Pallade Veneta - "Schlimmste Reporterin": Trump beleidigt CNN-Journalistin nach Frage zu Epstein-Akten

"Schlimmste Reporterin": Trump beleidigt CNN-Journalistin nach Frage zu Epstein-Akten


"Schlimmste Reporterin": Trump beleidigt CNN-Journalistin nach Frage zu Epstein-Akten
"Schlimmste Reporterin": Trump beleidigt CNN-Journalistin nach Frage zu Epstein-Akten / Foto: SAUL LOEB - AFP

US-Präsident Donald Trump hat nach einer Frage zu den Epstein-Akten erneut eine Journalistin beleidigt. "Sie sind so schlimm. Sie sind die schlimmste Reporterin", sagte Trump am Dienstag im Oval Office in Washington zu der bekannten CNN-Journalistin Kaitlan Collins. Sie berichtet über das Weiße Haus und moderiert die Politiksendung "The Source" (Die Quelle) und wurde in den vergangenen Monaten immer wieder von Trump öffentlich abgekanzelt - wie auch andere Journalistinnen.

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"Kein Wunder, dass CNN wegen Leuten wie Ihnen keine Einschaltquoten hat", fügte der Präsident an Collins gerichtet hinzu. Die Journalistin hatte Fragen zu den am Freitag neu veröffentlichten Akten zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gestellt, mit dem Trump jahrelang eine enge Beziehung pflegte.

Trump forderte die Medien auf, das Thema Epstein abzuhaken. "Ich denke, es ist jetzt an der Zeit, dass sich das Land vielleicht anderen Themen zuwendet, wie zum Beispiel dem Gesundheitswesen oder anderen Themen, die den Menschen am Herzen liegen", sagte Trump zu den Journalisten. Die Epstein-Affäre sei eine "Verschwörung" gegen ihn selbst, behauptete der Präsident.

Am Freitag hatte das US-Justizministerium Millionen weitere Epstein-Dokumente freigegeben, in denen auch der Name Trump wieder häufig auftaucht. Ein Fehlverhalten konnte dem Präsidenten bisher allerdings nicht nachgewiesen werden.

Als die CNN-Journalistin Collins auf dem Thema beharrte und Trump nach seiner Botschaft an die Epstein-Opfer fragte, wurde Trump ausfällig. Der Präsident warf der Reporterin Lügen vor. "Wissen Sie, sie ist eine junge Frau", sagte er an die Umstehenden gewandt über die CNN-Journalistin. "Ich kenne Sie seit zehn Jahren. Ich glaube nicht, dass ich jemals ein Lächeln auf Ihrem Gesicht gesehen habe", sagte Trump und fügte hinzu: "Wissen Sie, warum Sie nicht lächeln? Weil Sie wissen, dass Sie nicht die Wahrheit sagen."

Collins teilte das Video von dem Schlagabtausch im Onlinedienst X und kommentierte es mit den Worten: "Präsident Trump argumentiert, das Land solle die Epstein-Akten hinter sich lassen, und fährt aus der Haut, als er nach der Reaktion der Überlebenden auf die jüngste Veröffentlichung des Justizministeriums gefragt wird." Während einige Internetnutzer Collins für ihre "Professionalität" lobten, beschimpften andere sie als linke "Aktivistin".

Bereits im November war Trump im Zusammenhang mit den Epstein-Akten ausfällig geworden und hatte die Journalistin Catherine Lucey von der Nachrichtenagentur Bloomberg beleidigt. Auf die Frage, warum er die Akten in der Affäre um den Sexualstraftäter nicht freigeben wolle, antwortete der US-Präsident an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One: "Sei still, Schweinchen" und deutete dabei mit dem Finger auf Lucey.

Wenige Tage später bezeichnete Trump die ABC-Journalistin Mary Bruce als "schreckliche Reporterin", nachdem diese während des Besuchs des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Weißen Haus den Mord an dem regierungskritischen saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi angesprochen hatte.

Trump überzieht kritische Medien seit seinem erneuten Amtsantritt vor gut einem Jahr mit Klagen, droht Sendern mit Lizenzentzug und geht vor allem Journalistinnen immer wieder verbal an. Er hatte etwa die renommierte "New York Times" im September wegen drei kritischer Artikel und eines Buchs von Journalisten auf Schadenersatz in Höhe von 15 Milliarden Dollar (rund 12,8 Milliarden Euro) verklagt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft Trump in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht autoritäre Tendenzen vor. Der US-Präsident missbrauche seine Macht, um politische Gegner, Medien und die Zivilgesellschaft einzuschüchtern, heißt es darin unter anderem.

J.Lubrano--PV

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