Pallade Veneta - Merz: Tage der iranischen Führung sind "gezählt" - Trump droht erneut Teheran

Merz: Tage der iranischen Führung sind "gezählt" - Trump droht erneut Teheran


Merz: Tage der iranischen Führung sind "gezählt" - Trump droht erneut Teheran
Merz: Tage der iranischen Führung sind "gezählt" - Trump droht erneut Teheran / Foto: Ebrahim Noroozi - POOL/AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts der Niederschlagung der Proteste im Iran bekräftigt, dass die Tage der Führung der Islamischen Republik "gezählt" seien. "Meine Überzeugung bleibt: Ein Regime, das sich nur mit blanker Gewalt und Terror gegen die eigene Bevölkerung an der Macht halten kann, dessen Tage sind gezählt", sagte Merz am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Ilie Bolojan in Berlin. "Es können Wochen sein, aber dieses Regime hat keinerlei Legitimation, das Land zu regieren."

Textgröße ändern:

"Wenn es eine hohe fünfstellige Zahl von Todesopfern gegeben hat bei den letzten Demonstrationen gegen das Regime, dann zeigt sich, dass sich offensichtlich das Mullah-Regime nur noch mit blankem Terror an der Macht halten kann", fügte Merz an. Mitte Januar hatte Merz während seines Besuchs in Indien bereits gesagt, er gehe "davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen des Regimes sehen".

Vor dem Hintergrund der Lage im Iran sprach sich Merz am Mittwoch erneut dafür aus, die iranischen Revolutionsgarden in der EU als terroristische Organisation einzustufen. Er bedauere sehr, dass "ein oder zwei Länder in der Europäischen Union" hierzu immer noch nicht bereit seien.

Innerhalb der EU gilt bislang insbesondere Frankreich als Gegner einer Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation. Am Mittwoch erklärte jedoch eine französische Regierungssprecherin, für Paris gebe es "kein Tabu" mit Blick auf die Revolutionsgarden. Italien hatte in der vergangenen Woche seine Position zu der Frage geändert - und drängt nun auf eine solche Einstufung.

US-Präsident Donald Trump verschärfte derweil seine Rhetorik gegenüber der iranischen Führung am Mittwoch erneut deutlich und drohte ihr mit militärischer Gewalt, falls sie nicht über ein Abkommen zu ihrem Atomprogramm verhandle. "Die Zeit wird knapp", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social und ergänzte, der nächste Angriff gegen den Iran werde "viel schlimmer" als das US-Eingreifen in den zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni.

Die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen antwortete im Onlinedienst X, der Iran sei zwar "bereit zum Dialog auf Grundlage gegenseitigen Respekts", werde im Konfliktfall sich aber "verteidigen und darauf antworten wie niemals zuvor", sollte er dazu gedrängt werden.

Vor wenigen Tagen hatte Trump die Verlegung einer "riesigen Flotte" der US-Armee in die Golfregion verkündet, die sich "für den Fall der Fälle" bereithalten solle. Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" erreichte nach Angaben der US-Armee inzwischen die Region.

Washington hatte nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran einen neuen Militärschlag gegen das Land nicht ausgeschlossen. Bei den Protesten wurden nach Angaben von Aktivisten tausende Menschen getötet, zehntausende Menschen wurden festgenommen. Die Behörden verhängten zeitweise eine Internetsperre.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Irans Außenminister lehnt Gespräche mit den USA ab

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Iran-Kriegs bestritten und Gespräche mit Washington abgelehnt. "Wir haben nicht die Absicht, zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist", sagte Araghtschi am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen.

Äußerst selten: Erneute Geburt von Berggorilla-Zwillingen in DR Kongo

Im von bewaffneten Konflikten geplagten Osten der Demokratischen Republik Kongo hat sich zum zweiten Mal binnen weniger Monate eine äußerst seltene Zwillingsgeburt der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ereignet. Bei den Zwillingen handle es sich vermutlich um einen männlichen und einen weiblichen Gorilla, erklärte die Leitung des Virunga-Nationalparks am Dienstag. Die Jungtiere stünden unter "enger Beobachtung" der Parkmitarbeiter.

Nach Wahl in Dänemark: Frederiksen erneut mit Regierungsbildung beauftragt

Nach dem ersten Platz ihrer Sozialdemokraten bei der Parlamentswahl in Dänemark ist die bisherige Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erneut mit der Regierungsbildung beauftragt worden. König Frederik X. betraute nach Angaben des Palastes Frederiksen am Mittwoch damit, Verhandlungen mit allen Parteien zur Bildung einer neuen Regierung zu führen. Ihre Sozialdemokraten waren bei der Wahl am Dienstag zwar stärkste Kraft geworden, sie erzielten jedoch das schlechteste Wahlergebnis seit mehr als 120 Jahren.

Ehemaliger Google-Manager Matt Brittin wird neuer BBC-Chef

Inmitten eines milliardenschweren Rechtsstreits mit US-Präsident Donald Trump hat die britische Rundfunkanstalt BBC den ehemaligen Google-Manager Matt Brittin zum neuen Generaldirektor ernannt. Er fühle sich geehrt, in einem "Moment echter Risiken, aber auch echter Chancen" die Leitung der BBC zu übernehmen, erklärte der 57-Jährige nach seiner Ernennung am Mittwoch. Sein Vorgänger Tim Davie war im November nach massiver Kritik an der irreführenden Bearbeitung einer Trump-Rede für eine BBC-Fernsehdokumentation zurückgetreten.

Textgröße ändern: