Pallade Veneta - Bundestag: Holocaust-Überlebende Friedman warnt vor zunehmendem Antisemitismus

Bundestag: Holocaust-Überlebende Friedman warnt vor zunehmendem Antisemitismus


Bundestag: Holocaust-Überlebende Friedman warnt vor zunehmendem Antisemitismus
Bundestag: Holocaust-Überlebende Friedman warnt vor zunehmendem Antisemitismus / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman hat im Bundestag zum Kampf gegen einen zunehmenden Antisemitismus aufgerufen. "Lassen Sie es nicht zu, dass der Antisemitismus wieder wächst", rief Friedman am Mittwoch den versammelten Politikerinnen und Politikern zu. "Der Antisemitismus ist nicht verschwunden, er hat sich angepasst." Die Geschichte lehre jedoch, "dass Hass niemals auf ein einziges Volk beschränkt bleibt. Wenn Antisemitismus geduldet wird, werden die demokratischen Werte an sich geschwächt".

Textgröße ändern:

Die 87-jährige Friedman sprach anlässlich der Bundestags-Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus. Die 1938 nahe Danzig geborene Jüdin wurde im Alter von fünf Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter in das deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Polen deportiert. Sie überlebte und ist heute eine der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust.

Gemeinsam mit ihrem Enkel Aron betreibt Friedman einen TikTok-Kanal, auf dem sie in kurzen Videos die Erinnerung an die Shoah bei Jugendlichen wach hält. Dem Kanal folgen mehr als 500.000 Menschen. Sie nutze ihre Zeit, um andere über die damaligen Geschehnisse aufzuklären, insbesondere die jüngere Generation, sagte Friedman im Bundestag. "Ich werde damit bis zu meinem Tod weitermachen."

Vor Friedman warnte bereits Parlamentspräsidentin Julia Klöckner (CDU) vor einem wieder "gesellschaftsfähig" werdenden Antisemitismus. "Als Deutsche tragen wir alle eine besondere Verantwortung, dem wieder aufgekommenen Hass auf Juden entgegenzutreten", betonte Klöckner in ihrer Rede.

T.Galgano--PV

Empfohlen

Irans Außenminister lehnt Gespräche mit den USA ab

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Iran-Kriegs bestritten und Gespräche mit Washington abgelehnt. "Wir haben nicht die Absicht, zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist", sagte Araghtschi am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen.

Äußerst selten: Erneute Geburt von Berggorilla-Zwillingen in DR Kongo

Im von bewaffneten Konflikten geplagten Osten der Demokratischen Republik Kongo hat sich zum zweiten Mal binnen weniger Monate eine äußerst seltene Zwillingsgeburt der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ereignet. Bei den Zwillingen handle es sich vermutlich um einen männlichen und einen weiblichen Gorilla, erklärte die Leitung des Virunga-Nationalparks am Dienstag. Die Jungtiere stünden unter "enger Beobachtung" der Parkmitarbeiter.

Nach Wahl in Dänemark: Frederiksen erneut mit Regierungsbildung beauftragt

Nach dem ersten Platz ihrer Sozialdemokraten bei der Parlamentswahl in Dänemark ist die bisherige Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erneut mit der Regierungsbildung beauftragt worden. König Frederik X. betraute nach Angaben des Palastes Frederiksen am Mittwoch damit, Verhandlungen mit allen Parteien zur Bildung einer neuen Regierung zu führen. Ihre Sozialdemokraten waren bei der Wahl am Dienstag zwar stärkste Kraft geworden, sie erzielten jedoch das schlechteste Wahlergebnis seit mehr als 120 Jahren.

Ehemaliger Google-Manager Matt Brittin wird neuer BBC-Chef

Inmitten eines milliardenschweren Rechtsstreits mit US-Präsident Donald Trump hat die britische Rundfunkanstalt BBC den ehemaligen Google-Manager Matt Brittin zum neuen Generaldirektor ernannt. Er fühle sich geehrt, in einem "Moment echter Risiken, aber auch echter Chancen" die Leitung der BBC zu übernehmen, erklärte der 57-Jährige nach seiner Ernennung am Mittwoch. Sein Vorgänger Tim Davie war im November nach massiver Kritik an der irreführenden Bearbeitung einer Trump-Rede für eine BBC-Fernsehdokumentation zurückgetreten.

Textgröße ändern: