Pallade Veneta - Russisches Kulturzentrum in Prag mit Molotow-Cocktails attackiert

Russisches Kulturzentrum in Prag mit Molotow-Cocktails attackiert


Russisches Kulturzentrum in Prag mit Molotow-Cocktails attackiert
Russisches Kulturzentrum in Prag mit Molotow-Cocktails attackiert / Foto: Michal Cizek - AFP

Ein Brandanschlag auf das russische Kulturzentrum in Prag hat neue diplomatische Verstimmungen zwischen Tschechien und Russland ausgelöst. Wie die tschechische Polizei am Freitag im Onlinedienst X mitteilte, wurden am Vorabend mehrere Molotow-Cocktails auf das sogenannte Russische Haus geschleudert. Das russische Außenministerium bestellte den tschechischen Botschafter ein. Die russische Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa verurteilte den "barbarischen Akt" und forderte eine rasche Untersuchung. Der tschechische Innenminister Lubomir Metnar verurteilte den Anschlag.

Textgröße ändern:

Der Leiter des Kulturzentrums, Igor Girenko, sprach in einer vom russischen Außenministerium verbreiteten Videobotschaft von einem "Terroranschlag" auf das Russische Haus. Nach seinen Angaben trafen drei Brandsätze die Fassade des Gebäudes. Drei weitere seien ins Innere geworfen worden, seien jedoch nicht explodiert. Verletzt wurde demnach niemand. An der Fassade des Russischen Hauses war schwarzer Ruß zu sehen, ein Fenster war zerbrochen.

Ein Vertreter der staatlichen russischen Kulturorganisation Rossotrudnitschestwo bezeichnete die Tat als "terroristischen Angriff auf russisches Eigentum".

Der tschechische Innenminister Metnar betonte, Angriffe auf jegliche Gebäude seien inakzeptabel, "unabhängig davon, wer deren Eigentümer ist".

Das Russische Haus war 1971 eröffnet worden, als die damalige Tschechoslowakei Teil des sowjetisch kontrollierten Ostblocks war. Es dient laut Selbstbeschreibung der Förderung russischer Kultur, Sprache und Geschichte. Die Regierung in Prag erkennt die Einrichtung seit Jahren nicht mehr als diplomatische Vertretung an und wirft ihr vor, russische Propaganda zu verbreiten.

Die Beziehungen zwischen Prag und Moskau sind seit Jahren angespannt. Tschechische Geheimdienste machen Russland seit 2021 für Explosionen in einem Munitionslager im osttschechischen Vrbetice im Jahr 2014 verantwortlich, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen. Die Vorwürfe führten zu massenhaften gegenseitigen Ausweisungen von Diplomaten.

Russland hatte Tschechien infolge der Affäre bereits 2021 als "unfreundlichen Staat" eingestuft - mehrere Monate vor dem Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022. Damals wie heute amtierte in Tschechien eine rechtsgerichtete Regierung unter Führung des Populisten Andrej Babis.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Iran und USA greifen einander trotz Waffenruhe erneut an

Nach US-Angriffen auf Ziele im Iran hat Teheran Gegenschläge gegen US-Einrichtungen in der Golfregion gemeldet. Das iranische Staatsfernsehen berichtete in der Nacht zum Samstag, die Revolutionsgarden hätten als Reaktion auf die US-Angriffe US-Einrichtungen in der Golfregion angegriffen. Das US-Militär hatte zuvor laut dem zuständigen Regionalkommando Centcom Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen an der Küste ins Visier genommen. US-Vizepräsident JD Vance warnte vor weiterer "Gewalt".

Hunderttausende Menschen zu CSD-Demonstration in München erwartet

In München werden am Samstag (12.00 Uhr) hunderttausende Menschen zur diesjährigen CSD-Demonstration erwartet. Die Demonstration für die Rechte sexueller Minderheiten zieht von der Erhardtstraße an der Isar zur Ludwigstraße zwischen Odeonsplatz und Siegestor. Flankiert wird sie bis Sonntag von Partys und anderen Veranstaltungen, etwa einem Straßenfest.

Burkina Faso bricht Beziehungen zu Frankreich ab - Paris beklagt "feindseligen" Schritt

Nach Jahren angespannter Beziehungen hat Burkina Faso die diplomatischen Beziehungen zur früheren Kolonialmacht Frankreich abgebrochen. Die Entscheidung trete noch am Freitag in Kraft, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung der Militärjunta. Darin warf die Junta Frankreich "unablässigen Aktivismus" gegen die Interessen Burkina Fasos und "neokoloniale Ambitionen" vor, die sich in der "aktiven Unterstützung für subversive Netzwerke und die Terroristen" zeigten, "die unser Land und die Sahelzone in Trauer stürzen".

Hisbollah-Anhänger protestieren in Beirut gegen Libanon-Israel-Abkommen

Anhänger der Hisbollah haben in Beirut gegen das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon protestiert. Unterstützer der vom Iran unterstützten Miliz seien am späten Freitagabend auf Motorrädern durch Straßen der libanesischen Hauptstadt gefahren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Der Protest richtete sich demnach gegen das in Washington verkündete Abkommen.

Textgröße ändern: