Pallade Veneta - Bas kritisiert Streit um Sozialstaatsreform: "Hat Vertrauen zerstört"

Bas kritisiert Streit um Sozialstaatsreform: "Hat Vertrauen zerstört"


Bas kritisiert Streit um Sozialstaatsreform: "Hat Vertrauen zerstört"
Bas kritisiert Streit um Sozialstaatsreform: "Hat Vertrauen zerstört" / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat den koalitionsinternen Streit über die Reform des Sozialstaats kritisiert. "In den vergangenen Monaten ist Vertrauen zerstört worden", sagte die SPD-Politikerin am Dienstag beim Deutschen Arbeitgebertag in Berlin. Bas beklagte eine Einengung der Debatte auf Kürzungen im Sozialbereich, wie der Koalitionspartner Union sie befürwortet. "Die Debatte über die soziale Sicherung in unserem Land war teilweise grenzüberschreitend in Richtung Populismus", kritisierte sie.

Textgröße ändern:

Die Ministerin warnte davor, die Menschen im Land durch Streit um Sozialkürzungen zu verunsichern - und dadurch extreme Parteien zu stärken. Es sei klar, dass der Sozialstaat reformiert werden muss, sagte Bas. Sie fügte hinzu: "Wir müssen uns verändern. Veränderung braucht Vertrauen. Wo Vertrauen fehlt, da entsteht Verunsicherung."

Das Ausnutzen dieser Verunsicherung sei "längst zu einem politischen Geschäftsmodell geworden", fügte Bas hinzu. Das sei "eine Gefahr für den Standort Deutschland, für unsere Gesellschaft, für unsere Demokratie", sagte Bas. "Wo soziale Ungleichheit herrscht, entsteht der Nährboden für Misstrauen, Spaltung und Instabilität."

Die soziale Sicherung sei "unser Rückgrat, wenn es hart auf hart kommt", sagte Bas weiter. Mit Blick auf den koalitionsinternen Streit um die Sozialreformen sagte sie: "Diese Debatten haben unserem Land nicht gut getan." Die SPD-Politikerin fügte hinzu: "Kürzungen im Sozialbereich bringen uns im Strukturwandel nicht voran."

Bas forderte den Koalitionspartner Union auf, dem bereits vom Kabinett verabschiedeten Rentenpaket aus ihrem Ministerium zuzustimmen. Die SPD stehe zu dem "Gesamtpaket" zur Rente - auch zu den von der Union eingebrachten Bestandteilen. "Ich erwarte, dass diese Verlässlichkeit und Vertragstreue für alle gilt", fügte Bas hinzu.

Die Teilnehmer des Arbeitgebertags bekundeten während Bas' Rede wiederholt ihre Unzufriedenheit. Die Äußerung der Ministerin, wonach die von der SPD geforderte Festschreibung der Renten-Haltelinie über 2031 hinaus nicht die Beitragszahler belaste, quittierten viele Teilnehmer mit Lachen. "Das mag für sie lustig klingen", sagte Bas dazu. "Das ist überhaupt nicht lustig."

Sie fügte hinzu: "Von einer Verlängerung der Haltelinie profitieren alle Generationen." In der Debatte darüber sei "einiges durcheinander geraten", fügte sie hinzu. "Es geht dabei nicht um Geschenke, sondern um ein Grundversprechen unseres Sozialstaats."

D.Bruno--PV

Empfohlen

Wadephul fordert Beteiligung Chinas an zukünftigem Atom-Abrüstungsabkommen

Angesichts des Auslaufens des "New Start"-Abkommens zwischen den USA und Russland hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) eine Beteiligung Chinas an einem zukünftigen Atomwaffen-Abrüstungsvertrag gefordert. "China muss einbezogen werden", sagte Wadephul bei einer gemeinsaamen Pressekonferenz mit seiner australischen Kollegin Penny Wong während seines Besuchs in Sydney am Donnerstag. Peking müsse im Bereich der Rüstungskontrolle zeigen, "dass es zur Zurückhaltung bereit ist", fügte Wadephul hinzu.

Oberstes US-Gericht erlaubt Kalifornien Neuzuschnitt von Wahlkreisen

Der Oberste Gerichtshof der USA hat dem Bundesstaat Kalifornien erlaubt, für die Zwischenwahlen im November einen neuen Zuschnitt der Wahlkreise anzuwenden. Das von konservativen Richtern dominierte Gericht erlaubte am Mittwoch den Neuzuschnitt, von dem die Demokraten sich fünf zusätzliche Sitze im US-Repräsentantenhaus erhoffen. Das von den Demokraten regierte Kalifornien hatte damit auf eine Neuordnung der Wahlkreise im Bundesstaat Texas durch die Republikaner reagiert.

Letztes Atom-Abrüstungsabkommen zwischen Russland und den USA ausgelaufen

Der letzte Atomwaffen-Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland, das "New Start"-Abkommen, ist am Donnerstag ausgelaufen. Das Ende des Abkommens sei "ein schwerwiegender Moment für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit", erklärte UN-Generalsekretär António Guterres. Er rief Moskau und Washington auf, sich "unverzüglich" auf einen "Nachfolgevertrag" zu einigen.

JU-Chef Winkel sieht Einsparpotenzial von "Dutzenden Milliarden" im Sozialetat

Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, sieht deutliches Einsparpotenzial im Sozialetat. Der Sozialstaat müsse "effizienter gemacht werden", sagte der JU-Chef der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Allein mit der Wiedereinführung des sogenannten Nachhaltigkeitsfaktors zur Dämpfung von Rentenerhöhungen "und klaren Prioritäten" ließen sich "Dutzende Milliarden im Jahr sparen für Sozialleistungen, die teilweise keiner braucht und die die Leute teilweise gar nicht wollen."

Textgröße ändern: