Pallade Veneta - ZDF-Chefredakteurin zu Affäre: "Wir sind beschädigt, aber auch klüger"

ZDF-Chefredakteurin zu Affäre: "Wir sind beschädigt, aber auch klüger"


ZDF-Chefredakteurin zu Affäre: "Wir sind beschädigt, aber auch klüger"
ZDF-Chefredakteurin zu Affäre: "Wir sind beschädigt, aber auch klüger" / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Das ZDF will nach der Ausstrahlung von nicht gekennzeichnetem KI-generierten Bildmaterial in seiner Nachrichtensendung "heute journal" seine internen Abläufe auf Mängel überprüfen. Bei der Abnahme des Beitrags in der Senderzentrale in Mainz "hätte Alarm schrillen müssen, weil erkennbar Material aus dem Netz verwendet wurde", sagte Chefredakteurin Bettina Schausten der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe). "Die schauen wir uns im Moment sehr genau an. Das kann auch arbeitsrechtlich noch Konsequenzen haben."

Textgröße ändern:

Selbstkritisch bewertete Schausten den Umgang ihres Senders mit der Affäre. In der Kommunikation des ZDF zu dem Fall sei "die Tragweite des Themas spät erkannt" worden, sagte sie. "Wir sind beschädigt, aber auch klüger."

Mit der Angelegenheit soll sich am Mittwoch auch das Plenum des Bundestags befassen. Auf Antrag der AfD-Fraktion debattieren die Abgeordneten am Nachmittag in einer Aktuellen Stunde mit dem Titel "Schwerwiegende Fehler bei der Berichterstattung durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk".

Die ZDF-Chefredakteurin kündigt als Konsequenz an, interne Prüfprozesse zu intensivieren: "Die Sensibilität muss gesteigert werden", sagte Schausten. Sie sehe aber auch eine Chance darin, "dass wir jetzt noch am Beginn des medialen KI-Zeitalters so einen Wirkungstreffer bekommen haben".

In dem beanstandeten Beitrag ging es um Abschieberazzien der US-Einwanderungsbehörde ICE. Für den Beitrag der Korrespondentin für das "heute journal" wurde an einer Stelle KI-generiertes Bildmaterial aus dem Internet verwendet, das Kinder zeigt, die sich an ihre Mutter klammern. Eine weitere Szene war nach ZDF-Angaben zwar real, stammte aber aus einem anderen Kontext und aus dem Jahr 2022. Das ZDF berief als Konsequenz die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung ab.

Schausten verteidigte die Abberufung. "Die Entscheidung ist an der Sache orientiert. Es ist ein Verstoß gegen Regeln, und das fordert auch eine Antwort", sagte sie der "Süddeutschen".

Hinweise auf eine bewusste Täuschung gebe es nicht, "Nicola Albrecht ist eine erfahrene und angesehene Kollegin und ich unterstelle ihr in keiner Weise irgendeine Fälschungs- oder Manipulationsabsicht", sagte die Chefredakteurin. Unter anderem der frühere langjährige Anchorman des "heute journal", Claus Kleber, hatte die Abberufung kritisiert.

U.Paccione--PV

Empfohlen

Großbritannien will Asylsuchende künftig an Kosten für Unterhalt beteiligen

Großbritannien will Asylbewerber künftig an den Kosten für ihren Unterhalt beteiligen. Die Regelung ist Teil einer Einwanderungsreform, die von der Labour-Regierung am Dienstag ins Parlament eingebracht wurde. Sollten Asylsuchende eine Anerkennung bekommen und dann ein ausreichendes Einkommen erzielen, müssten sie den Regierungsplänen zufolge bis zu 10.000 Pfund (etwa 11.600 Euro) für Unterbringung und Unterhalt während ihres Asylverfahrens zurückzahlen.

Oberstes US-Gericht kippt Trump-Plan für eingeschränkte Staatsbürgerschaft

Krachende Niederlage für US-Präsident Donald Trump vor dem Obersten Gerichtshof: Der Supreme Court hat Trumps Anordnung für unrechtmäßig erklärt, wonach in den USA geborene Kinder nicht mehr automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten sollen. Es ist der zweite schwere Misserfolg für den Präsidenten, seit das Oberste Gericht im Februar die meisten seiner Zölle für unrechtmäßig erklärt hatte.

Tausende fordern in Südafrika bei Protesten Ausweisung illegaler Migranten

Tausende Südafrikaner sind landesweit bei fremdenfeindlichen Demonstrationen auf die Straße gegangen, um die Ausweisung von illegalen Migranten zu verlangen. Sie folgten damit der Aufforderung eines Bündnisses aus kleineren Parteien und Bürgerinitiativen, das Ausländern ohne gültigen Papieren eine inoffizielle Frist bis zum 30. Juni für die Ausreise gesetzt hatte. Die Regierung hatte massive Sicherheitsmaßnahmen angeordnet.

Dobrindt skeptisch zu AfD-Verbotsverfahren - Verfassungsschutz behält Partei im Visier

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat seine Skepsis zu einem AfD-Verbotsverfahren bekräftigt. Sein Einschätzung habe sich in der Frage "nicht verändert", sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Er forderte weiter, sich mit der Partei politisch auseinanderzusetzen. "Man muss die Bereitschaft haben, die AfD wegregieren zu wollen." Aus Sicht der Grünen unterstreicht der am Dienstag vorgestellte Verfassungsschutzbericht aber die Notwendigkeit der Debatte über ein AfD-Verbotsverfahren.

Textgröße ändern: