Pallade Veneta - Nach Ernennung von Chamenei-Sohn: Iran und Israel setzen Angriffe fort

Nach Ernennung von Chamenei-Sohn: Iran und Israel setzen Angriffe fort


Nach Ernennung von Chamenei-Sohn: Iran und Israel setzen Angriffe fort
Nach Ernennung von Chamenei-Sohn: Iran und Israel setzen Angriffe fort / Foto: Atta KENARE - AFP

Nach der Ernennung des neuen iranischen Anführers Modschtaba Chamenei hat der Iran Israel erneut mit Raketen beschossen. Die israelische Armee griff unterdessen nach eigenen Angaben Einrichtungen zur Herstellung und zum Abschuss ballistischer Raketen im Iran an, in Teheran waren Explosionen zu hören. Im Zentrum der iranischen Hauptstadt versammelten sich am Montag tausende Menschen, um dem 56-jährigen Chamenei die Treue zu schwören.

Textgröße ändern:

In Zentralisrael wurde nach Angaben von Rettungskräften bei iranischen Raketenangriffen am Morgen ein Mann getötet und ein weiterer schwer verletzt. Die israelische Armee griff unterdessen nach eigenen Angaben mehrere Ziele im Zentrum des Iran an, darunter eine Raketenproduktionsstätte und Abschussstandorte für ballistische Langstreckenraketen. Zudem seien das Hauptquartier der "Inneren Sicherheit" in Isfahan, eine Polizeistelle und andere Einrichtungen getroffen worden, die von den Revolutionsgarden und der paramilitärischen Bassidsch-Miliz genutzt wurden, erklärte die Armee.

Israel nahm erneut auch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon ins Visier. Live-Bilder von AFPTV zeigtenRauch über dem Süden Beiruts. Die israelische Armee hatte die Einwohner der Gebiete zuvor zur Evakuierung aufgefordert, viele Menschen waren dem Aufruf gefolgt. Ein Armeesprecher hatte Angriffe insbesondere auf die mit der Hisbollah verbundene Finanzinstitution Al-Kard Al-Hassan angekündigt.

Der Iran attackierte unterdessen erneut auch mehrere Golfstaaten. In Bahrain traf ein iranisches Geschoss den Raffineriekomplex Al Ma'ameer. Der Raffinerie-Betreiber, der staatliche Energiekonzern Bapco, machte daraufhin höhere Gewalt geltend - und ließ somit erkennen, dass er seine vereinbarten Lieferverpflichtungen wohl nicht in vollem Umfang wird erfüllen können. Auf der bahrainischen Insel Sitra wurden bei einem iranischen Angriff nach Behördenangaben mindestens 32 Menschen verletzt, vier davon schwer.

Auch in Saudi-Arabien wurde laut Verteidigungsministerium erneut ein iranischer Drohnanengriff auf ein Erdölfeld im Osten des Landes abgewehrt. Das Außenministerium in Riad verurteilte die Attacken des Iran als "verwerflich". Die USA ordneten die Abreise ihres nicht unbedingt benötigten Botschaftspersonals aus Saudi-Arabien an.

Russlands Präsident Wladimir Putin sicherte dem neu ernannten iranischen Anführer Chamenei derweil in einem Schreiben die "unerschütterliche Unterstützung" Moskaus zu. Dessen Amtszeit werde "zweifellos großen Mut und Hingabe erfordern", fügte er an. Das chinesische Außenministerium forderte die Achtung der "Souveränität" des Iran nach der aus Pekings Sicht verfassungsgemäßen Ernennung Chameneis.

Mehrere mit der iranischen Führung verbündete irakische Milizen äußerten sich euphorisch über Modschtaba Chameneis Ernennung. Die Badr-Miliz etwa bezeichnete den Schritt als Zeichen der "gesegneten Fortsetzung des Pfads der islamischen Revolution".

Modschtaba Chamenei war am Sonntag zum neuen obersten Anführer des Iran ernannt worden. Sein Vater Ayatollah Ali Chamenei war am ersten Tag des Iran-Kriegs Ende Februar bei Luftangriffen der USA und Israels auf Teheran getötet worden. Auch andere Mitglieder der iranischen Führung wurden dabei getötet. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Israel und die mit den USA verbündeten Länder der Golfregion.

Der Iran wies Europa am Montag eine Mitverantwortung für den Krieg zu. Die Staaten auf dem Kontinent hätten "leider dazu beigetragen", die Voraussetzungen dafür zu schaffen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran. Insbesondere im UN-Sicherheitsrat hätten die Europäer ihre Nähe zu den USA bewiesen und sowohl Israel als auch die Regierung in Washington in ihren Absichten "bestärkt".

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Schwesig kann trotz AfD-Sieg weiterregieren - CDU scheitert an Fünfprozenthürde

Trotz ihrer Niederlage gegen die AfD kann Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig voraussichtlich mit ihrer SPD die nächste Landesregierung bilden. Da bei der Landtagswahl im Nordosten erstmals in ihrer Geschichte die CDU voraussichtlich aus einem Landesparlament fliegt, verfügt Schwesig zusammen mit Linkspartei und Grünen über eine Mehrheit. Die AfD reklamierte als Wahlsieger den Regierungsauftrag für sich - allerdings fehlen ihr die Koalitionspartner.

Merz hält an Reformkurs fest - trotz Wahlfiasko für die CDU

Kurs halten - trotz beispielloser Wahlschlappe: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die geplanten Reformen umsetzen, obwohl seine Partei in Mecklenburg-Vorpommern nach Hochrechnungen sogar erstmals aus einem Landtag flog und sich in Berlin der Linkspartei geschlagen geben musste. "Die Reformen müssen kommen", sagte der Kanzler am Sonntagabend in Berlin, der dabei Spekulationen über einen Rücktritt als Kanzler oder Parteivorsitzender eine Absage erteilte. Auch der Koalitionspartner SPD bekräftigte das Festhalten am Reformkurs, meldete jedoch Nachbesserungsbedarf an.

ARD-Hochrechnung sieht CDU in Mecklenburg-Vorpommern unter Fünfprozenthürde

Die CDU ist bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern laut den jüngsten Hochrechnungen unter die Fünfprozenthürde gefallen. Die Berechnungen für ARD und ZDF sahen die Christdemokraten am Sonntagabend nur noch bei 4,9 Prozent. Es wäre das erste Mal, dass die CDU in einem Bundesland an der Fünfprozenthürde scheitert und den Einzug in ein Landesparlament verpasst.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus verteidigt Direktmandat in Ludwigslust

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat bei der Landtagswahl am Sonntag das Direktmandat in seinem Wahlkreis verteidigt. Im Wahlkreis Ludwigslust-Parchim I kam Backhaus laut Wahlleitung auf 43,9 Prozent der Erststimmen. Dahinter folgte AfD-Kandidatin Nicole Ehlers mit 39,4 Prozent der Erststimmen.

Textgröße ändern: