Pallade Veneta - Iran: Größte Proteste seit Ende Dezember - Menschenmassen in Teheran

Iran: Größte Proteste seit Ende Dezember - Menschenmassen in Teheran


Iran: Größte Proteste seit Ende Dezember - Menschenmassen in Teheran
Iran: Größte Proteste seit Ende Dezember - Menschenmassen in Teheran / Foto: - - UGC/AFP

Im Iran haben in der Nacht zum Freitag die größten Demonstrationen seit Beginn der jüngsten Protestwelle stattgefunden. In der Hauptstadt Teheran strömten zahlreiche Menschen auf den weitläufigen Ajatollah-Kaschani-Boulevard, wie auf von der Nachrichtenagentur AFP verifizierten Aufnahmen in Onlinenetzwerken zu sehen war. Auf weiteren Bildern war eine protestierende Menschenmenge in der westiranischen Großstadt Abadan zu sehen.

Textgröße ändern:

Auch aus weiteren iranischen Städten, darunter Täbris im Norden des Landes und dem religiösen Zentrum Maschhad, übertrugen persischsprachige Exilsender Aufnahmen erheblicher Proteste.

Maschhad beherbergt einen der bedeutendsten Schreine des schiitischen Islam. Die Demonstranten strömten dort laut den Aufnahmen auf eine Hauptverkehrsstraße im Stadtbezirk Vakilabad. Diese Bilder konnte AFP zunächst nicht unabhängig verifizieren. In Täbris riefen Menschen laut Aufnahmen in Onlinenetzwerken unter Bezugnahme auf den Schah-Sohn "Lang lebe Pahlavi".

Die Demonstranten riefen wiederholt Parolen, die einen Sturz der islamischen Republik forderten, darunter "Pahlavi wird zurückkehren" - unter Bezugnahme auf Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 im Zuge der islamischen Revolution gestürzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi.

Die Proteste im Iran dauern seit mittlerweile zwölf Tagen an. Sie hatten sich am Zorn über die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage entzündet. Seit Beginn der Protestwelle am 28. Dezember gab es Versammlungen in mindestens 50 Ortschaften und Städten vor allem im Westen des Landes.

Die in London ansässige Organisation NetBlocks teilte am Donnerstag mit, die iranischen Behörden hätten das Internet gesperrt, das Land befinde sich inzwischen in einem "fast vollständigen landesweiten Internet-Blackout".

Der in der iranischen Exil-Opposition aktive Schah-Sohn Pahlavi hatte zuvor gesagt, die Führung in Teheran sei "zutiefst verängstigt" und werde das Internet kappen. Er hatte für Donnerstagabend zu weiteren Protesten aufgerufen.

US-Präsident Donald Trump wiederholte angesichts der Protestwelle seine bereits zuvor geäußerten Drohungen gegen die Führung in Teheran. "Ich habe ihnen klargemacht, dass wir hart durchgreifen werden, wenn sie anfangen, Menschen zu töten, was sie bei ihren Unruhen - und sie haben viele Unruhen - häufig tun", sagte Trump in einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt.

Seit Beginn der Proteste wurden nach jüngsten Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen mindestens 45 Demonstranten getötet, darunter acht Minderjährige. Iranische Behörden und Medien meldeten bislang 21 Tote, darunter auch Sicherheitskräfte.

T.Galgano--PV

Empfohlen

Netanjahu: Lateinischer Patriarch soll "sofortigen" Zugang zu Grabeskirche erhalten

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem den "vollständigen und sofortigen Zugang" zur Grabeskirche zugesichert. Er habe die zuständigen Behörden angewiesen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa den Zutritt zu gewähren, erklärte Netanjahu am Montagmorgen im Onlinedienst X. Am Sonntag hatte die Polizei in Israel Pizzaballa am Betreten der Grabeskirche gehindert, wo er zum Beginn der Karwoche die traditionelle Palmsonntagsmesse abhalten wollte.

Unifil: UN-Blauhelmsoldat bei Angriff im Südlibanon getötet

Ein Blauhelmsoldat der UN-Mission im Libanon (Unifil) ist nach UN-Angaben bei einem Angriff auf die Friedenstruppe im Süden des Landes getötet worden. Der UN-Soldat sei am Sonntagabend getötet worden, als "ein Geschoss in einer Unifil-Stellung in der Nähe von Adtschit al-Kusayr explodierte", erklärte Unifil am Montagmorgen. Ein weiterer UN-Soldat sei lebensgefährlich verletzt worden.

American University in Beirut setzt nach Drohungen Teherans Präsenzunterricht aus

Nach Drohungen Teherans gegen US-Universitäten in der Golfregion hat die American University in der libanesischen Hauptstadt Beirut den Präsenzunterricht für zwei Tage ausgesetzt. Auch wenn "derzeit keine Hinweise auf direkte Drohungen gegen unsere Universität, ihre Campusgelände oder medizinischen Zentren" vorlägen, werde die Arbeit an der Hochschule "aus größter Vorsicht am Montag und Dienstag vollständig online" stattfinden, erklärte der Präsident der US-Universität, Fadlo Khouri, am Sonntag mit. Lehrveranstaltungen und Prüfungen würden ebenfalls online abgehalten werden.

Iranische Führung veröffentlicht neue Botschaft von Modschtaba Chamenei

Einen Monat nach der Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei hat sich dessen Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei mit einer weiteren schriftlichen Botschaft an die Bevölkerung gewandt. Darin danke der neue oberste Führer den Iranern für ihre Unterstützung im Krieg gegen die USA und Israel, berichteten die Staatsmedien am Sonntag.

Textgröße ändern: