Pallade Veneta - Keine schnelle Einigung in dritter Ländertarifrunde zu erwarten

Keine schnelle Einigung in dritter Ländertarifrunde zu erwarten


Keine schnelle Einigung in dritter Ländertarifrunde zu erwarten
Keine schnelle Einigung in dritter Ländertarifrunde zu erwarten / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Vor der dritten Tarifrunde für die angestellten Beschäftigten der Bundesländer in Potsdam deutet sich keine schnelle Einigung an. Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaften sprachen am Mittwoch von schwierigen Verhandlungen. Verdi und der Deutsche Beamtenbund fordern sieben Prozent, monatlich jedoch mindestens 300 Euro mehr Geld.

Textgröße ändern:

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sagte als Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) im Norddeutschen Rundfunk (NDR), die Gewerkschaften müssten von ihren Maximalforderungen abrücken. Ein Mindestbetrag von sieben Prozent zuzüglich einer Reihe von Nebenforderungen sei für die Länder "nicht leistbar", wies Dressel die Gewerkschaftsforderungen erneut zurück.

Angesichts der Finanzsituation der Länderhaushalte sei das "eine astronomische Forderung". Eine Lösung des Tarifkonflikts an den geplant drei Verhandlungstagen bis Freitag halte er für möglich, "aber die andere Seite muss sich auch bewegen", sagte Dressel.

Verdi-Bundeschef Frank Werneke sagte im NDR, auch er halte eine Verständigung in der dritten Tarifrunde grundsätzlich für möglich. Werde es schwierig, würden die Verhandlungen entweder verlängert oder ein vierter Verhandlungstermin vereinbart. Letztlich müssten beide Tarifparteien ihren Mitgliedern ein Verhandlungsergebnis zur Annahme empfehlen können.

Verhandelt wird für 925.000 nicht verbeamtete Beschäftigte der Bundesländer ohne Hessen, das separate Tarifverhandlungen führt. Die Länder übertragen ein Tarifergebnis in der Regel auf 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte sowie auf knapp eine Million pensionierte ehemalige Beschäftigte.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund streben ein Ergebnis nicht schlechter als das zuvor erzielte Verhandlungsergebnis bei Bund und Kommunen mit 5,8 Prozent Lohnplus in zwei Stufen über 27 Monate an. Die ersten beiden Ländertarifrunden waren ergebnislos geblieben.

Es liegt bisher kein Arbeitgeberangebot vor. Eckpunkte der Arbeitgeber für einen Einigungskorridor sehen Lohnerhöhungen eng an der erwarteten Inflation von rund fünf Prozent über 29 Monate vor.

Ohne Reallohnsteigerung fielen die Länder auf dem Arbeitsmarkt nicht nur gegenüber Privatwirtschaft, sondern auch gegenüber Bund und Kommunen zurück, erklärte der Chef des Beamtenbunds, Volker Geyer. Sowohl bei Einkommenssteigerungen als auch bei strukturellen Verbesserungen lägen die Tarifparteien "noch meilenweit auseinander".

Als Knackpunkte in der Ländertarifrunde gelten nicht nur der Mindestbetrag von monatlich 300 Euro, sondern auch eine Reihe von Nebenforderungen der Gewerkschaften. Dazu zählen eine Übernahmeregelung für Auszubildende, die Ost-West-Angleichung bei Arbeitszeit und vermögenswirksamen Leistungen sowie Sonderregelungen, die auf eine gleiche Bezahlung von angestellten und verbeamteten Lehrkräften abzielen. Zudem dringen die Gewerkschaften auf einen ersten Tarifvertrag für studentische Beschäftigte an Universitäten und ähnlichen Forschungseinrichtungen.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Macron lädt zum Papstbesuch alle EU-Staats- und Regierungschefs ein

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat anlässlich des anstehenden Papstbesuch in Frankreich sämtliche Staats- und Regierungschef der EU ins ostfranzösische Metz eingeladen. "Die Einladungen sind verschickt, die Antworten treffen noch ein", hieß es am Dienstag im Präsidialamt in Paris. Konkret sind die EU-Spitzenpolitiker zu einer politischen Rede von Papst Leo XIV. eingeladen, die er am Montag im Robert-Schuman-Kongressezntum in Metz halten wolle.

CSU lehnt Systemänderung bei Krankenkassen ab - Debatte um Merz-Äußerungen

Mit Äußerungen zu möglichen Änderungen bei der Krankenversicherung hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine breite Debatte ausgelöst - und Fragen aufgeworfen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann wies am Dienstag die Interpretation zurück, der Kanzler wolle das gesamte duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung auf den Prüfstand stellen. Merz habe lediglich Erleichterungen bei der Terminvergabe von Ärzten für gesetzlich Versicherte in Aussicht gestellt, sagte Hoffmann. Die Koalition sei sich bereits einig, dass hier etwas getan werden müsse.

Dos Santos: Kanzler hat trotz Frust "die volle Rückendeckung der Unionsfraktion"

Bei der Sitzung der Unionsfraktion nach den jüngsten Wahlniederlagen rechnet Parlamentsgeschäftsführerin Catarina Dos Santos-Wintz am Dienstag mit einer lebhaften Diskussion mit Kanzler Friedrich Merz (CDU). "Natürlich gibt es auch Frust", sagte Dos Santo-Wintz in Berlin. "Natürlich spiegelt die Stimmung in der Fraktion auch die schlechten Wahlergebnisse." Alle Abgeordneten seien sich aber ihrer Verantwortung bewusst. Nach ihrer Wahrnehmung habe Merz "die volle Rückendeckung der Unionsfraktion".

Juso-Chef Türmer: SPD-Vorsitzende derzeit "nicht Teil der Lösung"

Juso-Chef Philipp Türmer hat der aktuellen SPD-Parteispitze vorgeworfen, keine Antworten auf die Krise in der Partei zu haben. "Ich sage nicht, dass die beiden die Probleme sind, aber im Moment sind sie auch nicht Teil der Lösung", sagte Türmer den Sendern RTL und ntv am Dienstag mit Blick auf die Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas. Nötig sei wieder eine Orientierung und Strategie der Partei.

Textgröße ändern: