Pallade Veneta - BKA-Chef Münch: 2025 bereits über 1000 "verdächtige Drohnenflüge" in Deutschland

BKA-Chef Münch: 2025 bereits über 1000 "verdächtige Drohnenflüge" in Deutschland


BKA-Chef Münch: 2025 bereits über 1000 "verdächtige Drohnenflüge" in Deutschland
BKA-Chef Münch: 2025 bereits über 1000 "verdächtige Drohnenflüge" in Deutschland / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat seit Jahresbeginn mehr als 1000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Das sagte BKA-Chef Holger Münch der "Bild"-Zeitung vom Montag unter Hinweis auf ein erstmals erstelltes internes Bundeslagebild zur Gefährdung durch das "Tatmittel Drohnen". Am meisten von Überflügen betroffen seien "militärische Einrichtungen, Flughäfen, aber auch andere kritische Infrastrukturen – etwa Rüstungsunternehmen oder Hafenanlagen", sagte Münch weiter.

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Der BKA-Chef sprach von einer "ausgeprägten Gefahrenlage". Das Lagebild zur Drohnengefährdung werde seit Anfang des Jahres geführt, darin würden "alle Daten von Verdachtsfällen" einbezogen. Auch Erkenntnisse der Bundeswehr flössen darin ein.

Auf die Frage, ob die Drohnen immer von russischen Akteuren gesteuert würden, sagte Münch der "Bild": "Das wissen wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit." Dies liege auch an der Schwierigkeit, der Drohnenpiloten überhaupt habhaft zu werden und sie befragen zu können.

Im zurückliegenden Jahr sei es gelungen, "eine große zweistellige Zahl von Drohnenpiloten" festzustellen. Nicht jeder davon habe jedoch ermittelt werden können, manche seien geflüchtet. Ein Problem sei die große Zahl visueller Sichtungen, darunter auch Falschmeldungen.

In vielen Fällen vermutet Münch jedoch nach eigenen Angaben "offensichtlich" staatlich gesteuertes Vorgehen, das darauf abziele, Verunsicherung zu stiften. Es gebe eine Reihe von Drohnensichtungen, bei denen klar sei: "Das waren keine Hobbyflieger". als Beispiel nannte der BKA-Chef das Auftreten von Drohnenschwärmen.

Neben psychologischen Effekten könnten die Drohnenflüge auch der Informationsgewinnung dienen, sagte Münch weiter. Er verwies insbesondere auf Überflüge militärischer Einrichtungen und sagte: "Häufig werden in Deutschland militärische Einrichtungen überflogen, wo auch ukrainische Soldaten ausgebildet werden – die möglicherweise ein Smartphone dabei haben. Die Drohne misst, welche Smartphones vor Ort sind, und kann sie dann später vielleicht wieder an der ukrainischen Front feststellen."

Auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sprach in Berlin von einer "Vielzahl von Drohnensichtungen" im zurückliegenden Jahr. Derartige Flüge sollten "dazu führen, dass wir verunsichert werden", sagte auch er. Daher habe die Bundesregierung bereits "sehr zügig Maßnahmen ergriffen", um gegen die Gefahren durch Drohnen anzukämpfen.

"Wir haben Anfang Dezember eine Drohnenabwehr-Einheit bei der Bundespolizei in Dienst gestellt", sagte der Ministeriumssprecher. Dies sei "innerhalb kürzester Zeit" erfolgt. Zudem verwies er auf das neue gemeinsame Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern. Das Ziel sei, "zu einem gemeinsamen Lagebild Erkenntnisse zu sammeln und insgesamt dort resilienter und schneller handlungsfähig zu werden".

L.Guglielmino--PV

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