Pallade Veneta - AfD-Vizechef fordert anderen Umgang der Partei mit Verwandtenaffäre

AfD-Vizechef fordert anderen Umgang der Partei mit Verwandtenaffäre


AfD-Vizechef fordert anderen Umgang der Partei mit Verwandtenaffäre
AfD-Vizechef fordert anderen Umgang der Partei mit Verwandtenaffäre / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Kay Gottschalk hat einen Strategiewechsel seiner Partei im Umgang mit der so genannten Verwandtenaffäre gefordert. "Wir sollten transparenter damit umgehen", sagte Gottschalk am Mittwoch im Deutschlandfunk. Sein Rat an den Bundesvorstand sei: "Man muss proaktiv mit den Dingen umgehen." Nötig sei nun, klare Regeln zur Beschäftigung von Familienangehörigen zu finden - und diese Anstellungen auch gegen Kritik zu verteidigen, wenn die Betroffenen für die Posten fachlich geeignet seien.

Textgröße ändern:

"Ich habe kein Problem mit der Besetzungspraxis, wenn die Menschen wirklich geeignet sind", sagte der Vizeparteichef. Es sei kein generelles Problem, etwa den Vater eines AfD-Politikers bei einem anderen AfD-Politiker anzustellen, "wenn er eine tolle Eignung" habe. Die aktuelle Frage sei aber: "Wie regeln wir das?", sagte Gottschalk.

In der Affäre geht es um die Anstellung von Familienangehörigen bei AfD-Parlamentariern. In den vergangenen Wochen waren in verschiedenen Bundesländern immer mehr solcher Fälle bekannt geworden - Berichten zufolge sind etwa mehrere Familienangehörige von AfD-Landespolitikern aus Sachsen-Anhalt in Bundestagsbüros von AfD-Abgeordneten angestellt.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich forderte die Partei- und Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla derweil auf, hier eine klarere Linie vorzugeben. Im Deutschlandfunk sprach Helferich von "Entwicklungen, die ich als unappetitlich begreife". Er hoffe, "dass der Bundesvorstand, auch die Fraktionsführungen in Sachsen-Anhalt, im Bund und auch in Niedersachsen dafür sorgen, dass man diese Unappetitlichkeiten beendet".

Die bisherige Regelung im Abgeordnetengesetz verbietet es Parlamentariern lediglich, Mitarbeiter gegen Bezahlung zu beschäftigen, mit denen sie selbst "verwandt, verheiratet oder verschwägert sind oder waren". Dasselbe gilt laut Gesetz für Lebenspartner oder früheren Lebenspartner. Die bezahlte Anstellung von Angehörigen bei anderen Abgeordneten der Partei ist laut Gesetz zulässig.

Kritiker werfen der AfD nun vor, durch solche Anstellungen die Regelungen des Abgeordnetengesetzes zu umgehen. Politiker von Union und SPD hatten sich in den vergangenen Tagen offen dafür gezeigt, das Abgeordnetengesetz in dieser Hinsicht zu verschärfen.

Der von der Affäre besonders betroffene Landesverband Sachsen-Anhalt hatte Anfang der Woche beschlossen, eine Transparenzkommission einzusetzen, um für mehr Klarheit in die Beschäftigungsverhältnisse von Familienangehörigen zu sorgen. Vize-Parteichef Gottschalk begrüßte dies: Die Kommission solle "die Dinge ordnen" und bis in zwei Wochen eine Lösung vorschlagen, sagte er im Deutschlandfunk.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

CSU-Chef Söder schließt Aufweichung von Schuldenbremse aus

CSU-Chef Markus Söder hat eine Lockerung der Schuldenbremse in Deutschland ausgeschlossen. Er wolle den Ergebnissen der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission für eine Reform der Schuldenbremse zwar nichts vorwegnehmen, sagte Söder bei der Kundgebung seiner Partei zum politischen Aschermittwoch in Passau. Für die CSU aber gelte: "Wir machen keine Aufweichung der Schuldenbremse - es reicht mit den Schulden in Deutschland."

Umfrage: Elektronische Patientenakte findet wenig Anklang - Forderungen an Politik

Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte (ePa) können die meisten Versicherten nicht viel damit anfangen. Ein Großteil von ihnen - 71 Prozent - nutzt das digitale Angebot bislang nicht: Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hervor. Viele Befragte beklagten demnach fehlende Funktionen, unzureichende Informationen sowie komplizierte Freischaltungsprozesse als Hürden im Umgang mit der ePA.

"Kritische Debatte": Wadephul räumt Differenzen mit Frankreich ein

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat Differenzen im Verhältnis zum wichtigen Partner Frankreich eingeräumt. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sprach sich Wadephul am Mittwoch für eine "kritischen Debatte" mit Frankreich aus, das er als "unseren engsten Partner und wichtigsten Freund in Europa" bezeichnete. "Unsere Partnerschaft ist von existenzieller Bedeutung für unsere beiden Länder" - und die gemeinsamen Interessen überwögen die Differenzen deutlich, fügte der Minister hinzu.

Iran und Russland wollen gemeinsame Militärübung im Golf von Oman abhalten

Kurz nach einer neuen Verhandlungsrunde mit den USA über sein umstrittenes Atomprogramm hat der Iran gemeinsame Militärmanöver mit Russland angekündigt. Die gemeinsame Marineübung werde am Donnerstag im Golf von Oman und im nördlichen Pazifik abgehalten, erklärte der zuständige Armeesprecher Hassan Maghsudloo am Mittwoch laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Ziel sei es, "die maritime Sicherheit zu stärken und die Beziehungen zwischen der Seestreitkräfte beider Länder zu vertiefen". Angaben zur Dauer der Übung machte er nicht.

Textgröße ändern: