Pallade Veneta - Frankreichs Haushalt kurz vor der Verabschiedung

Frankreichs Haushalt kurz vor der Verabschiedung


Frankreichs Haushalt kurz vor der Verabschiedung
Frankreichs Haushalt kurz vor der Verabschiedung / Foto: STEPHANE DE SAKUTIN - AFP/Archiv

Nach vier Monaten heftiger Debatten könnte Frankreich am Montag seinen Haushalt für das laufende Jahr bekommen. Wenn die Regierung wie erwartet in der Nationalversammlung zwei Misstrauensvoten übersteht, ist das Gesetz verabschiedet. Das Budget sieht erhöhte Verteidigungsausgaben vor und soll das Defizit auf unter fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts senken.

Textgröße ändern:

Premierminister Sébastien Lecornu hatte am Freitag die Verabschiedung des Haushalts ohne abschließende Abstimmung mit Hilfe des Verfassungsparagrafen 49.3 eingeleitet. Ursprünglich hatte er sich verpflichtet, auf dieses Verfahren zu verzichten. Als sich nach monatelangen Verhandlungen kein Kompromiss abzeichnete, griff er dennoch auf den Paragrafen 49.3 zurück. Dieser ermöglicht die Verabschiedung, wenn die Regierung anschließende Misstrauensvoten übersteht.

Um den Sturz der Regierung zu verhindern, hatte Lecornu den Sozialisten mehrere Zugeständnisse gemacht. Damit hatte er erreicht, dass die Sozialisten, auf deren Stimmen es angekommen wäre, die Misstrauensanträge nicht unterstützten.

Sowohl das linke Lager - ohne die Sozialisten - als auch die rechtspopulistische Fraktion des Rassemblement National (RN) hatten am Freitag je einen Misstrauensantrag eingereicht. Darüber debattiert die Nationalversammlung ab 17.00 Uhr. Mit einer Abstimmung wird am Abend gerechnet. Wenn die Anträge wie erwartet nicht die Mehrheit von 289 Stimmen erreichen, ist das Haushaltsgesetz damit verabschiedet.

RN-Regierungschefin Marine Le Pen warf dem Regierungschef vor, "die Sozialisten gekauft" zu haben und damit das Defizit weiter zu verschlimmern. Der Chef des Rechnungshofs, Pierre Moscovici, zeigte sich "erleichtert", dass Frankreich endlich einen Haushalt bekomme. Dieser werde allerdings nicht schnell genug zu einer Verringerung des Defizits führen, warnte er.

Lecornu hatte das Haushaltsdefizit ursprünglich auf 4,7 Prozent verringern wollen, nach der jüngsten Fassung liegt das Ziel bei unter fünf Prozent, aber immer noch deutlich über der EU-Obergrenze von drei Prozent. 2025 hatte das Defizit bei 5,4 Prozent gelegen.

Als Zugeständnis an die Sozialisten gilt das Beibehalten einer Sondersteuer für große Unternehmen, die Lecornu eigentlich abschaffen wollte. Zudem soll Mensa-Essen weiter subventioniert werden, so dass alle Studierenden Mahlzeiten für einen Euro erhalten können.

Frankreich steht angesichts einer Rekordverschuldung von 117 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) unter Druck, seine Staatsfinanzen zu sanieren.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Merz: "Explodierende Gewalt" hat mit Zuwanderung zu tun

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat einen Zusammenhang zwischen der Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland und der steigenden Gewaltkriminalität in Deutschland hergestellt. "Wir haben eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft, und zwar im analogen wie im digitalen Raum", sagte Merz am Mittwoch in der Regierungsbefragung im Bundestag. "Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt."

Hinweise zu möglichem Leistungsbetrug: Krankenkassen müssen Tippgeber nicht nennen

Krankenkassen müssen nach Hinweisen auf möglichen Sozialleistungsmissbrauch einem Gerichtsurteil aus Niedersachsen zufolge in der Regel keine Auskunft über Tippgeber herausgeben. Etwas anderes gelte nur, wenn es Anhaltspunkte gebe, dass Informanten mutwillig falsche Angaben etwa mit dem Ziel der Rufschädigung gemacht hätten, entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen nach Angaben vom Mittwoch. Es wies damit die Klage eines von einem Tippgeber angeschwärzten Manns ab. (Az. L 16 KR 1/26)

Klingbeil will Ehegattensplitting für künftige Ehen abschaffen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will, dass das sogenannte Ehegattensplitting "in seiner heutigen Form" für künftige Ehen abgeschafft wird. Er wolle "einen Fehlanreiz beseitigen, der vor allem Frauen in der Teilzeitfalle hält", sagte er am Mittwoch in einer Grundsatzrede zur Modernisierung des Landes bei einer Veranstaltung der Bertelsmann Stiftung. Eine solche Reform könne zehntausende Vollzeitstellen schaffen.

Dänemark steht nach Parlamentswahl vor schwieriger Regierungsbildung

Nach den schweren Verlusten der Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei der Parlamentswahl in Dänemark steht das Land vor einer schwierigen Regierungsbildung. Die Sozialdemokraten wurden bei der Wahl am Dienstag zwar stärkste Kraft, erzielten jedoch mit nur 38 von 179 Parlamentssitzen das schlechteste Wahlergebnis seit mehr als 120 Jahren. Die Moderaten des derzeitigen Außenministers Lars Lökke Rasmussen dürften bei der Regierungsbildung eine zentrale Rolle einnehmen.

Textgröße ändern: