Pallade Veneta - Thailand und Kambodscha vereinbaren "sofortige" Waffenruhe im Grenzkonflikt

Thailand und Kambodscha vereinbaren "sofortige" Waffenruhe im Grenzkonflikt


Thailand und Kambodscha vereinbaren "sofortige" Waffenruhe im Grenzkonflikt
Thailand und Kambodscha vereinbaren "sofortige" Waffenruhe im Grenzkonflikt / Foto: Agence Kampuchea Presse (AKP) - Agence Kampuchea Press (AKP)/AFP

Nach wochenlangen Gefechten haben Thailand und Kambodscha in ihrem Grenzkonflikt eine "sofortige" Waffenruhe vereinbart. Die Vereinbarung gelte für alle Arten von Waffen und umfasse jedwede Angriffe auf zivile und militärische Ziele, heißt es in dem Dokument, das am Samstag von den Verteidigungsministern der beiden südostasiatischen Länder unterzeichnet wurde. Beide Seiten wollen demnach ihre Truppenbewegungen einstellen und geflüchteten Zivilisten eine schnellstmögliche Rückkehr ermöglichen.

Textgröße ändern:

"Beide Seiten vereinbaren eine sofortige Waffenruhe nach der Unterzeichnung dieser gemeinsamen Erklärung mit Wirkung ab 12.00 Uhr mittags (Ortszeit; 06.00 Uhr MEZ) am 27. Dezember 2025", hieß es in der Erklärung des Sonderausschusses für Grenzfragen beider Länder, die von der kambodschanischen Seite herausgegeben wurde.

Der thailändische Verteidigungsminister Nattaphon Narkphanit erklärte, es gebe nun einen dreitägigen "Beobachtungszeitraum, um zu bestätigen, dass diese Waffenruhe echt ist". In einer Rede am Samstagmorgen bezeichnete er die Vereinbarung als "Tor zu einer friedlichen Beilegung" des Grenzstreits mit Kambodscha.

Der seit vielen Jahren schwelende Grenzkonflikt zwischen den Nachbarländern war im Dezember erneut aufgeflammt. Nach offiziellen Angaben wurden seitdem mindestens 47 Menschen getötet. Nach Angaben des jeweiligen Landes handelte es sich um 25 Soldaten und einen Zivilisten aus Thailand sowie 21 kambodschanische Zivilisten. Etwa eine Million Menschen wurden vertrieben.

Die 22-jährige Kambodschanerin Oeum Raksmey wurde mit ihrer Familie ebenfalls evakuiert und lebt nun in einer Notunterkunft in der Provinz Siem Reap. Sie sei "sehr froh" über die nun vereinbarte Waffenruhe, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Sie traue sich allerdings noch nicht, nach Hause zurückzukehren. "Ich habe immer noch Angst. Ich traue der thailändischen Seite noch nicht."

Der neuen Vereinbarung für eine Waffenruhe war ein Krisentreffen der Außenminister des südostasiatischen Staatenverbundes Asean vorausgegangen, zu dem auch Thailand und Kambodscha gehören. Bei dem Treffen in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur einigten sich die beiden Nachbarländer auf Friedensbemühungen, es folgten dreitägige Gespräche zwischen ihnen.

Auf ein Ende der Gefechte hatten auch die USA, China und Malaysia gedrungen. Die drei Länder hatten nach tödlichen Grenzgefechten zwischen Thailand und Kambodscha mit Dutzenden Toten im Juli eine Waffenruhe zwischen den beiden Nachbarstaaten vermittelt, die jedoch brüchig war. US-Präsident Donald Trump verkündete im Oktober eine weiterführende Vereinbarung zwischen Thailand und Kambodscha, die allerdings nach wenigen Monaten gebrochen wurde. Beide Seiten machten sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907. Wie die etwa 800 Kilometer lange Grenze verlaufen soll, ist weiterhin nicht ausgehandelt.

Der thailändische Regierungschef Anutin Charnvirakul warb kurz vor der Unterzeichnung der neuen Waffenruhe für eine endgültige Friedenslösung. "Lasst dies die abschließende Unterzeichnung sein, damit der Frieden wiederhergestellt werden kann und unsere Leute heimkehren können", erklärte er. In Thailand soll am 8. Februar ein neues Parlament gewählt werden.

A.Saggese--PV

Empfohlen

UN-Mission: Zwei weitere Blauhelmsoldaten bei Explosion im Südlibanon getötet

Bei einer Explosion im Südlibanon sind am Montag nach Angaben der UN-Mission Unifil zwei Blauhelmsoldaten getötet worden. Ihr Fahrzeug sei in Bani Hajjan durch eine Detonation, deren Ursache unbekannt sei, zerstört worden, teilte Unifil mit. Bereits am Sonntag war ein Blauhelmsoldat im Süden des Libanon bei der Explosion eines Geschosses getötet worden. Frankreich beantragte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats.

UN-Mission: Zwei Blauhelmsoldaten bei Explosion im Südlibanon getötet

Bei einer Explosion im Südlibanon sind am Montag nach Angaben der UN-Mission Unifil zwei Blauhelmsoldaten getötet worden. Ihr Fahrzeug sei in Bani Hajjan durch eine Detonation, deren Ursache unbekannt sei, zerstört worden, teilte Unifil mit. Zwei weitere Soldaten der UN-Friedenstruppe seien verletzt worden, einer von ihnen schwer. Am Sonntag war ein weiterer Blauhelmsoldat bei der Explosion eines Geschosses im Süden des Libanon getötet worden.

Kommission stellt Empfehlungen vor: Milliarden-Einsparungen für Krankenkassen

Auf die rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland kommen Veränderungen zu. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission hat am Montag in Berlin ihre Reformvorschläge für die gesetzlichen Krankenversicherung vorgestellt. Ziel ist eine Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge, die von den Versicherten und Arbeitgebern gezahlt werden müssen. Die Fachleute präsentierten 66 konkrete Empfehlungen, deren Umsetzung die Gesundheitskosten allein im kommenden Jahr um 42 Milliarden Euro sinken lassen könnten - eine Summe, die deutlich über dem erwarteten Fehlbetrag liegt.

Trump droht mit "Vernichtung" der Ölinsel Charg und aller Kraftwerke im Iran

US-Präsident Donald Trump hat Teheran mit der Zerstörung der iranischen Öl- und Energieinfrastruktur gedroht. Falls die iranische Führung nicht bald einem Abkommen zur Beendigung des Krieges zustimme, würden die USA alle Kraftwerke, Ölfelder und die für den Ölexport wichtige Insel Charg "in die Luft jagen und vollständig vernichten", erklärte Trump am Montag. Zugleich äußerte er aber erneut die Hoffnung auf eine baldige Verhandlungslösung.

Textgröße ändern: