Pallade Veneta - Zweiter Jahrestag von Nawalnys Tod: Mutter fordert "Gerechtigkeit" für ihren "ermordeten" Sohn

Zweiter Jahrestag von Nawalnys Tod: Mutter fordert "Gerechtigkeit" für ihren "ermordeten" Sohn


Zweiter Jahrestag von Nawalnys Tod: Mutter fordert "Gerechtigkeit" für ihren "ermordeten" Sohn
Zweiter Jahrestag von Nawalnys Tod: Mutter fordert "Gerechtigkeit" für ihren "ermordeten" Sohn / Foto: HECTOR RETAMAL - AFP

Die Mutter des verstorbenen russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny hat "Gerechtigkeit" für ihren Sohn gefordert, nachdem eine Analyse mehrerer europäischer Länder ergeben hat, dass Nawalny im Gefängnis vergiftet wurde. "Das bestätigt, was wir von Anfang an wussten", sagte Ljudmila Nawalnaja am Montag - dem zweiten Jahrestag von Nawalnys Tod - vor dem Friedhof in Moskau, auf dem sich sein Grab befindet. "Wir wussten, dass unser Sohn nicht einfach im Gefängnis gestorben ist, er wurde ermordet." Der Kreml wies den europäischen Befund derweil als "unbegründet" zurück.

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"Ich denke, es wird einige Zeit dauern, aber wir werden herausfinden, wer es getan hat", sagte Nawalnaja zu Reportern. "Natürlich wollen wir, dass das in unserem Land geschieht, und wir wollen, dass die Gerechtigkeit siegt", fuhr sie fort. "Ich habe bereits gesagt, dass diejenigen, die diesen Befehl gegeben haben, der ganzen Welt bekannt sind; ich wiederhole es nur", sagte Nawalnys Mutter weiter. "Und wir wollen, dass alle, die daran beteiligt waren, identifiziert werden." Dutzende Menschen, darunter auch ausländische Diplomaten, versammelten sich am Montag am Grab Nawalnys. Einige von ihnen trugen Masken oder Schals vor dem Gesicht, manche Menschen hatten Tränen in den Augen.

Die russischen Behörden haben Nawalnys Organisationen wegen "Extremismus" und "Terrorismus" verboten. Jede öffentliche Unterstützung kann strafrechtlich verfolgt werden. Trotz dieser Risiken sagten mehrere Menschen AFP, dass sie sich entschieden hätten, zum Friedhof zu gehen. "Wir wollen das Andenken an einen Menschen ehren, der aufgrund politischer Repressionen zu Unrecht gestorben ist", sagte die 27-jährige Olga.

Nawalny war jahrelang der größte innenpolitische Gegner von Präsident Wladimir Putin und brachte hunderttausende Menschen gegen die russische Führung auf die Straße. Am 16. Februar 2024 war sein Tod bekanntgegeben worden, Nawalny starb unter unklaren Umständen im Gefängnis. Der russischen Gefängnisbehörde zufolge starb Nawalny, nachdem er spazieren gegangen und erkrankt war.

Nawalny war zu einer 19-jährigen Haftstrafe wegen "Extremismus" inhaftiert. Der Oppositionelle und seine Unterstützer sahen darin eine Bestrafung für seine Oppositionsarbeit. Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und die Niederlande erklärten am Samstag, es sei erwiesen, dass der Kreml-Kritiker in der Haft mit einem seltenen Toxin "vergiftet" wurde. Es handele sich um Epibatidin, das in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vorkommt.

Fachleuten zufolge kann das Gift auch synthetisch hergestellt werden. In der Erklärung der fünf europäischen Staaten wurde keine Angaben dazu gemacht, wie oder von wem das Gift verabreicht worden sein könnte. Das britische Außenministerium erklärte, das Gift komme in Russland nicht natürlich vor. "Nur der russische Staat" habe "die Mittel, ein Motiv und die Möglichkeit" gehabt, das tödliche Gift einzusetzen.

Nawalnys Witwe Julia Nawalnaja sagte am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), es sei nun "wissenschaftlich bewiesen", dass ihr Mann ermordet worden sei. Sie hatte bereits im September gesagt, Laboranalysen von außer Landes geschmuggelten Gewebeproben hätten ergeben, dass ihr Mann vergiftet worden sei.

Der Kreml wies die Befunde der fünf europäischen Länder am Montag zurück. "Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht. Wir sind damit nicht einverstanden. Wir halten sie für voreingenommen und unbegründet", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. "Tatsächlich weisen wir sie entschieden zurück." Nawalny hatte 2020 bereits eine Vergiftung mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok überlebt. Anfang 2021 kehrte er nach Russland zurück und wurde bei seiner Ankunft in Moskau sofort verhaftet.

A.Fallone--PV

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