Pallade Veneta - Nach Stopp des Sparpakets: Krankenkassen rechnen 2026 mit Beitragserhöhungen

Nach Stopp des Sparpakets: Krankenkassen rechnen 2026 mit Beitragserhöhungen


Nach Stopp des Sparpakets: Krankenkassen rechnen 2026 mit Beitragserhöhungen
Nach Stopp des Sparpakets: Krankenkassen rechnen 2026 mit Beitragserhöhungen / Foto: FRANCK FIFE - AFP/Archiv

Nach dem Stopp des Sparpakets für die Krankenkassen durch den Bundesrat rechnen mehrere Kassen mit Beitragserhöhungen im kommenden Jahr. "Ich erwarte viele Beitragserhöhungen im Jahr 2026, auch weil die Kassen weiterhin Rücklagen aufbauen müssen", sagte der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, der "Rheinischen Post" vom Samstag. Ähnlich äußerte sich DAK-Chef Andreas Storm. Erwartet wird vor allem ein höherer Zusatzbeitrag.

Textgröße ändern:

Faktisch dürfte der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2026 die Drei-Prozent-Marke überschreiten, warnte Baas. "Und das wird so weitergehen." Der TK-Chef mahnte rasche Reformen an. Geschehe das nicht, "werden wir schon in wenigen Jahren bei einem Gesamtbeitrag von 20 Prozent und mehr nur für die Krankenversicherung liegen", sagte er der Zeitung. "Ein Wahnsinn." Die finanzielle Lage der Kassen sei jetzt schon ernst. Zwar seien die Einnahmen in diesem Jahr um vier Prozent gestiegen - die Ausgaben hätten aber um acht Prozent zugelegt.

Der Bundesrat hatte am Freitag nach langer Debatte ein von Kabinett und Bundestag beschlossenes Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für die gesetzlichen Krankenkassen gestoppt. Die Länderkammer schickte das Pflegekompetenzgesetz, an welches das Sparpaket geknüpft war, in den Vermittlungsausschuss. Die Mehrheit der Länderkammer kritisierte, dass durch die Einsparungen für die Kassen dann den Krankenhäusern das benötigte Geld fehle. Wann sich der Ausschuss mit dem Gesetz beschäftigt, war zunächst offen.

Das Bundeskabinett hatte Mitte Oktober einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Ausgaben der gesetzlichen Kassen 2026 um 1,8 Milliarden Euro senken soll. Die Einsparungen sollten vor allem durch eine Änderung der Berechnungsmethode erzielt werden, mit der die Kassen den Krankenhäusern jedes Jahr zusätzliches Geld für erwartete Kostensteigerungen überweisen. Dafür sollte die sogenannte Meistbegünstigungsklausel ausgesetzt werden, die für die Krankenhäuser besonders vorteilhaft war.

Warken wollte mit den Maßnahmen verhindern, dass im kommenden Jahr der durchschnittliche Zusatzbeitrag von derzeit etwa 2,9 Prozent steigt. Doch das ist nun fraglich. Auf die Frage, ob die TK ihren Beitrag anheben wird, sagte Baas der "Rheinischen Post", noch werde gerechnet. Sollte der Zusatzbeitrag angehoben werden, werde er aber "klar unter 2,9 Prozent bleiben". Derzeit beträgt der Zusatzbeitrag bei der TK 2,45 Prozent. Die TK ist die größte Krankenkasse in Deutschland.

DAK-Chef Storm warnte ebenfalls vor höheren Beiträgen. Der "Rheinischen Post" und der "Bild" sagte er, der Vorgang im Bundesrat sei ein "beispielloses gesundheitspolitisches Debakel". Das Versprechen stabiler Beiträge gelte nicht mehr. Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sagte "Bild", die Zusatzbeiträge würden im neuen Jahr "real steigen - auf deutlich über drei Prozent".

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Trump und Netanjahu beraten per Telefon über Iran-Krieg

US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu haben am Donnerstag über den Iran-Krieg beraten. Bei dem Telefonat habe Trump "über das Vorgehen der USA in der Golfregion" informiert, teilte Netanjahus Büro am Abend im Onlinedienst X mit. Ein US-Vertreter bestätigte das Telefonat, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten.

Unfälle mit E-Rollern: Geschädigte sollen leichter Schadenersatz erhalten

Wer bei einem Unfall mit einem E-Roller zu Schaden kommt, soll künftig leichter Schadenersatzansprüche geltend machen können. Der Bundestag beriet am Donnerstagabend in erster Lesung darüber, dass künftig in erster Linie die Vermieter der E-Scooter für Unfälle haften sollen. Aber auch Fahrerinnen und Fahrer der Roller sollen künftig bei "vermutetem Verschulden" haften. Der Entwurf wurde nach der ersten Lesung zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen.

Trauer und Racheschwüre bei Beerdigung von Chamenei in Maschhad

In tiefer Trauer und voller Zorn über die neuen schweren US-Angriffen haben in der iranischen Stadt Maschhad am Donnerstag zahlreiche Menschen Abschied vom langjährigen obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, genommen. Trauernde weinten und schlugen sich auf die Brust, während Chameneis Sarg durch die Menge geleitet wurde. Viele schwenkten iranische Flaggen und rote Fahnen, die als Symbol für Rache gelten: "Kein Kompromiss mit den Mördern", skandierten die Menschen. Die Beerdigung in Maschhad sollte der Abschluss der sechstägigen Trauerfeiern in mehreren Städte im Iran und im Irak sein.

Florida: Flughafen in Palm Beach nach Trump benannt

Wer nach Palm Beach im US-Bundesstaat Florida fliegt, landet künftig auf dem "President Donald J. Trump International Airport". Der Flughafen wenige Kilometer von Trumps Anwesen und Golfclub Mar-a-Lago wurde am Donnerstag offiziell nach dem Präsidenten benannt. Als erster Flieger kam um 5.01 Uhr früh die sogenannte Trump Force One mit Präsidentensohn Eric Trump an Bord an.

Textgröße ändern: