Pallade Veneta - Frankreich sucht weiter nach Haushaltskompromiss - Regierung droht mit Neuwahlen

Frankreich sucht weiter nach Haushaltskompromiss - Regierung droht mit Neuwahlen


Frankreich sucht weiter nach Haushaltskompromiss - Regierung droht mit Neuwahlen
Frankreich sucht weiter nach Haushaltskompromiss - Regierung droht mit Neuwahlen / Foto: Alain JOCARD - AFP

Frankreich sucht weiter nach einem Haushaltskompromiss: Zwei Tage vor Beginn der Debatte in der Nationalversammlung will Haushaltsministerin Amélie de Montchalin am Montag Vertreter mehrerer Fraktionen empfangen, um nach möglichen Lösungen zu suchen. Am Vortag hatte der Haushaltsausschuss der Nationalversammlung den aktuellen Gesetzesentwurf abgelehnt. Premierminister Sébastien Lecornu hat das Ziel gesetzt, den Haushalt bis Ende Januar durch das Parlament zu bringen.

Textgröße ändern:

Als Zeichen wachsender Nervosität wurde Lecornus Drohung mit Neuwahlen gewertet, die er am Freitag nach zwei Misstrauensanträgen der Opposition durchsickern ließ. Sowohl die Links- als auch die Rechtspopulisten hatten Misstrauensanträge eingereicht, um gegen Frankreichs Haltung zum Mercosur-Freihandelsabkommen zu protestieren. Über beide Anträge soll am Mittwoch abgestimmt werden. Da die französischen Sozialisten sie jedoch nicht unterstützen wollen, haben sie kaum Aussicht auf Erfolg. "Es wäre absurd, die Regierung zu stürzen, wo sie doch am Ende gegen Mercosur gestimmt hat", sagte der sozialistische Parteichef Olivier Faure am Sonntag im Sender BFM.

Lecornu hatte am Freitag durchsickern lassen, dass er im Fall eines Regierungssturzes Neuwahlen parallel zu den Kommunalwahlen im März vorbereiten wolle. Der Premierminister schwächte seine Drohung minzwischen wieder ab und erklärte, dass er dieses Szenario nicht wolle. Er sei vielmehr um "Stabilität" bemüht, sagte er der Zeitung "Le Parisien".

Unterdessen mehren sich Stimmen, die den Premierminister auffordern, den Haushalt mit Hilfe des Verfassungsparagrafen 49.3 durch das Parlament zu bringen. Dieser erlaubt die Verabschiedung eines Gesetzes ohne abschließende Abstimmung, wenn die Regierung ein anschließendes Misstrauensvotum übersteht. "Es ist genug Zeit verstrichen, die Franzosen erwarten einen Rahmen", sagte der ehemalige sozialistische Präsident François Hollande, der derzeit Abgeordneter ist. Auch der ehemalige Finanzminister Eric Lombard erklärte, dass die Zeit dränge. Lecornus Versprechen, auf den Einsatz des Artikels 49.3 zu verzichten, sei "löblich, aber funktioniert nicht", kommentierte er.

Die Misstrauensanträge der Parteien La France Insoumise (LFI) und Rassemblement National (RN) beziehen sich auf die Haltung der Regierung zum Mercosur-Abkommen, das am 17. Januar in Paraguay unterzeichnet werden soll. Frankreich hatte auf EU-Ebene gegen das Abkommen gestimmt, aber sowohl LFI als auch der RN kritisieren, dass Präsident Emmanuel Macron sich nicht ausreichend für die französische Landwirtschaft eingesetzt habe.

Seit Wochen protestieren französische Bauern immer wieder gegen das Freihandelsabkommen. Sie fürchten vor allem die Konkurrenz durch billige Agrarimporte.

Die Nationalversammlung hatte im Dezember dafür gestimmt, den laufenden Haushalt auf 2026 zu übertragen. Dies lässt aber keine neuen Sparmaßnahmen oder erhöhte Ausgaben etwa in die Verteidigung zu.

Frankreich steht angesichts einer Rekordverschuldung von 117 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) unter Druck, seine Staatsfinanzen zu sanieren. Lecornu hatte Mitte Oktober seinen ersten Haushaltsentwurf vorgestellt, mit dem er das Defizit auf 4,7 Prozent des BIP senken wollte. In der jüngsten Fassung würde es auf ein Defizit von 5,3 Prozent hinauslaufen.

Im Streit um den Haushalt sind in Frankreich bereits zwei Regierungschefs gestürzt worden. Lecornu hatte aus demselben Grund seinen Rücktritt eingereicht, wurde dann aber wieder von Macron ernannt.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Teilergebnisse: Rechtsgerichtete Kandidatin bei Präsidentschaftswahl in Costa Rica vorn

Die rechtsgerichtete Ex-Ministerin Laura Fernández liegt Teilergebnissen zufolge bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica deutlich vorn. Nach Auszählung von fast einem Drittel aller Wahlkreise kam Fernández auf knapp 53 Prozent der Stimmen, 13 Prozent über dem für einen Wahlsieg in der ersten Runde benötigten Stimmanteil, wie die Wahlbehörde des zentralamerikanischen Landes am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, gratulierte Fernández zum Wahlsieg.

Renovierungsarbeiten: Kulturzentrum in Washington wird für zwei Jahre geschlossen

US-Präsident Donald Trump hat die Schließung der angesehensten Kultureinrichtung in Washington für eine Dauer von zwei Jahren für Renovierungsarbeiten bekannt gegeben. Dies sei "der schnellste Weg, um das Trump Kennedy Center auf das höchste Niveau an Erfolg, Schönheit und Pracht zu bringen", erklärte Trump am Sonntag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Das von Trump angeführte Direktorium hatte das Kennedy Center im vergangenen Dezember in "Trump Kennedy Center" umbenannt.

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Costa Rica beendet

In Costa Rica sind am Sonntagabend (Ortszeit) die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen beendet worden. Um 18.00 Uhr (Ortszeit, Montag 00.00 Uhr MEZ) schlossen die Wahllokale in dem zentralamerikanischen Land. Favoritin für das höchste Staatsamt ist die rechtsgerichtete Ex-Ministerin Laura Fernández, die ein rigoroses Vorgehen gegen die Drogenkriminalität angekündigt hat. Die 39-jährige Politologin bezeichnet den Präsidenten von El Salvador, Nayib Bukele, als ihr Vorbild. Bukele geht mit eiserner Faust gegen kriminelle Banden vor.

Verbindungen zu Epstein: Britischer Ex-Botschafter Mandelson verlässt Labour-Partei

Nach seiner Absetzung vom Posten des britischen Botschafters in den USA wegen seiner Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein im vergangenen September ist Peter Mandelson aus der Labour-Partei ausgetreten. Er wolle die Partei "nicht weiter in Verlegenheit bringen" und gebe daher seine Mitgliedschaft auf, schrieb Mandelson am Sonntagabend gemäß der britischen Nachrichtenagentur PA in einem Brief an die Labour-Generalsekretärin Hollie Ridley.

Textgröße ändern: