Pallade Veneta - Blinken: Westen spricht im Konflikt mit Russland "mit einer Stimme"

Blinken: Westen spricht im Konflikt mit Russland "mit einer Stimme"


Blinken: Westen spricht im Konflikt mit Russland "mit einer Stimme"
Blinken: Westen spricht im Konflikt mit Russland "mit einer Stimme"

Im Konflikt mit Russland hat der Westen bei einem Außenministertreffen in Berlin Geschlossenheit demonstriert. US-Außenminister Antony Blinken sagte am Donnerstag, mit Blick auf Russland sprächen die USA und Europa "mit einer Stimme". "Diese Einigkeit gibt uns Stärke - eine Stärke, das darf ich hinzufügen, über die Russland nicht verfügt und die Russland nicht erreichen kann", sagte Blinken bei einer Pressekonferenz mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Beide warnten Moskau im Falle eines Einmarsches in die Ukraine vor massiven Konsequenzen.

Textgröße ändern:

Angesichts der zugespitzten Lage im Ukraine-Konflikt kamen Blinken und Baerbock am Vormittag mit ihrem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian und dem britischen Vize-Außenminister James Cleverly zu einem Krisentreffen zusammen. Nach seinem bilateralen Gespräch mit Baerbock wollte Blinken am späten Nachmittag auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) treffen.

Baerbock warnte Moskau für den Fall eines Angriffs auf die Ukraine vor "gravierenden Konsequenzen". Es gehe im Ukraine-Konflikt "um nichts weniger als den Erhalt der europäischen Friedensordnung", sagte die Außenministerin.

Blinken unterstrich die gemeinsame Position der Verbündeten in der Krise. Diese werde er auch bei seinem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in Genf erneut deutlich machen. "Wir sind da sehr klar: Wenn russische Militärkräfte die Grenze zur Ukraine überschreiten und neue Aggressionen gegen die Ukraine verüben, dann wird dies eine schnelle und harte Antwort der USA und unserer Verbündeten und Partner nach sich ziehen."

Blinken sagte weiter, er werde bei dem Treffen mit Lawrow die Unterstützung der USA für eine Wiederbelebung des sogenannten Normandie-Formats bekräftigen. In dem Format setzen sich Deutschland und Frankreich für eine friedliche Befriedung des Konflikts in der Ostukraine ein; Berlin und Paris werben derzeit intensiv für ein erneutes Treffen in der Vierer-Formation.

Wegen des massiven russischen Truppenaufmarschs an der Grenze zur Ukraine befürchtet der Westen, dass Russland einen Einmarsch in das Nachbarland vorbereitet. Blinken warf Russland vor, mit der Bedrohung der Ukraine die internationale Sicherheitsordnung zu gefährden. Sollte der Westen zulassen, dass Moskau die Souveränität der Ukraine verletze, drohe ein Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges, warnte er in einer Rede in Berlin.

Die USA und die Europäer drohen Moskau seit Wochen mit Konsequenzen, sollte die russische Armee die Ukraine angreifen. Welche Sanktionen Russland genau drohen würden, lassen die Staaten aber offen.

Blinken betonte am Donnerstag, mit der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 habe der Westen bereits ein "Druckmittel" gegenüber Russland in der Hand. "Es ist bemerkenswert, dass durch die Pipeline noch kein Gas fließt. Das bedeutet, dass die Pipeline ein Druckmittel Deutschlands, der USA und ihrer Verbündeten ist, und keines von Russland."

Blinkens dreitägiger Aufenthalt in Europa hatte am Mittwoch mit politischen Gesprächen in Kiew begonnen und folgt auf einen Marathon aus diplomatischen Gesprächen zur Ukraine-Krise. Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem Westen einen Forderungskatalog vorgelegt, in dem er unter anderem einen Verzicht der Nato auf eine weitere Osterweiterung verlangt. Das Verteidigungsbündnis lehnt dies ab.

US-Präsident Joe Biden hatte am Mittwochabend die Einschätzung geäußert, dass Putin einen zumindest begrenzten Angriff auf die Ukraine plane. Dabei sorgte der Präsident mit der Andeutung für Irritationen, dass ein "kleineres Eindringen" Russlands in das Nachbarland von der Nato weitgehend hingenommen werden könnte. Scharfe Kritik kam von den oppositionellen Republikanern, aber auch aus der Ukraine. Er wolle die "großen Mächte daran erinnern, dass es keine kleineren Überfälle und keine kleinen Nationen gibt", twitterte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Bund der Steuerzahler fordert neuen Straftatbestand "Haushaltsuntreue"

Vor dem Beginn der Hauptverhandlung gegen Ex-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage hat der Bund der Steuerzahler einen neuen Straftatbestand gefordert. "Bei der Haftung von Bundesministern bestehen Regelungslücken, sowohl im Strafrecht als auch im Zivilrecht", sagte der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben).

Trump: Sohn hat russischem Geschäftsmann Geld für Hochzeitsfeier zurückgezahlt

US-Präsident Donald Trumps ältester Sohn hat einem russischen Geschäftsmann mit Verbindungen zum Kreml das Geld zurückgezahlt, das dieser für die Feierlichkeiten nach der Hochzeit des Präsidentensohnes ausgegeben hatte. Die Vorgänge seien zwar "völlig erlaubt" gewesen, "aber soweit ich weiß, hat er es ihm zurückgezahlt", sagte Trump mit Blick auf seinen Sohn am Freitag vor Journalisten im Oval Office.

Trump gibt Abkommen mit Dänemark über Grönland bekannt

"Dauerhafte Kontrolle" über die Sicherheit Grönlands: US-Präsident Donald Trump hat eine Einigung mit Dänemark über die Zukunft der autonomen dänischen Arktisinsel bekannt gegeben. Die Vereinbarung übertrage die "dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland" an Washington, teilte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social mit. Zudem werde es "Gegnern" der USA verboten sein, eine militärische Präsenz auf der Arktisinsel zu errichten. Die Regierungen in Dänemark und Grönland begrüßten das Abkommen.

Dänische Regierungschefin Frederiksen: Grönland-Deal ist "gut für die Nato und Europa"

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen und der grönlandische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen haben das von US-Präsident Donald Trump bekanntgegebene Abkommen über die Arktisinsel Grönland begrüßt. Die Vereinbarung sei "gut für die Nato und für Europa", erklärte Frederiksen am Freitag. Nielsen fügte in einer Stellungnahme hinzu, das Abkommen "stärkt" die Sicherheit der autonomen dänischen Region.

Textgröße ändern: