Pallade Veneta - Vier Wochen vor der Wahl in Ungarn: Großdemonstrationen beider Lager

Vier Wochen vor der Wahl in Ungarn: Großdemonstrationen beider Lager


Vier Wochen vor der Wahl in Ungarn: Großdemonstrationen beider Lager
Vier Wochen vor der Wahl in Ungarn: Großdemonstrationen beider Lager / Foto: Ferenc ISZA - AFP

Vier Wochen vor der Parlamentswahl in Ungarn haben sowohl das Regierungslager als auch die Opposition Großdemonstrationen abgehalten. In Budapest versammelten sich am Sonntag zunächst zehntausende Anhänger des rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Am Nachmittag dann strömten zehntausende Menschen zu einer Kundgebung von Oppositionsführer Peter Magyar, dessen Partei seit Monaten in Umfragen führt. Der Wahlkampf ist von einem Streit um angebliche ausländische Einmischung übertönt.

Textgröße ändern:

Er werde bei einer Bestätigung im Amt "Ungarn als Insel der Sicherheit und Ruhe in einer so chaotischen Welt bewahren", kündigte Orban an. Zudem forderte er die Ukraine auf, ihre "Angriffe" auf Ungarn zu beenden. Der Regierungschef wirft Kiew vor, eine wichtige Pipeline zu blockieren, die russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn transportiert.

"Wir werden keine ukrainische Kolonie sein", stand auf einem Banner, das in der ersten Reihe der Pro-Orban-Demonstration unter dem Motto "Friedensmarsch" hochgehalten wurde. "Überall in der Welt gibt es Unruhen, und hier, in unserem kleinen Land, wollen wir den Frieden bewahren, Ruhe und Sicherheit. Und Viktor Orban garantiert uns das", sagte die 60-jährige Sandorne Pista, die aus dem südungarischen Pécs nach Budapest angereist war.

Orban strebt bei dem Urnengang am 12. April eine fünfte Amtszeit an. Der 62-Jährige versuchte wiederholt, seinen Hauptkonkurrenten Magyar als "Marionette" der EU und des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyjs darzustellen. Zudem warf er seinem Konkurrenten vor, er wolle Ungarn in den Krieg mit Russland hineinziehen.

Die Anschuldigungen gegen Magyar und seine Partei seien "nur leere Worte", sagte Noemi Kiss, die an der der Kundgebung der Opposition teilnahm. "Sie versuchen, von den skandalösen Zuständen im öffentlichen Leben abzulenken", fügte die 28-jährige Kommunikationsmanagerin mit Blick auf das Regierungslager hinzu. Angeführt wurde der Demonstrationszug von Reitern in Husarenuniformen, der in den Umfragen führende Magyar sollte am Abend sprechen.

Der Oppositionschef wirf Orban vor, sich mit Hilfe Moskaus und des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Macht halten zu wollen. Zudem beschuldigt er die Regierung Orban, Milliarden Euro veruntreut zu haben und zivile Freiheiten zu beschneiden.

Am 12. April wählen die Menschen in Ungarn ein neues Parlament. Der seit 2010 regierende rechtsnationalistische Ministerpräsident Orban steht massiv unter Druck, da seine Fidesz-Partei in Umfragen seit Monaten hinter der Partei von Magyar liegt. Zuletzt rückte Orban verbale Angriffe auf den ukrainischen Präsidenten Selenskyj in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs.

Die Beziehungen zwischen Budapest und Kiew sind seit langem angespannt. Zuletzt verschärften sich die Spannungen, nachdem die Druschba-Pipeline nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden war. Ungarn und die Slowakei, die russisches Öl durch die Pipeline erhalten, beschuldigen Kiew, Reparaturen an der Leitung zu verzögern.

Mit Verweis auf die fehlenden Druschba-Öllieferungen blockiert Orban derzeit sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland. In der vergangenen Woche verschärfte sich der Ton zwischen Orban und Selenskyj weiter, als Ungarn vorübergehend ukrainische Bankmitarbeiter festgenommen hatte, die Bargeld aus Österreich in die Ukraine transportierten.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Serbiens Präsident Vucic kündigt vor Anhängern Rücktritt "in ein paar Wochen" an

Bei einer Parteiveranstaltung in Belgrad hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic bekräftigt, in naher Zukunft sein Amt niederlegen zu wollen. "In ein paar Wochen werde ich zurücktreten", sagte Vucic am Samstag in Belgrad. In Serbien gibt es seit mehr als anderthalb Jahren Proteste gegen die Regierung und die im Land herrschende Korruption. Eine der Forderungen der Demonstranten sind vorgezogene Neuwahlen.

Nach Rahmenabkommen mit Libanon: Neue Gefechte zwischen Israel und Hisbollah

Nach der Einigung zwischen Israel und dem Libanon auf ein Rahmenabkommen über eine Friedenslösung sind die Gefechte zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah weitergegangen. Israels Streitkräfte flogen am Wochenende wieder Angriffe im Südlibanon. Ein israelischer Soldat wurde nach Armee-Angaben bei Kämpfen mit der Hisbollah getötet. Die pro-iranische Miliz lehnt das am Freitag unterzeichnete Rahmenabkommen, das ihre Entwaffnung vorsieht, vehement ab.

Neue Angriffe Irans und der USA schüren Furcht vor Kollaps der Friedensbemühungen

Neue Angriffe der USA und des Iran haben die Furcht vor einem Kollaps der Friedensbemühungen für die Golfregion geschürt. Das US-Militär erklärte, es habe in der Nacht zum Sonntag zum zweiten Mal binnen zwei Tagen Ziele im Iran angegriffen. Anschließend wurden die Golfstaaten Kuwait und Bahrain attackiert, die iranischen Revolutionsgarden reklamierten die Angriffe für sich. Derweil wurden aus dem Libanon neue israelische Luftangriffe gemeldet.

Hitzebedingt weniger Teilnehmer - Veranstalter aber sehr zufrieden mit Münchener CSD

Maßgeblich wegen der Hitze haben in diesem Jahr weniger Menschen an der CSD-Demonstration in München teilgenommen. Der Veranstalter zeigte sich am Sonntag dennoch sehr zufrieden. Auch nach Angaben der Polizei verlief alles "friedlich und ohne besondere Störungen". Der Sanitätsidienst der Johanniter betreute 32 Menschen - "Da ging es meist um Hitzefälle", erklärte der CSD-Veranstalter.

Textgröße ändern: