Pallade Veneta - Präsident Aoun empfängt UN-Delegation: Libanesen "wollen keinen neuen Krieg"

Präsident Aoun empfängt UN-Delegation: Libanesen "wollen keinen neuen Krieg"


Präsident Aoun empfängt UN-Delegation: Libanesen "wollen keinen neuen Krieg"
Präsident Aoun empfängt UN-Delegation: Libanesen "wollen keinen neuen Krieg" / Foto: Handout - Lebanese Presidency/AFP

Zwei Tage nach den ersten direkten Gesprächen zwischen dem Libanon und Israel seit Jahrzehnten hat der libanesische Präsident Joseph Aoun versichert, dass sein Land keinen neuen Krieg mit dem Nachbarland wolle. Die Libanesen "wollen keinen neuen Krieg, sie haben genug gelitten und es wird keinen Schritt zurück geben", sagte Aoun am Freitag bei einem Treffen mit einer Delegation des UN-Sicherheitsrats.

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Laut einer Mitteilung des libanesischen Präsidialamts betonte Aoun, es müsse "Druck auf die israelische Seite ausgeübt werden, um die Waffenruhe und den Truppenabzug" aus dem Südlibanon umzusetzen. Er hoffe dabei auf "Druck von der Delegation". Zugleich rief er die Delegierten des UN-Sicherheitsrats auf, die Bemühungen der libanesischen Armee zur Entwaffnung nichtstaatlicher Gruppen zu unterstützen. "Die Armee wird ihre Aufgabe erfüllen", versicherte er.

Aoun unterstrich die Bemühungen der libanesischen Seite bei der Umsetzung internationaler Resolutionen, rief aber zugleich die internationale Gemeinschaft auf, die Armee seines Landes "bei ihrer Mission", der Entwaffnung der islamistischen Hisbollah-Miliz, zu unterstützen. Es gebe bei dieser Entscheidung "keinen Schritt zurück", selbst wenn es etwas dauere, "weil die Libanesen der militärischen Konfrontationen müde sind".

Am Mittwoch waren erstmals seit Jahrzehnten Regierungsvertreter Israels und des Libanon zu offiziellen Gesprächen zusammengekommen. Rahmen für den Austausch war der Mechanismus zur Überwachung der im November 2024 in Kraft getretenen Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah. An den Gesprächen nahmen zivile Vertreter beider Länder teil.

Hisbollah-Chef Naim Kassem begrüßte es am Freitag, dass die Regierung in Beirut sich für Diplomatie entschieden habe, "um die Aggression zu beenden". "Wir unterstützen es, in dieser Richtung weiterzumachen", sagte Kassem in einer Fernsehansprache.

Zugleich kritisierte der Hisbollah-Chef die Beteiligung eines zivilen Vertreters an den Gesprächen mit Israel. "Wir betrachten diese Maßnahme als weiteren Fehltritt" der libanesischen Regierung, nachdem diese im August beschlossen habe, die Armee mit der Entwaffnung der Hisbollah zu beauftragen, sagte Kassem.

"Dieses Zugeständnis wird die Position des Feindes nicht ändern, auch nicht seine Aggression oder Besatzung", sagte Kassem mit Blick auf Israel und forderte die libanesische Regierung auf, die Entscheidung zu überdenken.

Nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 war auch der Konflikt zwischen Israel und der mit der Hamas verbündeten und im Libanon einflussreichen Hisbollah eskaliert. Seit November 2024 gilt im Libanon eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch gegenseitig immer wieder Verstöße gegen die Feuerpause vor.

Die Regierung in Beirut hatte die libanesische Armee angewiesen, bis Ende des Jahres die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Flusses Litani zu zerstören und die Hisbollah anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen. Aus Israels Sicht setzt die libanesische Armee das Vorhaben jedoch nur unzureichend um. Die israelische Armee hatte zuletzt ihre Angriffe im Südlibanon intensiviert.Die pro-iranische Miliz lehnt ihre Entwaffnung strikt ab. Israel macht sie jedoch zur Bedingung für ein Ende seiner Angriffe.

E.Magrini--PV

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