Pallade Veneta - Wegner rechtfertigt Tennis-Ausflug während Blackouts - Opposition empört

Wegner rechtfertigt Tennis-Ausflug während Blackouts - Opposition empört


Wegner rechtfertigt Tennis-Ausflug während Blackouts - Opposition empört
Wegner rechtfertigt Tennis-Ausflug während Blackouts - Opposition empört / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), hat den Vorwurf des Fehlverhaltens nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz zurückgewiesen. Wegner räumte am Mittwoch im Sender Welt TV ein, sich am Samstag wenige Stunden nach dem Beginn des Blackouts in Teilen der Stadt Zeit für ein Tennisspiel genommen zu haben. "Dann habe ich von 13.00 bis 14.00 Uhr Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte", sagte der CDU-Politiker.

Textgröße ändern:

Während des Tennisspiels sei er "die ganze Zeit erreichbar" gewesen, betonte Wegner. "Das Handy war auf laut gestellt, ich bin danach sofort zurückgefahren und habe weitergearbeitet." Der CDU-Politiker wollte in Zusammenhang mit dem Tennisspiel nicht von einem Fehler sprechen, sondern verwies auf seinen Einsatz im Büro.

Er habe am Samstagmorgen begonnen, Telefonate zu führen. "Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz", sagte Wegner. "Ich habe vor allen Dingen auch mit der Bundesregierung gesprochen, mit dem Bundeskanzleramt, mit dem Bundesinnenminister."

Wegner setzt auf Verständnis bei den Bürgern für seinen Ausflug auf den Tennisplatz: "Ich glaube, die Berlinerinnen und Berliner gerade in den betroffenen Gebieten sind heute erst mal froh, dass anderthalb Tage vor der Ankündigung der Strom wieder da ist", sagte er. "Und wenn ich eine Stunde Sport mache, um den Kopf freizukriegen zwischen 13.00 und 14.00 Uhr, wo ich vorher gearbeitet habe und direkt im Anschluss auch, und in der Zeit erreichbar war, ich glaube, dann ist das okay."

Die Opposition übte scharfe Kritik an Wegners Verhalten und legte ihm einen Rücktritt nahe. "Wer lieber Tennis spielt, als in der größten Not bei den Menschen zu sein, sollte sich vielleicht überlegen, ob dieser Job noch der richtige für ihn ist", erklärte der Landesvorsitzende der Berliner Linken, Maximilian Schirmer.

Grünen-Fraktionschef Werner Graf kritisierte: "Der Regierende war Tennis spielen, obwohl er bereits wusste, dass 45.000 Berliner Haushalte ohne Wärme und Licht in einer Notlage waren und während Menschen in Gefahr gerieten." Das entspreche nicht den Erwartungen, die Berlinerinnen und Berliner zu Recht an dieses Amt hätten.

Berlins FDP-Chef Christoph Meyer wertete Wegners Tennis-Ausflug als Nachweis von "eklatantem Mangel an politischem Verantwortungsbewusstsein". Wegner müsse zurücktreten.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Polizeibilanz zu Protesten gegen AfD in Erfurt: "Überwiegend friedlich"

Zum Einsatz bei dem von Protesten und Blockaden begleiteten AfD-Bundesparteitag in Erfurt hat die Thüringer Polizei eine positive Bilanz gezogen. Angesichts zehntausender Versammlungsteilnehmer sei das Einsatzwochenende "überwiegend friedlich" verlaufen, teilte die Landespolizeidirektion am Sonntag abschließend in Erfurt mit. Demnach wurden bis Sonntagmittag 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten erfasst.

Zehntausende Iraner nehmen Abschied von Machthaber Ali Chamenei

Zehntausende Iraner haben am Wochenende Abschied von dem getöteten langjährigen Machthaber Ayatollah Ali Chamenei genommen. Sein Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei fehlte jedoch auch am Sonntag, dem zweiten Tag der offiziellen Trauerfeierlichkeiten in Teheran. Er ist seit dem Tod seines Vaters bei US-israelischen Angriffen am 28. Februar nicht öffentlich in Erscheinung getreten.

Proteste gegen AfD in Erfurt: Linkes Bündnis wertet Blockaden als Erfolg

Trotz des weitgehend ungestörten Ablaufs des AfD-Bundesparteitags in Erfurt hat das linke Bündnis "Widersetzen" die Blockaden und weiteren Protestaktionen gegen die Partei als Erfolg gewertet. "Wir sind gekommen, um den AfD-Parteitag zu verhindern, das ist uns nicht gelungen", sagte Suraj Mailitafi, Sprecher des sich als antifaschistisch verstehenden Bündnisses am Sonntag in Erfurt. Aber jeder Fall, bei dem einem AfD-Mitglied der Weg zur Veranstaltung erschwert worden sei, "war ein Erfolg".

Merz sieht Reformbereitschaft in Deutschland - und kündigt weitere Schritte an

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht nach eigenen Angaben bei den meisten Menschen in Deutschland die Bereitschaft zu Reformen. Es müsse aber "gerecht zugehen, und es muss jeder seinen Beitrag leisten", sagte Merz auf dem Parteitag der CDU Nordrhein-Westfalen. Dort kündigte er auch einen Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch an. Unterdessen sorgte das von der schwarz-roten Koalition am Mittwoch beschlossene Reformpaket weiter für Aufregung - besonders die Pläne zum Vorgehen bei Krankschreibungen riefen Kritik hervor.

Textgröße ändern: