Pallade Veneta - Empörung nach Trump-Äußerungen über Nato-Truppen in Afghanistan

Empörung nach Trump-Äußerungen über Nato-Truppen in Afghanistan


Empörung nach Trump-Äußerungen über Nato-Truppen in Afghanistan
Empörung nach Trump-Äußerungen über Nato-Truppen in Afghanistan / Foto: ANDREW MILLIGAN - POOL/AFP/Archiv

Nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump über die angebliche Zurückhaltung von Nato-Verbänden in Afghanistan haben Großbritannien und Deutschland die Rollen ihrer Truppen beim damaligen Einsatz betont. Trump spiele "die Rolle der Nato-Truppen, einschließlich der britischen Streitkräfte, in Afghanistan nach den Anschlägen vom 11. September auf die USA zu Unrecht" herunter, erklärte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer am Freitag. Neben Soldaten anderer Nato-Mitgliedstaaten hätten "457 britische Soldaten in Afghanistan ihr Leben verloren".

Textgröße ändern:

Zahlreiche weitere Soldaten seien während des Einsatzes in Afghanistan verletzt worden, fügte der Sprecher hinzu. "Wir sind unglaublich stolz auf unsere Streitkräfte, und ihr Dienst und ihre Opfer werden niemals vergessen werden." Der britische Staatsminister im Gesundheitsministerium, Stephen Kinnock, hatte zuvor angekündigt, Starmer werde das Thema bei Trump ansprechen. Trumps Aussagen "ergeben einfach keinen Sinn".

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wollte die Aussagen Trumps nicht kommentieren. Er betonte aber, dass die Bundeswehr in Afghanistan "den höchsten Blutzoll" seit ihrem Bestehen gezahlt habe. Sie sei "durchgängig mit hoher Truppenstärke in Afghanistan präsent" gewesen, sagte der Sprecher in Berlin. Von den vielen Veteranen der Bundeswehr, die in Afghanistan Dienst geleistet hätten, litten einige bis heute unter Schäden aus diesem Einsatz. Insgesamt 59 deutsche Soldatinnen und Soldaten starben in Afghanistan.

In einem Interview des Senders Fox News hatte Trump die Bedeutung von Truppen aus Nato-Partnerstaaten für den Afghanistan-Einsatz zu schmälern versucht. "Sie werden sagen, dass sie einige Truppen nach Afghanistan geschickt haben", sagte er über andere Nato-Mitglieder. "Und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Front." Zugleich wiederholte der US-Präsident seine Behauptung, dass die Nato den USA nicht zu Hilfe kommen würde, wenn sie darum gebeten werde.

Nach den Anschlägen vom 11. September in den USA hatte die Nato zum ersten Mal den Bündnisfall nach Artikel 5 ausgerufen. Viele Länder, darunter Großbritannien, beteiligten sich an dem Militäreinsatz unter US-Führung in Afghanistan. Der Nato-Einsatz endete 2021 mit einem chaotischen Abzug nach dem Vorrücken der radikalislamischen Taliban.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Diplomatische Annäherung: Neue Geschäftsträgerin der USA in Venezuela angekommen

Weniger als einen Monat nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela und der Gefangennahme des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro haben Washington und Caracas einen weiteren Schritt in ihrer diplomatischen Annäherung getan: Am Samstag traf die neue Geschäftsträgerin der USA in Venezuela, Laura Dogu, in der Hauptstadt Caracas ein. Sie wurde vom venezolanischen Außenminister Yván Gil empfangen. Am Freitag hatte Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez eine großangelegte Amnestierung politischer Häftlinge angekündigt.

Neue Epstein-Akten bringen britischen Ex-Prinzen Andrew zunehmend in Bedrängnis

Nach der Veröffentlichung weiterer Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein durch das US-Justizministerium ist der britische Ex-Prinz Andrew am Wochenende weiter in Bedrängnis geraten. Unter den freigegebenen Dokumenten ist unter anderem ein Foto, das Andrew auf allen Vieren zeigt, während er sich über eine Frau beugt. Der britische Premierminister Keir Starmer sprach sich für eine Aussage Andrews vor dem US-Kongress aus.

Selenskyj: Gespräche zwischen Russland, Ukraine und den USA in Abu Dhabi erst am Mittwoch

Die nächste Gesprächsrunde zwischen Kiew, Moskau und Washington über ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf Mittwoch und Donnerstag verschoben worden. "Die Termine für die nächsten trilateralen Treffen stehen fest: 4. und 5. Februar in Abu Dhabi", erklärte Selenskyj am Sonntag im Onlinedienst X.

Israel untersagt Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vorerst Einsätze im Gazastreifen

Israel hat der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) weitere humanitäre Einsätze im Gazastreifen vorerst untersagt. Die Organisation MSF habe es versäumt, eine Liste aller palästinensischen Mitarbeitenden vorzulegen und müsse daher ihre Arbeit im Gazastreifen einstellen, erklärte das Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten am Sonntag. Alle Mitarbeitenden der Organisation sollten das palästinensische Küstengebiet demnach bis zum 28. Februar verlassen.

Textgröße ändern: