Pallade Veneta - Sachverständigenrat kritisiert Einschnitte bei Integrationskursen als Rückschritt

Sachverständigenrat kritisiert Einschnitte bei Integrationskursen als Rückschritt


Sachverständigenrat kritisiert Einschnitte bei Integrationskursen als Rückschritt
Sachverständigenrat kritisiert Einschnitte bei Integrationskursen als Rückschritt / Foto: Tobias Schwarz - AFP/Archiv

Der unabhängige Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) hat die Entscheidung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) scharf kritisiert, den Zugang zu Integrationskursen massiv einzuschränken. "Sie sind eine wichtige Brücke zur sprachlichen, ökonomischen und nicht zuletzt zur sozialen Integration", erklärte der Ratsvorsitzende Winfried Kluth am Freitag in Berlin. Das Gremium sprach in einer Erklärung von einem "integrationspolitischen Rückschritt", der durch die Maßnahme zu befürchten sei.

Textgröße ändern:

"Die jüngsten Daten zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten aus der Ukraine zeigen, dass sich der ihnen bisher gewährte Zugang zu staatlichen Fördermaßnahmen wie Integrationskursen und die Förderung durch die Jobcenter positiv auf ihre Beschäftigung ausgewirkt hat", warnte Kluth davor, diesen künftig den kostenfreien Zugang zu den Kursen zu verweigern. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Arbeitsmarktintegration der neu aus der Ukraine Gekommenen – um bei dieser Gruppe zu bleiben – sich ohne hinreichende Deutschkenntnisse deutlich verzögert."

Damit seien die Betroffenen dann länger auf Sozialleistungen angewiesen. Zugleich gingen der Wirtschaft potenzielle Arbeitskräfte verloren, gab Kluth zu bedenken. Er äußerte Verständnis für Sparzwänge wegen der angespannten Haushaltslage, mahnte jedoch eine Folgenabwägung an. Dies gelte besonders dann, wenn von betroffenen Gruppen zugleich eine bessere Arbeitsmarktintegration gefordert werde. "Langfristig können die kurzfristigen Einsparungen dann zu viel höheren Kosten führen."

Der Entscheidung des Innenministeriums zufolge sollen nur noch Menschen die Integrationskurse kostenfrei besuchen können, die durch die Behörden zur Teilnahme verpflichtet werden. Dies gilt vor allem für anerkannte Asylberechtigte. Ausgeschlossen wären hingegen Asylbewerberinnen und -bewerber, Geflüchtete aus der Ukraine aber beispielsweise auch Migrantinnen und Migranten aus EU-Staaten. Das Ministerium begründet die Einschnitte, die bereits seit November durch das Bundesamt für Integration und Flüchtlinge umgesetzt werden, vor allem mit den Kosten der Integrationskurse.

An diesem Spareffekt gibt es jedoch Zweifel. Das Vorgehen Dobrindts stößt auf scharfe Kritik beim Koalitionspartner SPD, bei Grünen und Linkspartei sowie bei kommunalen Spitzenverbänden.

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

UN-Generaldebatte beginnt: Trump spricht vor Staats- und Regierungschefs

Bei den Vereinten Nationen in New York beginnt am Dienstag die Generaldebatte der Staats- und Regierungschefs (15.00 Uhr MESZ). Als einer der ersten Redner will sich US-Präsident Donald Trump an die Vertreter der insgesamt 193 UN-Mitgliedstaaten richten. Vergangenes Jahr hatte Trump die UNO frontal angegriffen und ihr unter anderem Versagen bei der Friedensstiftung unterstellt.

Selenskyj trifft Trump in New York

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump in New York treffen. Die Begegnung soll am Nachmittag am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung stattfinden. Selenskyj hatte am Sonntag mit Trump telefoniert und anschließend erklärt, es gebe eine "diplomatische Dynamik" in den Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs.

Große US-Sender schränken aus Protest gegen CNN-Hausverbot Trump-Berichterstattung ein

Aus Protest gegen die Hausverbote für den US-Sender CNN und andere Medien im Weißen Haus haben vier große Fernsehsender ihre Berichterstattung über Präsident Donald Trump vorerst eingeschränkt. Die Sender ABC, CBS, Fox News und NBC erklärten am Montag gemeinsam mit CNN, sie würden vorerst nicht mehr über Trump-Auftritte berichten. Das Weiße Haus startete derweil einen eigenen Streamingkanal namens Trump TV.

Macron: Gespräch mit Trump über Lage in Ukraine und im Roten Meer "konstruktiv"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach eigenen Worten ein "konstruktives" Gespräche mit US-Präsident Donald Trump über die Lage in der Ukraine geführt. "Ein weiteres Thema, über das wir sprachen, war die Lage im Roten Meer", sagte Macron am Montag nach dem Treffen mit Trump in New York Journalisten. "Wir hatten eine sehr gute Unterredung. Sie war sehr konstruktiv."

Textgröße ändern: