Pallade Veneta - Beobachter: Kurdische Kämpfer ziehen sich von größtem Ölfeld Syriens zurück

Beobachter: Kurdische Kämpfer ziehen sich von größtem Ölfeld Syriens zurück


Beobachter: Kurdische Kämpfer ziehen sich von größtem Ölfeld Syriens zurück
Beobachter: Kurdische Kämpfer ziehen sich von größtem Ölfeld Syriens zurück / Foto: OMAR HAJ KADOUR - AFP

Angesichts der im Norden und Osten Syriens vorrückenden Regierungskräfte haben sich kurdische Kämpfer nach Angaben von Aktivisten vom größten Ölfeld des Landes zurückgezogen. Die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) gaben ihre Stellungen in den bislang von ihr kontrollierten Gebieten im östlichen Teil der Region Deir Essor am Sonntag auf, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Dazu gehörten auch die Ölfelder Al-Omar und Tanak.

Textgröße ändern:

Die Regierungstruppen hatten bei ihrer Offensive im Norden und Osten des Landes in den vergangenen Tagen kurdische Kämpfer aus Gebieten vertrieben, in denen die Kurden seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 de facto Autonomie genossen. Die Armee erlangte nach Regierungsangaben unter anderem die Kontrolle über die Stadt Tabka mitsamt dem größten Staudamm des Landes. Ein AFP-Korrespondent sah in Takba gepanzerte Armeefahrzeuge, Sicherheitskräfte patrouillierten in den Straßen.

In der vergangenen Woche hatte die Armee kurdische Kämpfer bereits aus den letzten zwei von ihnen gehaltenen Stadtteilen der nordsyrischen Großstadt Aleppo vertrieben. Am Samstag brachte sie ein Gebiet östlich von Aleppo unter ihre Kontrolle. Dort sah ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP, wie Kämpfer der mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) abzogen und Bewohner in ihre Häuser zurückkehrten, während zahlreiche Soldaten der syrischen Armee in den Straßen patrouillierten.

Die SDF-Kräfte kontrollierten bislang große Gebiete in Syriens ölreichem Norden und Nordosten. Große Teile davon hatten die SDF während des syrischen Bürgerkriegs in ihrem Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingenommen. Beim Sieg über den IS in Syrien 2019 hatten die von den USA unterstützten SDF eine entscheidende Rolle gespielt. Eigentlich sollten die kurdischen Kämpfer der SDF in die Regierungsarmee integriert werden, eine entsprechende Vereinbarung wurde jedoch bisher nicht umgesetzt.

Die Kurden-Verwaltung warf den Regierungstruppen am Sonntag vor, ihre Kämpfer "an mehreren Fronten" anzugreifen. Die Armee wiederum beschuldigte die SDF, sich nicht an eine Vereinbarung zum vollständigen Abzug vom östlichen Ufer des Euphrat zu halten.

Das regionale US-Armeekommando Centcom rief die syrische Regierungsarmee auf, "jegliche Offensivhandlungen" im Gebiet zwischen Aleppo und Takba zu stoppen. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der Anführer der Kurden im Irak, Netschirwan Barsani, rufen zur Deeskalation und einer Waffenruhe auf.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 herrscht in Syrien eine Übergangsregierung unter dem Islamisten Ahmed al-Scharaa. Dieser wird vorgeworfen, die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen. Die Menschenrechtslage in dem Land gilt generell als fragil.

Der syrische Übergangspräsident al-Scharaa wird am Dienstag zu einem Besuch in Berlin erwartet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt den früheren Dschihadistenanführer im Kanzleramt, zudem trifft al-Scharaa auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Erstmals seit knapp drei Jahren landet wieder Linienflug in Khartum

Im Bürgerkriegsland Sudan ist erstmals seit knapp drei Jahren wieder ein Linienflug in der Hauptstadt Khartum gelandet. Die Luftfahrtbehörde des Landes sprach am Sonntag von einem "historischen Flug". Die Maschine von Sudan Airways kam den Angaben zufolge aus Port Sudan am Roten Meer, an Bord war auch Regierungschef Kamil Idriss. Wie viele Passagiere in dem Flugzeug saßen, wurde nicht mitgeteilt.

Trump: Wir arbeiten an einem Abkommen mit Kuba

Die USA verhandeln nach Angaben von Präsident Donald Trump mit dem kommunistischen Kuba über ein Abkommen. "Ich glaube, wir werden einen Deal mit Kuba schließen", sagte Trump am Sonntag vor Journalisten. Seine Regierung spreche darüber derzeit mit den "höchsten Vertretern" in Havanna.

Prominenter Menschenrechtsaktivist in Venezuela freigelassen

Nach mehr als vier Jahren im Gefängnis ist in Venezuela der bekannte Menschenrechtsaktivist Javier Tarazona freigelassen worden. Unter Rufen wie "Freiheit, Freiheit, Freiheit" von seinen Anhängern wurde der 43-Jährige laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten am Sonntag in Caracas auf freien Fuß gesetzt. Er wurde von seinem Bruder und seiner 71-jährigen Mutter in Empfang genommen.

Von US-Behörden inhaftierter Fünfjähriger und sein Vater wieder zu Hause

Ein von der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE inhaftierter fünfjähriger Junge und sein Vater sind wieder frei. "Liam ist jetzt zu Hause. Mit seiner Mütze und seinem Rucksack", erklärte am Sonntag der Kongressabgeordnete Joaquin Castro, der das Kind und seinen ebenfalls freigelassenen Vater begleitete. Dazu veröffentlichte er im Onlinedienst X Fotos des Kindes.

Textgröße ändern: