Pallade Veneta - "Politbarometer": Mehrheit in Deutschland sieht Nato durch Trump gefährdet

"Politbarometer": Mehrheit in Deutschland sieht Nato durch Trump gefährdet


"Politbarometer": Mehrheit in Deutschland sieht Nato durch Trump gefährdet
"Politbarometer": Mehrheit in Deutschland sieht Nato durch Trump gefährdet / Foto: Alessandro RAMPAZZO - AFP

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht einer Umfrage zufolge eine akute Bedrohung der Nato durch die Politik von US-Präsident Donald Trump. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" stimmten 78 Prozent der Aussage zu, dass Trumps Politik den Fortbestand des westlichen Militärbündnisses gefährde. 18 Prozent glauben das nicht.

Textgröße ändern:

Dass Trump die Nato gefährde, glaubt eine Mehrheit unabhängig von der Parteipräferenz. Unter den AfD-Anhängern glauben dies 59 Prozent, unter Unionsanhängern 78 Prozent, unter SPD-Anhängern 92 Prozent.

Kritisch sehen es die Befragten zudem, wenn die USA unter Missachtung des Völkerrechts mit militärischen Mitteln in die Politik anderer Länder eingreifen, um sich dort wirtschaftliche Ressourcen zu sichern: Für eine Mehrheit von 69 Prozent soll die EU klar dagegen Position beziehen. 22 Prozent gaben an, die EU sollte sich hier raushalten. Nur fünf Prozent plädieren dafür, dass sich die EU hinter das Handeln der USA stellt.

Bei der politischen Stimmung in Deutschland hat sich im Vergleich zum "Politbarometer" vom Dezember wenig geändert. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU unverändert bei 26 Prozent, die AfD käme erneut auf 25 Prozent (unverändert). Die SPD würde sich auf 15 Prozent (plus eins) verbessern, die Grünen blieben bei zwölf Prozent (unverändert). Die Linke würde sich auf zehn Prozent (minus eins) verschlechtern.

Alle anderen Parteien - inklusive BSW und FDP - bekämen zusammen zwölf Prozent, darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot keine parlamentarische Mehrheit.

Die Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ist weiterhin groß: 71 Prozent der Befragten und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen meinen, die Bundesregierung tue zu wenig zur Ankurbelung der Wirtschaft. Für vier Prozent tut sie diesbezüglich zu viel und für 18 Prozent sind die Maßnahmen so gerade richtig.

Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung liegt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auch zu Jahresbeginn auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,9 (Dezember: 1,8) bewertet.

Weiterhin mit großem Abstand folgen Außenminister Johann Wadephul mit 0,7 (0,6), Finanzminister Lars Klingbeil mit 0,4 (0,2) und Sozialministerin Bärbel Bas mit 0,0 (minus 0,3). Danach kommen Innenminister Alexander Dobrindt mit minus 0,3 (minus 0,4), Bundeskanzler Friedrich Merz mit minus 0,4 (minus 0,6), CSU-Chef Markus Söder mit minus 0,5 (minus 0,5) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche mit minus 0,6 (minus 0,7). Auf Rang neun und zehn bleiben Sahra Wagenknecht mit minus 2,0 (minus 1,8) und Alice Weidel mit minus 2,5 (minus 2,6).

Die Umfrage zum "Politbarometer" wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ausgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 13. bis 15. Januar 2026 bei 1245 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent plus/minus zwei Prozentpunkte.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Familienministerin Prien will "begleitetes Trinken" ab 14 Jahren abschaffen

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will das "begleitete Trinken" für Jugendliche ab 14 Jahren abschaffen. Wie eine Sprecherin ihres Ministeriums am Sonntag bestätigte, ist dies in einem Referentenentwurf des Ministeriums zur Änderung des Jugendschutzgesetzes vorgesehen. Damit solle eine Ausnahmeregelung gestrichen werden, die den Kauf und Verzehr von Bier, Wein und Sekt in Begleitung einer sorgeberechtigten Person auch mit 14 oder 15 Jahren erlaubt.

Besuch von al-Scharaa: CDU betont deutsches Interesse - Linke und Grüne warnen

Vor dem Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin hat der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt die Möglichkeit einer engen Zusammenarbeit beim Wiederaufbau des Landes betont. "Die Lage in der Region und die Frage der Rückkehr von Syrerinnen und Syrern in ihr Heimatland sind unmittelbar in deutschem Interesse", sagte Hardt am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Grüne und Linke warnten vor einer Fokussierung der Syrienpolitik auf Abschiebungen.

Gericht im Kongo bestätigt Wiederwahl von 82-jährigem Amtsinhaber

Das Verfassungsgericht der zentralafrikanischen Republik Kongo hat den Sieg von Amtsinhaber Denis Sassou Nguesso bei der Präsidentenwahl am 15. März bestätigt. Der 82-Jährige habe sich bei dem Urnengang knapp 95 Prozent der Stimmen gesichert, teilte das Gericht in der Hauptstadt Brazzaville am späten Samstagabend mit. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 65,9 Prozent.

Sozialistischer Politiker Grégoire zum neuen Bürgermeister von Paris gewählt

Der sozialistische Politiker Emmanuel Grégoire ist vom Stadtrat in Paris zum neuen Bürgermeister der französischen Hauptstadt gewählt worden. Eine Woche nach seinem Sieg bei der Kommunalwahl erhielt der 48-Jährige am Sonntag 103 Ja-Stimmen im 163 Mandatsträger zählenden Rat. Er hatte sich im Kampf um das Pariser Rathaus in der Stichwahl gegen die konservative Kandidatin, die ehemalige Kulturministerin Rachida Dati, klar durchgesetzt, so dass Paris auch künftig von einem Politiker der Linken regiert wird.

Textgröße ändern: