Pallade Veneta - Europäische Staaten: Nawalny in russischem Straflager mit Froschgift getötet

Europäische Staaten: Nawalny in russischem Straflager mit Froschgift getötet


Europäische Staaten: Nawalny in russischem Straflager mit Froschgift getötet

Zwei Jahre nach dem Tod des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny in einem sibirischen Straflager gibt es nach Angaben von fünf europäischen Staaten Nachweise für eine Vergiftung des 47-Jährigen. Bei Untersuchungen von Gewebeproben von Nawalnys Körper seien eindeutig Giftspuren nachgewiesen worden, erklärten am Samstag Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und die Niederlande. Russland habe erneut seine "hässliche Fratze" gezeigt, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU).

Textgröße ändern:

Für Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und die Niederlande stehe fest, "dass Alexej Nawalny mit einem tödlichen Toxin vergiftet wurde", hieß es in einer am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Bei Untersuchungen von Gewebeproben von Nawalnys Körper seien eindeutig Spuren von Epibatidin festgestellt worden. Epibatidin ist ein Gift, das in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vorkommt. In Russland ist das Gift in der Natur nicht vorhanden.

"Russland behauptete, Nawalny sei eines natürlichen Todes gestorben. Angesichts der Toxizität von Epibatidin und der bekannt gewordenen Symptome war die Ursache seines Todes jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vergiftung", hieß es in der Erklärung weiter. "Nawalny verstarb in Haft, Russland hatte also die Mittel, ein Motiv und die Möglichkeit, ihm das Gift zu verabreichen."

"Wir wissen, dass der russische Staat dieses tödliche Gift gegen Nawalny eingesetzt hat, weil sie seine Opposition fürchteten", teilte das britische Außenministerium in einer separaten Erklärung mit.

Nawalny war der prominenteste Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er starb am 16. Februar 2024 unter unklaren Umständen im sibirischen Straflager in Charp, wo er eine 19-jährige Haftstrafe verbüßte. Nawalnys Anhänger und zahlreiche westliche Politiker machen die russische Führung für den Tod des Oppositionellen verantwortlich.

Es sei davon auszugehen, "dass das ein staatlich begangener Mord an Nawalny gewesen ist", sagte Wadephul dem Sender RTL. Russland habe nochmals seine "hässliche Fratze" gezeigt, betonte er Rande der MSC in München gegenüber Journalisten. "Niemand außer Putins Schergen wird sagen können, wie der 16. Februar 2024 in der russischen Strafkolonie im Einzelnen abgelaufen ist."

"Putin tritt Völkerrecht und Menschlichkeit nicht nur in der Ukraine jeden Tag mit Füßen. Auch seine Verpflichtungen nach dem Chemiewaffenübereinkommen sind ihm völlig egal", sagte Wadephul in München. Die Vergiftung Nawalnys müsse Folgen haben. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) müsse sich mit dem Vorgang befassen.

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte seinerseits, die Vergiftung zeige, dass Putin bereit sei, "bakteriologische Waffen gegen sein eigenes Volk einzusetzen, um an der Macht zu bleiben". Nawalny sei 2024 im Gefängnis "infolge einer Vergiftung mit einem der tödlichsten Nervengifte" gestorben, betonte er.

Nach dem Tod Nawalnys führt dessen Frau Julia Nawalnaja seine Arbeit fort. Am 16. Februar 2024 überschattete die Nachricht vom Tod des Kremlkritikers den ersten Tag der damaligen Münchner Sicherheitskonferenz. Nawalnaja wandte sich dort an die Öffentlichkeit und rief dazu auf, Putin "persönlich für alle Gräueltaten zur Rechenschaft" zu ziehen. Sie erhielt dafür stehende Ovationen.

Bereits 2020 hatte es einen Versuch gegeben, Nawalny zu vergiften. Im August 2020 brach der Oppositionelle während eines innerrussischen Fluges zusammen. Zwei Tage später wurde er im Koma liegend zur Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité gebracht. Nach Angaben von drei europäischen Laboren, deren Ergebnisse von der OPCW bestätigt wurden, wurde Nawalny damals ein chemischer Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe verabreicht.

Die fünf Staaten wiesen in ihrer Erklärung darauf hin, dass sie, gemeinsam mit weiteren europäischen Staaten, den damaligen Vergiftungsversuch verurteilt hatten. "Diese neuesten Erkenntnisse unterstreichen ein weiteres Mal die Notwendigkeit, Russland für seine wiederholten Verstöße gegen das Chemiewaffenübereinkommen und, in diesem Fall, das Übereinkommen über das Verbot biologischer Waffen zur Rechenschaft zu ziehen", hieß es weiter.

Die fünf Staaten hätten Russlands Verstoß gegen das Chemiewaffenübereinkommen bereits bei der OPCW angezeigt. Sie zeigten sich zudem "besorgt, dass Russland nicht seine gesamten chemischen Waffen vernichtet hat".

M.Romero--PV

Empfohlen

250.000 fordern in München Machtwechsel im Iran - Schah-Sohn will Übergang anführen

Eine Viertelmillion Menschen für den Machtwechsel im Iran: In München haben nach Polizeiangaben rund 250.000 Demonstranten an einer Großkundgebung gegen die Führung der Islamischen Republik teilgenommen. Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, äußerte vor den Teilnehmern seinen Willen, den "Übergang" im Iran in eine "demokratische Zukunft" anführen zu wollen. Der in außenpolitischen Fragen einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sicherte dem iranischen Volk die Solidarität der USA zu.

Pahlavi bei Kundgebung in München: Möchte "Übergang" im Iran anführen

Bei einer Großkundgebung in München gegen die Führung in Teheran hat der Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi angekündigt, den "Übergang" im Iran anführen zu wollen. Der in den USA lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs sprach am Samstag in der bayerischen Landeshauptstadt auf einer Kundgebung mit rund 200.000 Menschen. Er wolle den Iran in eine "demokratische Zukunft" führen, sagte Pahlavi.

Merz will Alkoholausschank auf CDU-Parteitag einschränken

CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz will den Alkoholausschank auf dem CDU-Parteitag am kommenden Wochenende einschränken. "Aufgrund einer aktuellen Lagebeurteilung und auf Entscheidung des Parteivorsitzenden hin müssen wir den Zeitplan für den Ausschank alkoholischer Getränke am Freitagabend leider kurzfristig anpassen", zitierte der Berliner "Tagesspiegel" am Samstag aus einem Schreiben der Parteizentrale an die Aussteller während des Parteitages.

Pistorius wirft USA schädigendes Verhalten gegenüber der Nato vor

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz der US-Regierung von Präsident Donald Trump schädigendes Verhalten gegenüber der Nato vorgeworfen. "Die territoriale Integrität und Souveränität eines Nato-Mitgliedstaates in Frage stellen. Europäische Verbündete von Verhandlungen ausschließen, die für die Sicherheit auf dem Kontinent von entscheidender Bedeutung sind. All dies schadet unserem Bündnis und stärkt unsere Gegner", sagte Pistorius am Samstag unter Bezugnahme auf die von Washington geäußerten Ansprüche auf Grönland und auf die Verhandlungstaktik zur Beendigung des Ukraine-Krieges.

Textgröße ändern: