Pallade Veneta - Krankenkassenausgaben für Medikamente erneut gestiegen - AOK fordert Reform

Krankenkassenausgaben für Medikamente erneut gestiegen - AOK fordert Reform


Krankenkassenausgaben für Medikamente erneut gestiegen - AOK fordert Reform
Krankenkassenausgaben für Medikamente erneut gestiegen - AOK fordert Reform / Foto: Dibyangshu SARKAR - AFP/Archiv

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung für Medikamente sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 2024 lagen diese bei 59,3 Milliarden Euro und damit mehr als neun Prozent über dem Vorjahreswert, wie aus dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten sogenannten Arzneimittelkompass der AOK hervorgeht. Preistreiber waren demnach vor allem patentgeschützte Medikamente.

Textgröße ändern:

Deren Anteil an den Gesamtkosten für Arzneimittel lag 2024 bei 54 Prozent, obwohl ihr Anteil an verordneten Tagesdosen bei nur sieben Prozent lag. Hintergrund sei eine "Umgehungsstrategie" der Pharmaindustrie, erklärte der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, Helmut Schröder.

Die Unternehmen konzentrierten sich zunehmend auf Arzneimittel für seltene Erkrankungen, weil bei diesen bis zur Umsatzschwelle von 30 Millionen Euro kein Nutzennachweis erfolgen muss. Dadurch werde das Gesetz für die Bestimmung eines angemessenen Erstattungsbetrags umgangen. Eine Reform des Gesetzes sei notwendig, um Kosten und Nutzen klar in Relation zu setzen, erklärte Schröder.

Auch müssten Pharmaunternehmen ihre Kosten für Forschung und Entwicklung transparent machen, forderte die AOK. Weil es keine standardisierte Berichterstattung gebe, könnten diese den "Mythos" aufrecht erhalten, Unsummen dafür auszugeben. Der Mangel an Transparenz führe zu einer doppelten öffentlichen Finanzierung von Arzneimitteln - zum einen über Steuern durch die Forschungsförderung, zum anderen über die Kosten für Medikamente.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Mörder von Japans Ex-Regierungschef Abe legt Berufung gegen Haftstrafe ein

Der verurteilte Mörder von Japans Ex-Regierungschef Shinzo Abe hat Berufung gegen seine lebenslange Haftstrafe eingelegt. Der Schritt sei eine Gelegenheit, das "ungerechte Urteil" gegen Tetsuya Yamagami "zu korrigieren", sagte sein Verteidiger Masaaki Furukawa am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Der Fall gehe nun an das Obergericht von Osaka im Westen Japans. Es sei unklar, wann die Berufungsverhandlung beginnen werde.

Litauen-Brigade nimmt Form an: Staatssekretär Hartmann bei Aufnahme von Bundeswehr-Soldaten

Die Litauen-Brigade der Bundeswehr nimmt weiter Form an: Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Sebastian Hartmann (SPD), reist am Mittwoch zur Unterstellung in Litauen stationierter Nato-Soldaten unter den offiziell als Panzerbrigade 45 bezeichneten Großverband. Der Übergabe-Appell ist nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums für den Mittag vorgesehen. Mit ihm werden die drei Kampfverbände der Multinational Battlegroup Lithuania unter die Verantwortung der Litauen-Brigade gebracht.

Washington erneuert Handelsabkommen mit afrikanischen Ländern bis Ende des Jahres

Die US-Regierung hat das Handelsabkommen African Growth and Opportunity Act (Agoa) mit dutzenden afrikanischen Ländern bis zum Ende des Jahres erneuert. Die Erneuerung gelte rückwirkend ab dem 30. September 2025, als das Abkommen ausgelaufen war, erklärte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Dienstag (Ortszeit). Agoa gewährt einigen afrikanischen Produkten zollfreien Zugang auf dem US-Markt.

Human Rights Watch zeichnet düsteres Bild bei Menschenrechten

Systematische Angriffe auf den Rechtsstaat, geschwächte internationale Institutionen und eine Aushöhlung von Grundrechten: Die Organisation Human Rights Watch (HRW) zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Menschenrechtslage. "Das globale Menschenrechtssystem ist in akuter Gefahr", erklärte HRW-Exekutivdirektor Philippe Bolopion anlässlich der Veröffentlichung des Berichts der Organisation zur weltweiten Lage der Menschenrechte am Mittwoch. Human Rights Watch forderte eine "strategische Allianz menschenrechtsorientierter Demokratien", um diesen Trend aufzuhalten.

Textgröße ändern: