Pallade Veneta - Iranische Medien berichten von US-israelischen Angrifen auf Atomanlage Natans

Iranische Medien berichten von US-israelischen Angrifen auf Atomanlage Natans


Iranische Medien berichten von US-israelischen Angrifen auf Atomanlage Natans
Iranische Medien berichten von US-israelischen Angrifen auf Atomanlage Natans / Foto: - - 2026 Planet Labs PBC/AFP

Die USA und Israel haben iranischen Staatsmedien zufolge die wichtige Atomanlage Natans im Zentrum des Landes angegriffen. Die Anlage sei am Samstagmorgen Ziel US-israelischer Luftangriffe gewesen, erklärte die iranische Atomenergiebehörde laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Die USA und Israel machten unterdessen widersprüchliche Angaben zum weiteren Vorgehen im Iran-Krieg: Während US-Präsident Donald Trump erklärte, er erwäge eine Reduzierung der Angriffe, kündigte Israels Verteidigungsminister Israel Katz deren "erhebliche" Verstärkung an.

Textgröße ändern:

Die iranische Atomenergiebehörde teilte laut Tasnim auch mit, dass nach den Angriffen in Natans "kein Austritt radioaktiven Materials gemeldet" worden sei. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA kündigte an, die iranischen Berichte zu den Angriffen in Natans zu prüfen. IAEA-Chef Rafael Grossi rief laut einer Mitteilung im Onlinedienst X erneut zu "militärischer Zurückhaltung" auf, "um jegliches Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden".

Die schwer gesicherte Atomfabrik Natans ist die bekannteste iranische Atomanlage. Sie besteht aus oberirdischen und unterirdischen Einrichtungen zur Urananreicherung. US-Präsident Donald Trump hat die Vernichtung des iranischen Atomprogramms als eines der Ziele des seit drei Wochen andauernden Krieges genannt.

Der israelische Verteidigungsminister Katz kündigte am Samstag an, die USA und Israel würden ihre Angriffe auf den Iran in den kommenden Tagen deutlich verstärken. Ab Sonntag werde die Intensität der Angriffe auf das "iranische Terrorregime" und seine Infrastruktur "erheblich zunehmen", sagte Katz laut seinem Ministerium bei einer Lagebesprechung. "Wir werden nicht aufhören, bis alle Kriegsziele erreicht sind", betonte er.

Trump hatte noch am Freitag erklärt, er erwäge, die Angriffe auf den Iran zurückzufahren. "Wir sind kurz davor, unsere Ziele zu erreichen", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, "der Präsident und das Pentagon rechneten damit, dass die Erfüllung dieser Mission etwa vier bis sechs Wochen dauern würde". Die US-Streitkräfte leisteten "hervorragende Arbeit", die Führung in Teheran werde Tag für Tag geschwächt.

Angesichts der infolge des Kriegs stark gestiegenen Energiepreise entschied die US-Regierung am Freitag, die Lieferung und den Verkauf iranischen Öls in eingeschränkter Form vorübergehend zu erlauben. Die Erlaubnis gilt nach Angaben des US-Finanzministeriums bis zum 19. April für iranisches Öl, das vor dem 20. März auf Schiffe verladen wurde.

Seit dem Kriegsbeginn ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, faktisch gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

In der vergangenen Woche hatten die USA bereits die Sanktionen gegen Russland gelockert. Der Verkauf von russischem Rohöl und russischer Erdölprodukte, die vor dem 12. März auf Schiffe verladen wurden, ist demnach bis zum 11. April erlaubt. Die Ukraine und westliche Partner kritisierten den Schritt.

Der Iran warnte seinerseits am Samstag die Vereinigten Arabischen Emirate davor, Angriffe von ihrem Territorium aus auf zwei strategisch wichtige Inseln nahe der Straße von Hormus zuzulassen. Sollte es vom emiratischen Staatsgebiet aus "zu weiteren Aggressionen gegen die iranischen Inseln Abu Musa und Große Tunb im Persischen Golf kommen", würden die iranischen Streitkräfte das Emirat Ras al-Chaimah "mit schweren Angriffen überziehen", erklärte das zentrale Einsatzkommando der iranischen Armee, Chatam al-Anbija.

Die Inseln Abu Musa und Große Tunb liegen im Persischen Golf westlich der Straße von Hormus. Der Iran kontrolliert die beiden Golfinseln seit 1971, sie werden aber seit Jahrzehnten auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht.

Der russische Präsident Wladimir Putin, ein wichtiger Verbündeter Teherans, wünschte dem iranischen Volk in einer Grußbotschaft zum persischen Neujahrsfest Nowruz "Kraft zur Überwindung dieser schweren Prüfungen". Er erklärte, dass Moskau in dieser schwierigen Zeit ein "treuer Freund und verlässlicher Partner" bleibe.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Wahlfiasko für Merz: Wähler strafen CDU ab - Kanzler hält an Reformen fest

Historisches Wahlfiasko für die CDU, harter Denkzettel für die Bundes-SPD: Die Wähler in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung am Sonntag in beispielloser Weise abgestraft. Im Nordosten fuhr die CDU das schlechteste Ergebnis der Parteigeschichte bei einer Landeswahl ein. In Berlin verlor sie klar gegen die Linke. Merz kündigte trotz des Wahldebakels ein Festhalten am Reformkurs der Bundesregierung an: "Die Reformen müssen kommen."

Historischer Sieg der Linken in Berlin - Eralp will Regierung bilden

In Berlin hat die Linkspartei erstmals die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewonnen und strebt nun die Bildung einer Landesregierung zusammen mit Grünen und SPD an. "In unserer Stadt hat die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass gewonnen", sagte Spitzenkandidatin Elif Eralp am Sonntag auf der Wahlparty ihrer Partei. Die bisher regierende CDU landete auf dem zweiten Platz, Spitzenkandidat Stefan Evers zeigte sich "demütig".

Nach Drohnenattacken am Wahltag: Russland kündigt verstärkte Angriffe auf Kiew an

Nach massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Moskau am letzten Tag der russischen Parlamentswahl hat Russland verstärkte Angriffe auf Kiew angekündigt. In Reaktion auf "die Attacken des Kiewer Regimes auf zivile Ziele in Russland" werde die russische Armee ihre "hochpräzisen Angriffe auf militärische Ziele in Kiew fortsetzen und intensivieren", erklärte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag. Das Ministerium warf der ukrainischen Regierung vor zu versuchen, "den demokratischen Ausdruck des Willens der russischen Bürger zu stören".

AfD in Mecklenburg-Vorpommern knapp vor SPD - CDU muss um Einzug zittern

Enges Rennen um den Schweriner Landtag: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die AfD von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm laut Hochrechnungen knapp vor der regierenden SPD ins Ziel gegangen. Den Hochrechnungen für ARD und ZDF zufolge kam die AfD auf 37,3 bis 37,9 Prozent, gefolgt von der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 35,5 bis 36,0 Prozent. Holm sieht den Regierungsauftrag bei seiner Partei, Schwesig sprach von einer "Aufholjagd". Die CDU kratzte an der Fünfprozenthürde.

Textgröße ändern: