Pallade Veneta - Pariser Bürgermeisterwahl offener denn je: Ex-Kulturministerin Dati hofft auf Sieg

Pariser Bürgermeisterwahl offener denn je: Ex-Kulturministerin Dati hofft auf Sieg


Pariser Bürgermeisterwahl offener denn je: Ex-Kulturministerin Dati hofft auf Sieg
Pariser Bürgermeisterwahl offener denn je: Ex-Kulturministerin Dati hofft auf Sieg / Foto: JOEL SAGET - AFP/Archiv

Die Frage, wer die scheidende Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo beerbt, ist offener denn je: Die konservative Ex-Kulturministerin Rachida Dati rechnet sich nach dem Rückzug des Mitte-Rechts-Kandidaten neue Chancen aus. Der sozialistische Kandidat Emmanuel Grégoire, der in der ersten Runde mit 38 Prozent vorne lag, warf dem zurückgetretenen Pierre-Yves Bournazel am Montag "Verrat" an den Wählern vor.

Textgröße ändern:

Dati, der im September ein Korruptionsprozess bevorsteht, war in der ersten Runde auf 25 Prozent gekommen, Bournazel auf elf Prozent. "Die beiden Ergebnisse zusammengerechnet kommen nicht an das Ergebnis der linksgrünen Liste heran", betonte Grégoire im Sender France Inter. Rein rechnerisch kommen Dati und Bournazel gemeinsam auf 36 Prozent - doch in der zweiten Runde können sich die Wähler auch ganz anders entscheiden.

Es ist auch noch unklar, ob die rechtsextreme Kandidatin Sarah Knafo an ihrer Kandidatur festhält. Die Frist, um sich für die zweite Runde anzumelden, läuft am Dienstag um 18.00 Uhr ab. Die Lebensgefährtin des rechtsextremen Parteigründers Eric Zemmour hatte knapp die Zehn-Prozent-Hürde überschritten und sich damit für die zweite Runde qualifiziert.

Ein Teil ihrer Wählerinnen und Wähler könnte sich im Fall ihres Rückzugs ebenfalls für Dati entscheiden. Selbst wenn sie an ihrer Kandidatur festhält, könnte Dati vermutlich auf einen Teil ihrer Stimmen zählen - von all jenen, die nach 25 Jahren mit sozialistischen Bürgermeisterin in Paris unbedingt einen Machtwechsel wollen.

Grégoire hatte seinerseits ein Wahlbündnis mit der linkspopulistischen Kandidatin Sophia Chikirou ausgeschlossen. Die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) war zuletzt wegen ihrer zunehmend radikalen Haltung in die Kritik geraten. Viele Sozialisten distanzierten sich öffentlich von der Partei - doch nach der ersten Runde der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag zeichneten sich in mehreren Gemeinden gemeinsame Listen für die zweite Runde ab.

Amtsinhaberin Hidalgo, die Paris zur Fahrradstadt gemacht hat, wollte nach zwölf Jahren im Amt nicht erneut antreten. Der 48 Jahre alte Grégoire will ihre Politik fortsetzen und den Akzent auf Paris als Stadt der Kultur legen. Er wird auch von den Grünen unterstützt.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

EU-Gipfel: Orban verärgert Teilnehmer mit Kreditblockade

Die EU-Gipfelteilnehmer haben Ungarns Widerstand gegen einen Ukraine-Kredit nicht überwinden können. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nannte die Haltung des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban am Donnerstag in Brüssel einen "groben Verstoß gegen die Loyalität der Mitgliedstaaten", die der Handlungsfähigkeit und dem Ansehen der EU schadeten. Mit Blick auf den Iran-Krieg riefen die Vertreter der 27 Mitgliedsstaaten die Kriegsparteien dazu auf, auf Angriffe gegen zivile Infrastruktur zu verzichten.

Iran-Krieg: EU mahnt angesichts möglicher Migrationsbewegungen zu "Wachsamkeit"

Angesichts möglicher Migrationsbewegungen infolge des Iran-Kriegs haben die Staats- und Regierungschefs der EU zu "Wachsamkeit" gemahnt. Die EU sei bereit, "ihre diplomatischen, rechtlichen, operativen und finanziellen Instrumente in vollem Umfang zu mobilisieren, um unkontrollierte Migrationsbewegungen in die EU zu verhindern", heißt es in der am Donnerstagabend veröffentlichten Gipfelerklärung. Die Sicherheit und die Kontrolle der Außengrenzen der Europäischen Union würden "weiter verstärkt".

Italien: Lega-Nord-Gründer Umberto Bossi gestorben

Der italienische Rechtspopulist und Gründer der einflussreichen Regionalpartei Lega Nord, Umberto Bossi, ist tot. Wie mehrere Medien am Donnerstag berichteten, verstarb der 84-Jährige im norditalienischen Varese auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Der für seine provokante Rhetorik bekannte Bossi war vor allem in den 90er und 2000er Jahren einer der prägenden Politiker Italiens.

EU-Gipfelteilnehmer fordern Stopp von Angriffen auf Energieanlagen

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs haben die EU-Gipfelteilnehmer einen vorläufigen Stopp von Angriffen auf zivile Infrastruktur gefordert. Mit Blick auf die UN-Charta und das humanitäre Völkerrecht fordert der Europäische Rat "ein Moratorium für Angriffe auf Energie- und Wasserversorgungsanlagen", wie es in der am Donnerstag veröffentlichten Gipfelerklärung heißt. Die Gipfelteilnehmer begrüßten zudem die Ankündigungen von Mitgliedsstaaten, die Straße von Hormus abzusichern, "sobald die Voraussetzungen dafür erfüllt sind".

Textgröße ändern: