Pallade Veneta - Mehr als 90 Verletzte bei Raketenangriffen nahe israelischer Atomanlage

Mehr als 90 Verletzte bei Raketenangriffen nahe israelischer Atomanlage


Mehr als 90 Verletzte bei Raketenangriffen nahe israelischer Atomanlage
Mehr als 90 Verletzte bei Raketenangriffen nahe israelischer Atomanlage / Foto: Jorge NOVOMINSKY - AFP

Bei Raketenangriffen aus dem Iran sind in der Nähe der Atomanlage Dimona im Süden Israels am Samstag mehr als 90 Menschen verletzt worden. Die israelische Armee teilte mit, in der Stadt Dimona habe es einen "direkten Raketeneinschlag in ein Gebäude" gegeben. Der Rettungsdienst versorgte nach eigenen Angaben 33 Verletzte in Dimona und 59 Verletzte in der nahegelegenen Stadt Arad. Der Iran hatte Israel nach eigenen Angaben als Vergeltung für einen Angriff auf die Atomanlage Natans angegriffen.

Textgröße ändern:

Wie der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte, behandelten seine Sanitäter in Dimona unter anderem einen zehn Jahre alten Jungen mit schweren und eine Frau mit mittelschweren Verletzungen. 31 Menschen wurden demnach durch Splitter oder auf dem Weg in die Schutzräume leicht verletzt. 14 weitere Menschen wurden zudem wegen eines Schocks versorgt.

Auf Bildern von AFPTV waren ein großer Krater und ein Trümmerhaufen zu sehen. Die Fenster und Fassaden umliegender Gebäude waren stark beschädigt. Der Rettungsdienst veröffentlichte ein Video, das ein brennendes Wohnhaus in der Stadt zeigt. Die Polizei veröffentlichte Bilder von Ermittlern in einem Gebäude, in dessen Wand ein großes Loch klafft.

Am Abend meldete die israelische Armee einen weiteren "direkten Treffer" in der Stadt Arad, die nördlich von Dimona liegt. Aufnahmen israelischer Medien zeigten stark beschädigte Gebäude. "Sowohl in Dimona als auch in Arad wurden Abfangraketen gestartet, die ihre Ziele verfehlten, was zu zwei direkten Treffern durch ballistische Raketen mit Sprengköpfen von mehreren hundert Kilogramm führte", erklärte die Feuerwehr. Drei Gebäude seien erheblich beschädigt worden, in einem Gebäude sei auch ein Brand ausgebrochen.

Der Rettungsdienst erklärte, in Arad seien 59 Menschen versorgt und mit dutzenden Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht worden. Sechs Menschen erlitten demnach schwere und 13 Menschen mittelschwere Verletzungen. Bei 40 Menschen wurden leichte Verletzungen festgestellt.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, Israel sei nach dem "sehr schwierigen Abend" entschlossen, seine "Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen".

Die Atomanlage Dimona liegt außerhalb der gleichnamigen Stadt in der Negev-Wüste. Nach offizieller Darstellung handelt es sich um ein Kernforschungszentrum. Weithin wird aber angenommen, dass die Anlage auch der Herstellung von Atomwaffen dient. Israel hat den Besitz von Atomwaffen nie offiziell bestätigt, aber auch nie dementiert.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) rief nach den Angriffen zu "maximaler militärischer Zurückhaltung" auf. Sie erklärte im Onlinedienst X, sie habe Kenntnis von einem Raketeneinschlag in der israelischen Stadt Dimona, aber "keine Hinweise auf Schäden am Kernforschungszentrum Negev". Erhöhte Strahlungswerte wurden in der Region demnach nicht festgestellt.

Der Iran hatte zuvor US-israelische Angriffe auf die iranische Atomanlage Natans gemeldet. Das iranische Staatsfernsehen meldete, der Angriff auf Dimona sei eine "Reaktion" auf den Angriff auf Natans.

Israel flog nach eigenen Angaben am Samstag auch einen Angriff auf eine Einrichtung einer Teheraner Universität, die demnach Bauteile für Atomwaffen entwickelte. Die Malek-Aschtar-Universität unterstehe dem iranischen Verteidigungsministerium und unterliege wegen ihrer Beteiligung am iranischen Atom- und Raketenprogramm internationalen Sanktionen, erklärte die israelische Armee.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Mileis Kabinettschef tritt wegen Korruptionsvorwürfen zurück

In Argentinien ist Kabinettschef Manuel Adorni wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Der enge Vertraute von Präsident Javier Milei veröffentlichte am Samstag im Onlinedienst X ein Rücktrittsschreiben an Milei, nachdem er zwei Wochen zuvor eingeräumt hatte, in seinen Vermögenserklärungen 500.000 Dollar verschwiegen zu haben.

US-Streitkräfte: "Mehrere Ziele" im Iran angegriffen

Die USA haben in der Nacht zum Sonntag erneut Ziele im Iran angegriffen. Wie das zuständige US-Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X mitteilte, richteten sich die Attacken gegen "mehrere Ziele" im Land, getroffen worden seien "iranische militärische Überwachungseinrichtungen, Kommunikationssysteme, Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Mittel zur Minenverlegung". Die Angriffe erfolgten demnach als Reaktion auf einen erneuten iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff nahe der Straße von Hormus.

Trotz Hitze: Zehntausende feiern Versammlungsfreiheit bei Pride Parade in Budapest

Bunt, fröhlich und stolz: In Budapest haben zehntausende Menschen der Hitze getrotzt und an der diesjährigen Pride Parade teilgenommen - der ersten seit der Abwahl des rechtsnationalistischen Regierungschefs Viktor Orban. Viele der Teilnehmenden, darunter vor allem junge Menschen, schwenkten am Samstag kleine Fähnchen oder große Regenbogenbanner.

Hisbollah lehnt zwischen Israel und Libanon geschlossene Vereinbarung vehement ab

Das zwischen Israel und dem Libanon erzielte Rahmenabkommen über einen Weg zum dauerhaften Frieden ist von der Hisbollah vehement zurückgewiesen worden. Hisbollah–Chef Naim Kassem bezeichnete die Vereinbarung am Samstag als "schweren Fehler". In der Nacht zuvor hatten Anhänger der pro-iranischen Miliz in Beirut gegen das Rahmenabkommen protestiert, das unter anderem die Entwaffnung der Hisbollah vorsieht. Israels Armee flog am Samstag einen erneuten Angriff im Südlibanon.

Textgröße ändern: