Pallade Veneta - USA greifen Venezuela an - Trump: Präsident Maduro gefangen genommen

USA greifen Venezuela an - Trump: Präsident Maduro gefangen genommen


USA greifen Venezuela an - Trump: Präsident Maduro gefangen genommen
USA greifen Venezuela an - Trump: Präsident Maduro gefangen genommen / Foto: Luis JAIMES - AFP

Die USA haben einen groß angelegten Angriff gegen Venezuela ausgeführt und nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Staatschef Nicolás Maduro gefangen genommen. Maduro und seine Frau seien bei dem Militäreinsatz in der Nacht zum Samstag außer Landes gebracht worden, sagte Trump. Venezuelas Verteidigungsminister kündigte einen "massiven" Einsatz aller militärischen Mittel seines Landes an. Unterstützer von Venezuela wie Russland verurteilten den US-Angriff scharf, in Berlin wurde der Krisenstab des Auswärtigen Amtes einberufen.

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Zu dem erfolgreichen "großangelegten Schlag gegen Venezuela" habe auch die Gefangennahme von Maduro gehört, erklärte Trump in Online-Netzwerken. Der langjährige venezolanische Staatschef und dessen Frau seien außer Landes geflogen worden. Für 17.00 Uhr MEZ kündigte Trump eine Pressekonferenz an.

Der republikanische Senator Mike Lee erklärte im Onlinedienst X, US-Außenminister Marco Rubio habe ihm in einem Telefonat über das Ende des US-Einsatzes informiert. Rubio gehe von keinen weiteren US-Angriffen auf Venezuela aus. US-Vizeaußenminister Christopher Landau sprach von einer "neuen Ära" in Venezuela. "Der Tyrann ist weg. Er wird sich - endlich - für seine Verbrechen vor der Justiz verantworten müssen", schrieb Landau auf X.

Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez sagte in einer Audio-Botschaft, nach "diesem brutalen Angriff" sei der Verbleib von Maduro und seiner Frau unklar. Sie verlangte ein "Lebenszeichen". Der venezolanische Außenminister Yván Gil beantragte eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates.

Die Hauptstadt Caracas war seit etwa 02.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr MEZ) von schweren Explosionen und dem Überflug von Flugzeugen erschüttert worden. Die venezolanische Regierung warf der US-Regierung einen "schweren militärischen Angriff" vor, der sich gegen "zivile und militärische Orte in Caracas und den Bundesstaaten Miranda, Aragua sowie La Guaira rund um Caracas" gerichtet habe. In der Küstenstadt La Guaira befinden sich der Hafen und Flughafen von Caracas. Anwohner von Fuerte Tiuna, dem größten Militärstützpunkt in Caracas, berichteten überdies von Schüssen.

Als Ziel des US-Einsatzes bezeichnete die venezolanische Regierung "nichts anderes, als sich Venezuelas strategischer Ressourcen zu bemächtigen, insbesondere seines Erdöls und seiner Mineralien". In der Erklärung wurden der Ausnahmezustand und eine Mobilisierung des ganzen Landes zur Abwehr "dieses imperialistischen Angriffs" verkündet. Der venezolanische Verteidigungsminister Padrino kündigte den "massiven" Einsatz aller militärischen Mittel an, nachdem Venezuelas "heiliger Boden entweiht" worden sei.

"Ich habe geschlafen und meine Freundin hat mich geweckt und mir gesagt, dass wir bombardiert werden", sagte der 29-jährige Francis Peña, der im Osten von Caracas lebt, AFP. Eine 67-jährige Rentnerin, die in der Nähe vom Militärstützpunkt Fuerte Tiuna wohnt, sagte, ihre Fenster seien erschüttert worden, daher habe sie sich "in einem Raum ohne Fenster versteckt". Laut Verteidigungsminister Padrino trugen die venezolanischen Behörden Informationen über "Verletzte und Tote" zusammen.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, Deutschland verfolge die aktuellen Entwicklungen "mit größter Sorge". Der Krisenstab werde am Samstag darüber beraten. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief zu "Zurückhaltung" und der Achtung internationalen Rechts auf.

Auch Spanien rief zur "Deeskalation" auf und bot an, in dem Konflikt zu vermitteln. Es stehe "bereit, bei der Suche nach einer demokratischen, verhandelten und friedlichen Lösung für das Land zu helfen", erklärte das Außenministerium in Madrid.

Russland nannte den US-Militäreinsatz in Venezuela "zutiefst beunruhigend und verwerflich". "Ideologische Feindseligkeit hat über sachlichen Pragmatismus gesiegt", erklärte das Außenministerium in Moskau. Scharf verurteilt wurde das US-Vorgehen auch vom Iran und von Kuba, die enge Beziehungen zu Venezuela unterhalten.

Der linksgerichtete kolumbianische Staatschef Gustavo Petro verurteilte den US-Angriff als "Angriff auf die Souveränität" Lateinamerikas und warnte vor einer humanitären Krise. Er kündigte die Entsendung von Soldaten an die Grenze zu Venezuela an.

Trump hatte in jüngster Zeit nach wiederholten US-Angriffen vor der Küste Venezuelas von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen. Zudem hatte er im Dezember gesagt, dass die Tage von Venezuelas linksnationalistischem Staatschef Maduro "gezählt" seien.

Die Luftwaffe und Marine der USA sind seit Wochen in der Karibik stark präsent, unter anderem mit dem Flugzeugträger "USS General R. Ford" und anderen Kriegsschiffen. Seit September griffen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an. Dabei wurden mit den neuen Angriffen bislang mehr als hundert Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig.

Am Montag hatte Trump sich über einen Angriff geäußert, bei dem es sich womöglich um den ersten US-Angriff an Land in dem Konflikt mit Venezuela gehandelt hatte. Demnach wurde eine Anlegestelle für mutmaßliche venezolanische Drogenboote zerstört.

Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Bedeutung für den internationalen Drogenschmuggel gilt allerdings als eher gering.

Außer den USA erkennen auch viele europäische Staaten wie Deutschland und die EU die Legitimität der Regierung Maduro nicht an. Maduros innenpolitische Widersacherin María Corina Machado wurde im Dezember mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

E.Magrini--PV

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