolizei muss bis zu 14.000 Beamtinnen und Beamte einsetzen, um die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor einem Jahr angeordneten flächendeckenden Grenzkontrollen und die damit verbundenen pauschalen Zurückweisungen von Asylbewerbern zu gewährleisten. Das ergibt sich aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Mittwochsausgaben) vorlag.

Trump: US-Armee setzt Einsatz in Straße von Hormus aus

US-Präsident Donald Trump hat eine Aussetzung des US-Militäreinsatzes zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus bekanntgegeben. Das "Projekt Freiheit" werde "für eine kurze Zeit pausiert, um zu sehen, ob das Abkommen finalisiert und unterzeichnet werden kann oder nicht", erklärte Trump mit Blick auf ein mögliches Friedensabkommen mit dem Iran am Dienstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Die US-Armee hatte den Einsatz erst am Montag begonnen.

Steinmeier besucht neue Nato-Partner Schweden und Finnland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht am Mittwoch und Donnerstag die beiden nordischen Staaten Schweden und Finnland, die nach dem Beginn des Ukraine-Krieges der Nato beigetreten sind. Nach Angaben seines Amtes will sich der Bundespräsident in beiden Ländern über deren Sicherheitsmodelle informieren, die als "Vorbilder" für eine gesamtgesellschaftliche Verteidigungsbereitschaft dienen könnten.

CDU und SPD in Rheinland-Pfalz unterzeichnen Koalitionsvertrag

CDU und SPD in Rheinland-Pfalz unterschreiben am Mittwoch (12.00 Uhr) in Mainz ihren gemeinsamen Koalitionsvertrag für die neue Landesregierung. Der designierte Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) und der bisherige Amtsinhaber Alexander Schweitzer (SPD) unterzeichnen das Dokument gemeinsam mit den Mitgliedern der Verhandlungsgruppe. Das ausgehandelte Papier sieht unter anderem mehr Stellen bei der Polizei und ein verbindliches Kindergartenjahr vor.

Textgröße ändern: