Pallade Veneta - Ukraine: Merz warnt EU vor Folgen einer Blockade der Nutzung russischen Vermögens

Ukraine: Merz warnt EU vor Folgen einer Blockade der Nutzung russischen Vermögens


Ukraine: Merz warnt EU vor Folgen einer Blockade der Nutzung russischen Vermögens
Ukraine: Merz warnt EU vor Folgen einer Blockade der Nutzung russischen Vermögens / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Vor dem EU-Gipfel hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor einer Blockade der Pläne gewarnt, in Europa eingefrorene russische Vermögen zur Unterstützung der Ukraine zu verwenden. Eine politische Einigung der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag oder Freitag sei "eine Schlüsselfrage unserer Handlungsfähigkeit", sagte Merz am Montag beim deutsch-ukrainischen Wirtschaftsforum in Berlin. Wenn dies nicht gelinge, werde die Handlungsfähigkeit der EU "über Jahre" oder noch länger "massiv beschädigt sein".

Textgröße ändern:

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte bei dem Wirtschaftsforum, das in der EU eingefrorene russische Vermögen müsse "vollständig für die Verteidigung gegen die Aggression Russlands" eingesetzt werden. "Das ist fair, vernünftig und muss erreichbar sein", sagte Selenskyj.

Die EU möchte einen Teil der russischen Zentralbankgelder in Höhe von insgesamt rund 200 Milliarden Euro als sogenannte Reparationsdarlehen für die finanzielle Unterstützung der Ukraine nutzen. Unter den EU-Ländern ist vor allem Belgien als Sitz von Euroclear gegen diesen Plan, da es finanzielle und rechtliche Vergeltung von Moskau fürchtet.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte am Montag, die Gespräche über die Nutzung der in Europa eingefrorenen russischen Vermögen gestalteten sich "zunehmend schwieriger". Auch Italien hat inzwischen Bedenken angemeldet.

Merz begrüßte nochmals, dass die EU-Staaten vergangene Woche mit einem Beschluss ihrer Botschafter die russischen Gelder dauerhaft eingefroren hätten, bis es zu einem Frieden mit der Ukraine komme. "Wir tun das nicht, um den Krieg zu verlängern - im Gegenteil", sagte Merz. "Wir tun das, um diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden." Denn ein solcher Schritt sende "das klare Signal, dass eine Fortsetzung dieses Krieges für Moskau sinnlos ist" und Russland nicht auf das Nachlassen der Unterstützung für die Ukraine hoffen könne.

"Wir werden nachhaltigen Frieden in Europa nur gemeinsam schaffen können mit einer freien und souveränen Ukraine", betonte Merz vor dem Hintergrund der Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine in Berlin. Nötig sei eine starke Ukraine", die sich jetzt und in Zukunft auch weiter gegen russische Angriffe schützen kann".

B.Cretella--PV

Empfohlen

US-Armee meldet Angriffe auf mehr als 80 iranische Ziele

Die US-Armee hat bei ihren neuen Angriffen auf den Iran nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele ins Visier genommen. Unter anderem seien in der Nacht zum Mittwoch iranische Luftverteidigungssysteme angegriffen worden, erklärte das für die Region zuständige Regionalkommando Centcom. Auch Kommando-Stützpunkte und Radaranlagen sowie dutzende Boote der iranischen Revolutionsgarden seien angegriffen worden.

IWF stellt Weltwirtschaftsausblick vor

Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt am Mittwoch in Washington (9.00 Uhr Ortszeit, 15.00 Uhr MESZ) seinen aktuellen Bericht zu den Perspektiven der Weltwirtschaft in diesem und im kommenden Jahr vor. Im April hatte der IWF für Deutschland nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent im laufenden Jahr vorhergesagt, das war eine deutliche Korrektur nach unten.

Bundestag berät über digitale Ermittlungsbefugnisse für Polizei

Der Bundestag befasst sich am Mittwoch in erster Lesung mit der Ausweitung digitaler Ermittlungsbefugnisse der deutschen Polizeibehörden (18.40 Uhr). Im Kampf gegen Terrorismus und Schwerkriminalität sollen sie technologisch aufgerüstet werden. Ein Gesetzespaket aus dem Bundesinnenministerium sieht unter anderem vor, dass die Behörden Daten künftig automatisiert und mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) analysieren können. Dabei werden die digitalen Ermittlungsbefugnisse erstmals auch auf eine gesetzliche Grundlage gestellt.

Nato-Gipfel in Ankara geht nach Trump-Kritik weiter

In Ankara setzen die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten am Mittwoch ihr Gipfeltreffen fort. Auf der Tagesordnung stehen die weitere Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland sowie die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses. Überschattet wird das Treffen von der erneuten Kritik des US-Präsidenten Donald Trump an den Verbündeten.

Textgröße ändern: