Pallade Veneta - Wohlfahrtsverbände warnen vor Einschnitten im sozialen Bereich

Wohlfahrtsverbände warnen vor Einschnitten im sozialen Bereich


Wohlfahrtsverbände warnen vor Einschnitten im sozialen Bereich
Wohlfahrtsverbände warnen vor Einschnitten im sozialen Bereich / Foto: Adam BERRY - AFP/Archiv

Angesichts der angespannten Lage der öffentlichen Kassen haben die Wohlfahrtsverbände vor Folgen im sozialen Bereich gewarnt. Die Verbände veröffentlichten am Mittwoch die Ergebnisse einer Umfrage unter Einrichtungen und Diensten der Freien Wohlfahrtspflege: Sie verdeutlichten, dass der anhaltende Ressourcenmangel nicht nur konkrete Hilfsangebote, sondern auch Möglichkeiten des freiwilligen Engagements bedroht.

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So gaben mehr als 80 Prozent der Einrichtungen und Dienste an, dass sie künftig Einschränkungen oder die Einstellung von sozialen Angeboten erwarteten.Dabei gaben 28 Prozent an, dass Angebote und Leistungen aus Geldmangel ganz wegfallen könnten.

Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben demnach an, dass sie in den vergangenen beiden Jahren auf Grund von Kostensteigerungen und/oder Kürzungen Angebote eingeschränkten oder ganz einstellen mussten. Der Anteil der Einrichtungen und Dienste mit vollständig eingestellten Angeboten stieg im Vergleich zu einer Umfrage Mitte 2024 von 14,7 Prozent auf 20 Prozent. Mehr als 60 Prozent der Einrichtungen geben an, dass das soziale Angebot in ihrer Region nicht (zehn Prozent) oder nur teilweise (51 Prozent) ausreichend ist.

"Wenn soziale Angebote wegfallen, verlieren nicht nur die Menschen in schwierigen Lebenssituationen wichtige Unterstützung - wir verlieren auch Orte, an denen Solidarität, Vertrauen und Mitwirkung wachsen", erklärte der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), Achim Meyer auf der Heyde.

"Ein Sozialstaat kann nur dann moderner werden, wenn seine soziale Infrastruktur stabil bleibt und nicht Schritt für Schritt erodiert", mahnte er mit Blick auf die aktuelle politische Debatte über eine Sozialstaatsreform.

Nadja Saborowski, Vize-Bereichsleiterin Jugend und Wohlfahrtspflege beim Deutschen Roten Kreuz, warnte vor Einschnitten. "Ob Kita, Pflegeeinrichtung, Jugendhilfeeinrichtung oder Krankenhaus – solche Angebote sind oft unersetzbar", erklärte sie. "Ihr eigentlicher Wert wird häufig erst dann sichtbar, wenn es sie nicht mehr gibt."

Erstellt wurde die Umfrage vom AWO Bundesverband, dem Caritasverband, Paritätischen Gesamtverband, dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie Deutschland und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

A.Saggese--PV

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