Pallade Veneta - Ex-Außenminister Joschka Fischer plädiert für atomare Aufrüstung Europas

Ex-Außenminister Joschka Fischer plädiert für atomare Aufrüstung Europas


Ex-Außenminister Joschka Fischer plädiert für atomare Aufrüstung Europas
Ex-Außenminister Joschka Fischer plädiert für atomare Aufrüstung Europas / Foto: Federico Gambarini - POOL/AFP/Archiv

Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat sich für eine europäische Atombombe ausgesprochen. "Europa muss das machen, denn die amerikanische Schutzgarantie ist ab sofort ungewiss", sagte Fischer dem "Tagesspiegel" (Donnerstag). Eine rein nationale atomare Bewaffnung Deutschlands lehnte er ab.

Textgröße ändern:

Eine der wichtigsten Lehren aus der deutschen Geschichte sei für ihn, "dass Deutschland zwar in der Verantwortung steht, eine Führungsrolle in Europa zu übernehmen, aber immer gemeinsam mit den anderen", sagte der Ex-Außenminister. Die Aufrüstung sei allerdings notwendig. Es sei nur durch Stärke und Abschreckung möglich, einen "aggressionsbereiten Nachbarn" von einem Überfall abzuhalten. "Zu lange sind wir der Illusion vom angeblich ewigen Frieden in Europa aufgesessen", sagte Fischer.

Wäre er heute jung, würde er Wehrdienst leisten, erklärte Fischer. "Die Zeit ist eine andere", sagte er. "Wir werden bedroht. Wir müssen uns verteidigen."

Unterdessen wurden die Rufe von Experten nach einer deutschen Atombombe lauter. "Die nukleare Frage ist der Kern der nationalen Souveränität eines Staates", sagte der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte in Bonn, Harald Biermann, der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Auch Deutschland muss sich dieser Frage stellen", forderte er. Es gehe um die Existenz der Bundesrepublik Deutschland. Auch Joachim Krause, der lange am Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel lehrte, forderte ein Nachdenken über "den Schutz Deutschlands durch eigene oder europäische Atomwaffen".

Die Entwicklung deutscher Atombomben ist dabei Fachkreisen zufolge kein Hindernis. Laut Rainer Moormann, der als Chemiker mehr als drei Jahrzehnte am Forschungszentrum Jülich zur Nukleartechnik forschte, wäre Deutschland "innerhalb von drei Jahren in der Lage, eine Atombombe zu bauen".

A.Saggese--PV

Empfohlen

Israel öffnet Grenzübergang Rafah für "begrenzten" Personenverkehr

Der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen ist israelischen Angaben zufolge in eingeschränktem Umfang geöffnet worden. Der Übergang sei am Sonntag "für den begrenzten Durchgang von Bewohnern" des Gazastreifens freigegeben worden, erklärte die für zivile Angelegenheiten in den palästinensischen Gebieten zuständige israelische Behörde Cogat. Die Öffnung des seit Mai 2024 geschlossenen Grenzübergangs erfolge als Teil des Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas.

Forschungsministerin Bär (CSU) in Aachen mit Karnevalspreis ausgezeichnet

Der Aachener Karnevalsverein (AKV) hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet. Bär erhielt den Karnevalspreis am Samstag bei einer Festsitzung in Aachen, wie der AKV auf seiner Facebookseite mitteilte. Sie folgt damit auf ihren Kabinettskollegen, Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), der im Vorjahr damit geehrt wurde.

Irans Parlamentspräsident erklärt EU-Streitkräfte zu "terroristischen Gruppen"

Der Iran hat die Streitkräfte der EU-Mitgliedsstaaten zu "terroristischen Gruppen" erklärt. Dies gab der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf am Sonntag vor dem Parlament in Teheran bekannt, während die Folgen der Entscheidung zunächst unklar blieben. Der Schritt sei eine Reaktion auf die vor wenigen Tagen von der EU getroffene Einstufung der Iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation.

NRW-CDU will gegen Missbrauch von Sozialleistungen durch kriminelle Banden vorgehen

Die CDU in Nordrhein-Westfalen will den Missbrauch von Sozialleistungen durch kriminelle Banden massiv einschränken. In einem Antrag für den Bundesparteitag in Stuttgart im Februar, fordert der Landesverband drastische Maßnahmen gegen den Missbrauch der EU-Freizügigkeit, wie die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtete. Dabei ginge es auch um eine Reform der Zahlung von Kindergeld ins Ausland.

Textgröße ändern: