Pallade Veneta - Explosion vor Synagoge im belgischen Lüttich - Ermittlungen wegen Terrorverdachts

Explosion vor Synagoge im belgischen Lüttich - Ermittlungen wegen Terrorverdachts


Explosion vor Synagoge im belgischen Lüttich - Ermittlungen wegen Terrorverdachts
Explosion vor Synagoge im belgischen Lüttich - Ermittlungen wegen Terrorverdachts / Foto: JOHN THYS - AFP

Nach einer Explosion vor einer Synagoge in der belgischen Stadt Lüttich in der Nacht zum Montag ermitteln die Behörden wegen Terrorverdachts. Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben "Hinweisen auf eine terroristische Straftat" nach. Verletzt wurde demnach niemand, es entstand Sachschaden. Der belgische Innenminister Bernard Quintin sprach im Onlinedienst X von einer "antisemitischen Tat, die sich direkt gegen die jüdische Gemeinschaft in Belgien richtet".

Textgröße ändern:

Regierungschef Bart De Wever verurteilte jeglichen Antisemitismus und sprach der jüdischen Gemeinschaft seine Solidarität aus. "Antisemitismus ist ein Angriff auf unsere Werte und auf unsere Gesellschaft. Er muss ohne jede Zweideutigkeit bekämpft werden", erklärte er auf X. Die Staatsanwaltschaft selbst wollte keine Angaben zu einem möglichen Motiv machen und verwies auf die laufenden Ermittlungen.

Nach Angaben der Lütticher Polizei ereignete sich die Detonation gegen 04.00 Uhr morgens. Mehrere Fensterscheiben gegenüberliegender Gebäude seien zersprungen. "Es gab einen Sprengsatz, der dort abgelegt oder geworfen wurde – ich weiß es nicht", sagte der Rabbiner Joshua Nejman der Nachrichtenagentur AFP. "Dadurch sind die Scheiben zerborsten, die Tür wurde herausgesprengt. Es ist eine Holztür, da hat es nur sehr wenig gebraucht."

Der Bereich um die Synagoge wurde abgesperrt. Innenminister Quintin kündigte verstärkte Sicherheitsvorkehrungen "an vergleichbaren Orten" in Belgien an. "Worte allein reichen nicht mehr aus", mahnte der Dachverband jüdischer Organisationen in Belgien und forderte "konkrete Taten" für einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen.

Auch der Lütticher Bürgermeister Willy Demeyer verurteilte die Explosion scharf. Diese sei "gezielt" vor der Synagoge ausgelöst worden, sagte er dem Radiosender RTBF. "Wir wollen in der Stadt keine importierten Konflikte, die eigentlich anderswo stattfinden", fügte er mit Blick auf den Iran-Krieg hinzu.

Lüttich liegt gut 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die dortige Synagoge wurde 1899 errichtet und beherbergt auch ein Museum zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt. In ganz Belgien leben etwa 45.000 Jüdinnen und Juden.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Blockade von EU-Krediten: Grüne fordern Konsequenzen für Orban

Als Reaktion auf die Blockade des EU-Kredits an die Ukraine hat Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann finanzielle Konsequenzen für Ungarn gefordert. "Die EU könnte beispielsweise auch Gelder für Ungarn, statt an den Staat, in zuverlässige zivilgesellschaftliche Strukturen geben", sagte Haßelmann am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die ungarische Blockade sei "skandalös und eine weitere Eskalationsstufe".

Rund 100 Festnahmen in Abu Dhabi wegen Verbreitens von Falsch-Informationen zum Iran-Krieg

Die Polizei in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat nach eigenen Angaben mehr als hundert Menschen festgenommen, weil sie Videoaufnahmen gemacht und "irreführende Informationen" über den Iran-Krieg in sozialen Netzwerken verbreitet haben sollen. Die 109 Festgenommenen hätten verschiedene Nationalitäten, hieß es in einer Erklärung der Polizei von Abu Dhabi am Freitag im Onlinedienst X. Sie hätten "Orte und Vorfälle gefilmt und falsche Informationen über Social-Media-Plattformen verbreitet".

Urteil: Keine Aufenthaltserlaubnis bei Vorlage gefälschter Sprachzertifikate

Bei Vorlage von gefälschten Sprachzertifikaten können Ausländer einem Gerichtsurteil zufolge ausgewiesen werden. Das Verwaltungsgericht Sigmaringen wies die Klage eines nordmazedonischen Staatsangehörigen gegen die nicht erteilte Verlängerung seines Aufenthaltstitels ab, wie ein Gerichtssprecher am Freitag in der baden-württembergischen Stadt mitteilte. Er muss das Bundesgebiet nun für ein Jahr verlassen.

Machtwort der Linken-Bundesspitze zu Streit um Israel: "Wir ziehen klare Grenze"

Die Linken-Bundesvorsitzenden Ines Schwerdtner und Jan van Aken haben in der parteiinternen Debatte um das Verhältnis zu Israel ein Machtwort gesprochen. "Wir werden es nicht zulassen, wenn der Begriff 'Zionist' als Schimpfwort oder gar Feindmarkierung gegen Genossinnen und Genossen benutzt wird", erklärten Schwerdtner und van Aken am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Positionierungen der Linken auf Landes- und auf Bundesebene müssten stets das Selbstbestimmungsrecht beider Seiten im Nahost-Konflikt - Israels und der Palästinenser - anerkennen.

Textgröße ändern: