Pallade Veneta - Unabhängigkeitsbewegung in Alberta: Carney fordert USA zu Achtung kanadischer Souveränität auf

Unabhängigkeitsbewegung in Alberta: Carney fordert USA zu Achtung kanadischer Souveränität auf


Unabhängigkeitsbewegung in Alberta: Carney fordert USA zu Achtung kanadischer Souveränität auf
Unabhängigkeitsbewegung in Alberta: Carney fordert USA zu Achtung kanadischer Souveränität auf / Foto: Mandel NGAN, Fabrice COFFRINI - AFP/Archiv

Nach Berichten über Treffen von Vertretern des US-Außenministeriums mit Unabhängigkeitsbefürwortern aus der rohstoffreichen kanadischen Provinz Alberta hat der kanadische Regierungschef Mark Carney die USA aufgefordert, die Souveränität seines Landes zu achten. "Ich erwarte von der US-Regierung, dass sie die Souveränität Kanadas respektiert", sagte Carney am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Pressetermin mit Regionalpolitikern, als er von Journalisten auf den in der "Financial Times" erschienenen Bericht angesprochen wurde.

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Nach Angaben der Zeitung haben sich führende Vertreter einer Gruppe, die sich Alberta Prosperity Project (APP) ("Alberta Wohlstandsprojekt") nennt, seit April bereits drei Mal mit Beamten des US-Außenministeriums getroffen. Die Gruppe hat die Genehmigung erhalten, Unterschriften für ein Unabhängigkeitsreferendum zu sammeln. Ziel ist es, dass die westliche kanadische Provinz zu einem unabhängigen Land wird.

Ein Referendum könnte bereits im Herbst stattfinden. Umfragen zufolge würden die Unabhängigkeitsbefürworter es jedoch verlieren. Wie eine am 23. Januar vom Institut Ipsos veröffentlichte Umfrage ergab, würden nur 28 Prozent der Einwohner Albertas für eine Unabhängigkeit stimmen.

Unter den anwesenden Regionalpolitikern bei dem Treffen mit Carney war auch die rechtsgerichtete Regierungschefin von Alberta, Danielle Smith. Smith ist eine Verfechterin des Ölabbaus und hat US-Präsident Donald Trump bereits in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida besucht.

In der vergangenen Woche hatte US-Finanzminister Scott Bessent seine Unterstützung für die Unabhängigkeitsbestrebungen in Alberta durchblicken lassen: "Alberta ist ein natürlicher Partner für die USA. Sie verfügen über großartige Ressourcen. Die Einwohner Albertas sind sehr unabhängige Menschen", sagte Bessent dem rechtsgerichteten Sender Real America's Voice.

Auf die Berichte über die Treffen angesprochen erklärte ein Beamter des US-Außenministerium gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: "Das Ministerium trifft sich regelmäßig mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Wie bei solchen Routinetreffen üblich, wurden keine Verpflichtungen eingegangen."

Carney sagte, Trump habe in keinem ihrer direkten Gespräche die Unabhängigkeit Albertas oder die Unabhängigkeitsbewegung in der französischsprachigen Provinz Québec angesprochen. Im Gegensatz zu der seit Jahrzehnten bestehenden, gut organisierten Bewegung in Québec stellten die Unabhängigkeitsbestrebungen Albertas bisher keine Bedrohung für die Einheit Kanadas dar.

Carney und Trump liegen seit Monaten im Clinch. Nach seiner Wiederwahl 2024 und während der ersten Monate seiner Amtszeit hatte Trump den nördlichen Nachbarn der USA wiederholt als 51. Bundesstaat bezeichnet und erklärt, dass Kanada von einer Fusion profitieren würde. Kürzlich hatte Trump dann in seinem Onlinedienst Truth Social ein mit Künstlicher Intelligenz (KI) generiertes Bild veröffentlicht, das ihn hinter seinem Schreibtisch im Oval Office zeigt. Neben ihm ist eine Karte, auf der sich das US-Gebiet auf Venezuela, Kanada und Grönland erstreckt, was eine vollständige Übernahme der Länder durch die USA andeutet.

Die Regierung der Provinz Alberta hatte die klimabewusste Regierung des vorherigen Premiers Justin Trudeau in Ottawa als feindlich gegenüber dem Ölsektor eingestellt kritisiert, der ihre Wirtschaft antreibt. Regionalpolitiker warfen Trudeau vor, Infrastrukturprojekte von Öl- und Gasunternehmen zu blockieren.

Albertas Regionalchefin Smith erklärte am Donnerstag, auch sie erwarte, dass "die US-Regierung die Souveränität Kanadas respektiert", und betonte, sie werde alle Fragen im Zusammenhang mit einer Einmischung Washingtons in das Referendum zur Sprache bringen.

Smith bekräftigte ihre Unterstützung für ein "souveränes Alberta innerhalb eines vereinten Kanadas". Trudeau warf sie vor, während seiner zehnjährigen Amtszeit in ihrer Provinz Entfremdung aufgebaut zu haben.

Smith hatte angedeutet, dass eine Zusammenarbeit Carneys mit Alberta beim Bau einer neuen Ölpipeline zur Pazifikküste dazu beitragen könnte, die Unterstützung für die Unabhängigkeitsbewegung zu verringern. Die geplante Pipeline, die durch die Provinz British Columbia führen würde, ist jedoch umstritten. Angehörige indigener Gemeinden haben angekündigt, das Projekt zu blockieren. Der Regierungschef von British Columbia, David Eby, hatte den Separatisten in Alberta am Dienstag "Verrat" vorgeworfen.

N.Tartaglione--PV

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