Pallade Veneta - Reformen: Kanzleramtschef Frei dämpft Erwartungen - Rente hat aber Priorität

Reformen: Kanzleramtschef Frei dämpft Erwartungen - Rente hat aber Priorität


Reformen: Kanzleramtschef Frei dämpft Erwartungen - Rente hat aber Priorität

Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) hat vor überzogenen Erwartungen an große Reformprojekte in diesem Jahr gewarnt. Die Bundesregierung wolle zwar bis Ende des Jahres "die ersten großen Sozialreformen umgesetzt haben", sagte Frei dem "Tagesspiegel" vom Dienstag. "Klar ist aber auch, dass bis Dezember nicht alles fertig werden kann", fügte er hinzu. Eine Rentenreform soll bis dahin allerdings schon auf den Weg gebracht werden, wie Kanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigte.

Textgröße ändern:

Bei den Reformen werde die Rente priorisiert werden, sagte auch Frei. Alle Reformen, die sich die Koalition vorgenommen habe, würden "so schnell wie möglich", aber in jedem Fall bis zum Ende der Legislaturperiode umgesetzt. Der Kanzleramtschef fügte hinzu: "Manche Kommissionsvorschläge sind sehr schnell umsetzbar, andere brauchen einen etwas längeren Vorlauf."

Eine große Steuerreform ist dagegen laut Frei nicht notwendig. "Der Koalitionsvertrag lässt uns Spielräume, um auf veränderte Bedingungen zu reagieren", sagte er. "Da müssen wir nicht neu verhandeln."

Kritisch äußerte sich der Kanzleramtschef über den Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels zur Einschränkung des Rechts auf Teilzeit. "Dem Politikverständnis der CDU ist es völlig fremd, den Menschen sagen zu wollen, wie sie ihr Leben zu führen haben", sagte Frei.

Erst am Montagabend hatte Kanzler Merz erneut die Notwendigkeit von Reformen betont. "Diese Legislaturperiode muss eine Legislaturperiode der grundlegenden Reformen werden, und sie ist es bereits", sagte er bei der Jahreseröffnung der Deutsche Börse Group im hessischen Eschborn. So solle zum Beispiel eine Rentenreform "noch vor dem Jahresende 2026" auf den Weg gebracht werden.

Dabei sollen laut Merz die drei Säulen der Altersvorsorge - gesetzliche, betriebliche und private Rente - im Verhältnis zueinander neugewichtet werden. Die private und die betriebliche Altersvorsorge würden künftig "eine wesentlich größere Rolle" spielen als bisher, kündigte der Kanzler an.

Kritik daran kam von Grünen und Linkspartei. Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch warf Merz vor, "einmal mehr, die gesetzliche Rentenversicherung schwächen zu wollen". Die sei "genau der falsche Weg", sagte er den Sendern RTL und ntv.

"Wer die Alterssicherung weiter privatisiert, will die gesetzliche Rente aushöhlen und nimmt steigende Altersarmut in Kauf", kritisierte Linken-Chefin Ines Schwerdtner.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

21 Tote bei bislang schwersten russischen Angriffen auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist von den schwersten russischen Angriffen seit Kriegsbeginn getroffen worden: Nach Angaben der Behörden wurden durch den Beschuss in der Nacht zum Donnerstag mindestens 21 Menschen getötet, 85 weitere Menschen wurden verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte Vergeltung an. Moskau seinerseits will indes den "Druck" auf Kiew noch weiter erhöhen.

Vor 250-Jahr-Feiern: USA ächzen unter Hitzewelle

Kurz vor den Feiern zum 250-jährigen Bestehen der Vereinigten Staaten hat eine Hitzewelle Teile der USA erfasst. In der Landesmitte und in Ostküsten-Metropolen wie New York und Philadelphia wurden ab Donnerstag Temperaturen von über 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) erwartet. Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes (NWS) dürfte die gefühlte Temperatur durch die hohe Luftfeuchtigkeit bis zu 46 Grad Celsius erreichen.

AfD vergrößert Abstand zur Union im "Deutschlandtrend" - CDU/CSU bei 22 Prozent

Die AfD hat im aktuellen "Deutschlandtrend" ihren Abstand zur Union auf fünf Punkte vergrößert. In der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung kam die AfD unverändert auf 27 Prozent, danach folgten CDU und CSU mit 22 Prozent, das war ein Punkt weniger als Anfang Juni. Mit der Arbeit der schwarz-roten Regierung waren zuletzt nur 13 Prozent der Befragten zufrieden.

Albanien: Gewaltsame Zusammenstöße bei Protest gegen Kushner-Bauprojekt

In Albaniens Hauptstadt Tirana ist es bei Protesten gegen ein geplantes Tourismus-Resort, das mit der Familie von US-Präsident Donald Trump in Verbindung steht, zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Bereits zum zweiten Mal in dieser Woche versammelten sich Demonstranten am Donnerstag vor dem Parlament, um die Abgeordneten wegen des Projekts zur Rede zu stellen. AFP-Journalisten berichteten von Zusammenstößen mit der Polizei und mehreren Festnahmen.

Textgröße ändern: