Pallade Veneta - Berufungsprozess gegen Pegida-Gründer: Urteil gegen Bachmann abgemildert

Berufungsprozess gegen Pegida-Gründer: Urteil gegen Bachmann abgemildert


Berufungsprozess gegen Pegida-Gründer: Urteil gegen Bachmann abgemildert
Berufungsprozess gegen Pegida-Gründer: Urteil gegen Bachmann abgemildert / Foto: - - AFP/Archiv

Ein Berufungsprozess unter anderem wegen Beihilfe zur Volksverhetzung gegen den Gründer des rechtsextremistischen Pegida-Bündnisses, Lutz Bachmann, ist mit einem milderen Urteil zu Ende gegangen. Das Landgericht Dresden sprach Bachmann am Montag der Beihilfe zur Volksverhetzung sowie der Beihilfe zum Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte.

Textgröße ändern:

Unter Einbeziehung von Vorstrafen wurde Bachmann demnach wegen verschiedener Tatvorwürfe zu Freiheitsstrafen von neun Monaten und in einem weiteren Fall zu vier Monaten verurteilt, die beide zur Bewährung ausgesetzt wurden. Damit fiel das Strafmaß um insgesamt vier Monate geringer aus als ursprünglich.

Unter anderem ging es um ein von Bachmann 2021 in sozialen Medien gepostetes Foto, das zur einen Hälfte einen SS-Offizier und zur anderen einen Polizisten zeigte und auf dem ein Totenkopf, verbotene SS-Runen und der Kommentar "Ich führe nur Befehle aus" zu sehen waren. In weiteren Fällen ging es um Äußerungen von Bachmann zu Flüchtlingen und zu Mitarbeitern einer Asylunterkunft, die er als "Mittäter bei jeder Vergewaltigung, bei jedem Mord, Überfall, Raub, Messerangriff" bezeichnete.

Vor dem Landgericht beschränkte sich Bachmann den Angaben zufolge am Montag nun auf die Rechtsfolge, was einem Geständnis gleichkommt. Ursprünglich wollte er einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft nahm ihre Berufung, mit der sie eine höhere Verurteilung anstrebte, zurück. Angesichts des Schuldeingeständnisses und des lange zurückliegenden Tatzeitraums reduzierte das Landgericht das Strafmaß.

Die Pegida-Bewegung wurde im Oktober 2014 von Bachmann gegründet, der heute in Spanien lebt. Deren Anhänger gingen regelmäßig montags in Dresden auf die Straße, um Stimmung gegen Muslime, Flüchtlinge, Politiker und Medien zu machen. Den größten Zulauf hatte Pegida in den Anfangsjahren. 2021 stufte der sächsische Verfassungsschutz Pegida als erwiesene rechtsextremistische Bestrebung ein. Im Herbst 2024 verkündete Bachmann das Ende der Pegida-Demonstrationen.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig gewinnt Direktmandat in Schwerin

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat bei der Landtagswahl am Sonntag das Direktmandat in ihrem Wahlkreis verteidigt. Im Wahlkreis Schwerin I kam die 52-Jährige nach Angaben der Wahlleitung aus der Nacht zum Montag auf 54,4 Prozent der Erststimmen und setzte sich damit gegen den AfD-Ministerpräsidentenkandidaten Leif-Erik Holm durch. Dieser erreichte 28,2 Prozent der Erststimmen.

AfD gewinnt Wahl in Mecklenburg-Vorpommern vor SPD - CDU verpasst Landtagseinzug

Die AfD hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gewonnen. Die Partei von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm erreichte am Sonntag 38,2 Prozent der Stimmen, wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag mitteilte. Die Sozialdemokraten verbuchten 35,5 Prozent für sich.

Schwesig kann trotz AfD-Sieg weiterregieren - CDU scheitert an Fünfprozenthürde

Trotz ihrer Niederlage gegen die AfD kann Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig voraussichtlich mit ihrer SPD die nächste Landesregierung bilden. Da bei der Landtagswahl im Nordosten erstmals in ihrer Geschichte die CDU voraussichtlich aus einem Landesparlament fliegt, verfügt Schwesig zusammen mit Linkspartei und Grünen über eine Mehrheit. Die AfD reklamierte als Wahlsieger den Regierungsauftrag für sich - allerdings fehlen ihr die Koalitionspartner.

Merz hält an Reformkurs fest - trotz Wahlfiasko für die CDU

Kurs halten - trotz beispielloser Wahlschlappe: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die geplanten Reformen umsetzen, obwohl seine Partei in Mecklenburg-Vorpommern nach Hochrechnungen sogar erstmals aus einem Landtag flog und sich in Berlin der Linkspartei geschlagen geben musste. "Die Reformen müssen kommen", sagte der Kanzler am Sonntagabend in Berlin, der dabei Spekulationen über einen Rücktritt als Kanzler oder Parteivorsitzender eine Absage erteilte. Auch der Koalitionspartner SPD bekräftigte das Festhalten am Reformkurs, meldete jedoch Nachbesserungsbedarf an.

Textgröße ändern: