Pallade Veneta - Bericht: SPD-Linke fordert einmalige Vermögensabgabe

Bericht: SPD-Linke fordert einmalige Vermögensabgabe


Bericht: SPD-Linke fordert einmalige Vermögensabgabe
Bericht: SPD-Linke fordert einmalige Vermögensabgabe / Foto: MIGUEL MEDINA - AFP/Archiv

Die Parlamentarische Linke (PL) der SPD fordert die Erhebung einer einmaligen Vermögensabgabe. Diese könne "in besonderen Krisensituationen" vom Staat eingesetzt werden, zitierte das Portal "The Pioneer" am Mittwoch aus einem Strategiepapier des Lübecker Finanzpolitikers und Bundestagsabgeordneten Tim Klüssendorf. "Vorbild ist die einmalige Vermögensabgabe von 1952 im Rahmen des so genannten Lastenausgleichs auch dem Zweiten Weltkrieg."

Textgröße ändern:

In Anbetracht von Inflation und Entlastungspaketen sei der Bundeshaushalt unter den aktuellen Bedingungen strukturell unterfinanziert. Kürzungen aber lehne die Parlamentarische Linke "entschieden als indiskutabel" ab, heißt es demnach weiter in dem Papier.

Das Aufkommen aus der Abgabe würde einmalig und direkt dem Bund zukommen und würde unmittelbar zur Finanzierung von existenzsichernden Entlastungsmaßnahmen genutzt werden, schreibt Klüssendorf dem Bericht zufolge. Als Stichtag für die Vermögensabgabe solle ein Datum in der Vergangenheit gewählt werden, "um Anreize zur Vermögensverringerung auszuschließen und keine Reaktionsmöglichkeit zur Steuerflucht einzuräumen."

Der Abgabezeitraum könne über 20 Jahre erstreckt werden. Als Bemessungsgrundlage solle das abgabepflichtige Nettovermögen dienen. Dazu wird ein Freibetrag in Höhe von zwei Millionen Euro sowie bis zu fünf Millionen Euro für Beteiligungen an Kapitalgesellschaften und Betriebsvermögen genannt. "Je nach Ausgestaltung würde auf Basis dieser Parameter zwischen 0,4 und 0,5 der deutschen Bevölkerung abgabepflichtig werden", heißt es demnach weiter in dem Papier.

Auch die Instrumente der Erbschafts- und Vermögenssteuer werden in dem Papier analysiert und grundsätzlich positiv bewertet. Beide blieben daher "weiterhin erklärte Ziele der Sozialdemokratie zur langfristigen Bekämpfung der Vermögensungleichheit in Deutschland", wobei als kurzfristige Maßnahme die einmalige Vermögensabgabe bevorzugt werde. Auch die weitere Aussetzung der Schuldenbremse "zugunsten der Entlastung von besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen" müsse dem Papier zufolge weiterhin in Erwägung gezogen werden.

Aus dem Kreis der Parlamentarischen Linken ist dem Bericht zufolge große Zustimmung zu dem Papier zu vernehmen. Die PL ist der organisierte Flügel linker Abgeordneter in der SPD-Bundestagsfraktion; Klüssendorf gehört dem Leitungskreis an. Mit aktuell 95 Mitgliedern ist die PL nach eigenen Angaben der größte Zusammenschluss innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion.

D.Bruno--PV

Empfohlen

Möglicher AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt sorgt in Bundes-CDU für Diskussionen

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD. Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), Dennis Radtke, warnte für den Fall einer Zusammenarbeit mit der AfD vor dem Untergang seiner Partei.

Thüringer BSW-Fraktion zerfällt: Koalition will trotz Parteiaustritten weiterarbeiten

Der innerparteiliche Streit zwischen der BSW-Bundesspitze und dem Thüringer Landesverband ist mit einer Parteiaustrittswelle endgültig eskaliert und setzt die Koalition im Freistaat unter Druck. Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um Landeschefin Katja Wolf erklärten am Freitag in Erfurt ihren Parteiaustritt und begründeten dies mit der Einmischung der Bundespartei um Gründerin Sahra Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD. Zugleich bekannten sich CDU, SPD sowie Wolf zur gemeinsamen Koalition.

Oberverwaltungsgericht bestätigt Wahlausschluss von AfD-Kandidaten in Niedersachsen

Mehrere wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue von der niedersächsischen Kommunalwahl am 13. September ausgeschlossene AfD-Direktkandidaten können definitiv nicht antreten. Am Freitag wies das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die von drei Betroffenen, darunter dem stellvertretenden AfD-Landesvorsitzenden Stephan Bothe, eingereichten Beschwerden gegen entsprechende erstinstanzliche Urteile von Verwaltungsgerichten ab. Die Beschlüsse sind unanfechtbar. (Az.: 10 ME 273/26, 10 ME 280/26 und 10 ME 284/26)

Israel übergibt fünf im Südlibanon festgenommene Zivilisten an Beirut

Israel hat fünf im Zuge der Kämpfe gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon festgenommene Zivilisten freigelassen und an Beirut übergeben. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erklärte am Freitag, es habe die fünf aus israelischer Haft freigelassenen Zivilisten in den Libanon gebracht. Der libanesische Präsident Joseph Aoun dankte dem IKRK sowie der US-Regierung für ihre Bemühungen in dem Fall.

Textgröße ändern: