Pallade Veneta - Kommunen fordern "Fonds gegen Einsamkeit" mit Mitteln von 500 Millionen Euro

Kommunen fordern "Fonds gegen Einsamkeit" mit Mitteln von 500 Millionen Euro


Kommunen fordern "Fonds gegen Einsamkeit" mit Mitteln von 500 Millionen Euro
Kommunen fordern "Fonds gegen Einsamkeit" mit Mitteln von 500 Millionen Euro / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die Kommunen haben vor wachsender Einsamkeit gewarnt und von der Politik Investitionen in die soziale Infrastruktur gefordert. "Der Einsatz gegen Einsamkeit darf nicht am Geld scheitern", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, André Berghegger, den Funke-Zeitungen vom Donnerstag. "Ehrenamt kann viel leisten, aber nicht jede Lücke füllen." Nötig sei ein starkes Programm von Bund und Ländern gegen Einsamkeit.

Textgröße ändern:

Dieser Fonds müsse für diese Legislatur mit 500 Millionen Euro ausgestattet sein, sagte Berghegger weiter. Er schlug vor, dies durch EU-Gelder, Restmittel im Haushalt oder Umschichtungen in den einzelnen Etats zu finanzieren und damit vor allem "niedrigschwellige, dauerhafte und verlässliche Angebote" für alle Altersgruppen auszubauen. Als Beispiele nannte er Bibliotheken, Volkshochschulen und andere lokale Einrichtungen.

"Kommunen sind die Orte, an denen Einsamkeit zuerst bemerkbar wird – und zugleich kann dort am wirksamsten gegensteuert werden", sagte Berghegger den Funke-Zeitungen. Das Phänomen Einsamkeit sei zwar nicht neu, es verstärke sich aber derzeit in Deutschland und weltweit durch die wachsende "Flucht ins Digitale, die schwierige wirtschaftliche Lage und die globalen Entwicklungen".

Einsamkeit sei zu einem generationenübergreifenden Phänomen geworden, warnte Berghegger. Das wiederum berge die Gefahr gesellschaftlicher Entfremdung und könne Radikalisierung Vorschub leisten. "Dem müssen wir gesamtgesellschaftlich mit funktionierenden sozialen Bindungen und lebendigen Gemeinschaften begegnen."

Auch Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) forderte mehr Orte der gesellschaftlichen Begegnung. Gerade in der digitalisierten Welt zähle vor allem Individualisierung – dabei gebe es nach wie vor eine große Sehnsucht nach Gemeinsamkeit, sagte er dem Portal Web.de. Die digitale Welt täusche darüber hinweg, "dass die innere Leere und Einsamkeit gefüllt wird durch bunte Bilder".

Auch Ramelow forderte neue Orte des Zusammenkommens. "Wir brauchen Räume, in denen sich Menschen wieder begegnen können." Aktuell würden immer mehr Dorfläden und Dorfkneipen schließen und immer weniger Menschen kämen in den Gottesdienst. "Aber die Sehnsucht, miteinander etwas zu erleben, ist immer noch da."

C.Conti--PV

Empfohlen

Ministerin: Monumentales Weltkriegs-Mahnmal in Kiew bei russischem Angriff beschädigt

Bei einem nächtlichen russischen Angriff ist nach ukrainischen Angaben ein monumentales Weltkriegs-Mahnmal beschädigt worden. Kulturministerin Tetjana Bereschna bezeichnete die Beschädigung der "Mutter-Heimat"-Statue am Dienstag in Onlinenetzwerken als "symbolisch und zynisch".

Erneute russische Angriffe auf Kiew: 1100 Wohnhäuser ohne Heizung

Die russischen Streitkräfte haben ukrainischen Angaben zufolge in der Nacht zum Dienstag massive Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sowie Charkiw im Osten des Landes geflogen. Infolge des Beschusses sei in über 1100 Wohnhäuser in Kiew die Heizung ausgefallen, erklärte der ukrainische Wiederaufbauminister Oleksij Kuleba in Onlinediensten. In Kiew und Charkiw wurden Behördenangaben zufolge mindestens fünf Menschen verletzt.

US-Repräsentantenhaus soll am Dienstag über Haushaltsentwurf abstimmen

Das US-Repräsentantenhaus soll am Dienstag über einen Haushaltsentwurf abstimmen, um damit die seit Samstag andauernde Teil-Haushaltssperre zu beenden. Am Montagabend (Ortszeit) stimmte der Geschäftsordnungsausschuss des Repräsentantenhauses für den Entwurf und brachte damit die Abstimmung in der gesamten Unterkammer auf den Weg. Hintergrund des Teil-Shutdowns ist der Streit um die Folgen der tödlichen Schüsse auf US-Bürger durch Bundesbedienstete in Minneapolis.

Kanzleramtschef Frei dämpft Erwartungen für Reformprojekte

Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) hat die Erwartungen für große Reformprojekte in diesem Jahr gedämpft. Die Bundesregierung wolle zwar bis zum Ende des Jahres "die ersten großen Sozialreformen umgesetzt haben", sagte Frei dem "Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe). "Klar ist aber auch, dass bis Dezember nicht alles fertig werden kann", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: