Pallade Veneta - Klingbeil lässt Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne prüfen

Klingbeil lässt Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne prüfen


Klingbeil lässt Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne prüfen
Klingbeil lässt Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne prüfen / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) lässt die Einführung einer Übergewinnsteuer auf Krisenprofite von Mineralölkonzernen prüfen. Ziel einer Einführung wäre es, mit den Erlösen "rasche Entlastungen zu finanzieren", hieß es am Donnerstag aus dem Bundesfinanzministerium. Dazu könnte eine Erhöhung der Pendlerpauschale gehören. Profitieren sollten diejenigen, "die am stärksten von hohen Kraftstoffpreisen betroffen sind".

Textgröße ändern:

Übergewinnsteuer und Erhöhung der Pendlerpauschale würden neben anderen möglichen Entlastungsmaßnahmen für kleine und mittlere Einkommen geprüft, hieß es aus dem Finanzministerium weiter. Dort wurde darauf verwiesen, dass eine Übergewinnsteuer schon nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 als gemeinsames EU-rechtliches Instrument vorübergehend eingeführt wurde. Auch jetzt sei es Sache der EU-Kommission, dafür einen Vorschlag für eine EU-rechtliche Regelung vorzulegen.

Schon jetzt spürten viele Menschen deutlich die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs, hieß es aus dem Ministerium weiter. Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise träfen insbesondere Pendlerinnen und Pendler, Familien und kleine Betriebe hart.

Die Übergewinnsteuer war 2022 auf EU-Ebene als "befristete Solidaritätsabgabe" eingeführt worden. Erdöl-, Gas-, Kohle- und Raffineriekonzerne mussten sie für außergewöhnliche Gewinne wegen der hohen Energiepreise zahlen. Im Detail wurden Gewinne, die mehr als 20 Prozent über dem Durchschnittswert der Jahre von 2019 bis 2021 lagen, mit 33 Prozent Abgaben belegt.

Durch die Übergewinnsteuer für Energiekonzerne hatte Deutschland 2022 fast zwei Milliarden Euro eingenommen. Im darauffolgenden Jahr waren es nochmals rund 465 Millionen Euro.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Ohne Anhörung in Psychiatrie eingewiesen: Richterin in Niedersachsen freigesprochen

Nach der Einweisung mehrerer Menschen in die geschlossene Psychiatrie ohne vorherige Anhörung ist eine ehemalige Betreuungsrichterin in Niedersachsen vom Vorwurf der Rechtsbeugung freigesprochen worden. Das Landgericht Stade stellte zwar Verfahrensmängel in der Vorgehensweise der 57-Jährigen fest, aber keinen Vorsatz zur Rechtsbeugung, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mitteilte. Das Urteil fiel am Mittwoch.

Spritpreispaket der Bundesregierung im Eilverfahren - Rufe nach mehr Entlastungen

Der Bundestag bereitet den Beschluss des Spritpreispakets der Bundesregierung im Eilverfahren vor, doch die Rufe nach weiteren Entlastungen für Verbraucher halten an. Am Donnerstag stellte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ihre Gesetzesentwürfe vor, anschließend sollen sich die Ausschüsse damit befassen, um die Maßnahmen in der kommenden Woche zu besiegeln. Sie sollen vor allem das Bundeskartellamt in seinem Vorgehen gegen mögliche Marktverzerrungen durch die Mineralölkonzerne stärken.

Grüne laden CDU in Baden-Württemberg zu Sondierungsgesprächen ein

Nach ihrem knappen Wahlsieg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen von Spitzenkandidat Cem Özdemir die CDU zu Sondierungsgesprächen über die Bildung einer Landesregierung eingeladen. Ziel des Gesprächs sei es, Koalitionsverhandlungen vorzubereiten, um eine neue Landesregierung zu bilden, erklärten die Grünen am Donnerstag in Stuttgart. Zeit und Ort der Gespräche solle die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel bestimmen.

Bericht: Dänemark schickte nach Trump-Drohung Elitetruppen nach Grönland

Aus Furcht vor einer möglichen US-Invasion hat Dänemark laut einem Medienbericht im Januar ein Armeeregiment und Elitetruppen nach Grönland entsandt. Ein auf den 13. Januar datierter militärischer Einsatzbefehl habe Anweisungen zur Verteidigung der Arktisinsel enthalten, berichtete der dänische Sender DR am Donnerstag. Dies sei eine Reaktion auf den US-Militäreinsatz in Venezuela Anfang Januar gewesen, bei dem der damalige Präsident Nicolás Maduro von US-Soldaten gefangen genommen worden war.

Textgröße ändern: