Pallade Veneta - US-Bündnisparter reagieren irritiert auf Trumps Aussagen zur Nato

US-Bündnisparter reagieren irritiert auf Trumps Aussagen zur Nato


US-Bündnisparter reagieren irritiert auf Trumps Aussagen zur Nato
US-Bündnisparter reagieren irritiert auf Trumps Aussagen zur Nato / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die Bündnispartner der USA haben irritiert auf die neuerliche Kritik an der Nato durch US-Präsident Donald Trump reagiert. "Wir sind stärker als je zuvor", sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Freitag und fügte hinzu: "Wir sollten all das nicht infrage stellen, sondern auf unseren Erfolgen aufbauen." Der französische Präsident Emmanuel Macron warf Trump ein "Aushöhlen" der Militärallianz vor.

Textgröße ändern:

Wadephul zeigte sich beunruhigt über Trumps Aussagen zu einem möglichen Austritt der USA aus der Nato. "Natürlich besorgen mich solche Aussagen", sagte er. "Die Nato ist für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland genau wie für die Sicherheit aller Bündnispartner von enormer Wichtigkeit."

Am Mittwoch hatte die britische Zeitung "Telegraph" ein Interview mit Trump veröffentlicht, in dem der US-Präsident die Nato als "Papiertiger" bezeichnete. Trump und sein Außenminister Marco Rubio kündigten zudem an, die Nato-Mitgliedschaft der USA nach Beendigung des Iran-Kriegs zu überdenken.

Macron argumentierte während eines Besuchs in Südkorea am Donnerstag, der Wert der Nato basiere auf dem Vertrauen der Mitgliedstaaten. "Wenn man jeden Tag Zweifel an seinem Engagement nährt, dann höhlt man die Substanz aus", betonte er. Wer ein Bündnis eingehe, müsse seinen Verpflichtungen gerecht werden, sagte Macron. "Man kann nicht jeden Tag das Gegenteil dessen sagen, was man am Vortag gesagt hat", mahnte er. Es wäre sinnvoller, weniger zu reden und sich stattdessen für einen gerechten Frieden einzusetzen.

Trumps und Rubios Aussagen hatten erneut Zweifel an der Bündnistreue der US-Regierung genährt. Ein europäischer Nato-Diplomat sagte der Nachrichtenagentur AFP, es werde "jeden Tag ernster". Der ehemalige US-Botschafter bei der Nato, Ivo Daalder, sprach von der "schwersten Krise, mit der die Nato je konfrontiert wurde".

Wadephul zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass ein Nato-Austritt der USA abzuwenden sei. "Ich denke, dass unser klares Bekenntnis und unser entschiedenes Eintreten für das Bündnis die USA davon überzeugen werden, diese Erfolgsstory gemeinsam weiterzuschreiben", sagte er den Funke-Zeitungen. Es sei nicht im Interesse der USA, diese aus Gemeinsamkeit wachsende Stärke aufzugeben. Zudem wäre ein Austritt nicht nur die Entscheidung des US-Präsidenten, sagte Wadephul. "Er bräuchte dafür die Zustimmung mindestens im Senat."

Paull Wyatt vom britischen Verteidigungsministerium bezeichnete Europa als "die Ostflanke der USA". Es sei für die USA und Europa "grundlegend, dass wir weiter in euro-atlantischen Kategorien denken", sagte er bei einer Veranstaltung in Paris. Die Nato stehe "eindeutig" auch für die Sicherheit der Vereinigten Staaten.

Wadephul stellte erneut einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung der Seehandelswege in der Golfregion und im Nahen Osten in Aussicht. "Natürlich sind wir prinzipiell bereit, uns an einer Absicherung der Seewege zu beteiligen", sagte er. Die Bundesregierung hat allerdings wiederholt klar gemacht, dass dazu erst die Kampfhandlungen um den Iran beendet sein müssten.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und die Niederlande hatten sich Mitte März bereit erklärt, mit "geeigneten Maßnahmen" eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu gewährleisten. Später schlossen sich zahlreiche weitere Staaten an, darunter die seit Wochen vom Iran attackierten Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain.

Macron erteilte einem Militäreinsatz zur Befreiung der vom Iran blockierten Straße von Hormus erneut eine Absage. Ein solches Vorhaben sei "unrealistisch" und würde "unendlich lange dauern", sagte der französische Präsident. Eine Öffnung der Meerenge könne "nur im Einvernehmen mit dem Iran geschehen".

Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases durch die Straße von Hormus transportiert. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge aber weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Blockade durch die iranische Seite hat zu einem dramatischen Anstieg der Erdölpreise geführt.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Massive russische Luftangriffe auf Ukraine am hellichten Tage - Selenskyj kritisiert "Eskalation" an Ostern

Russland hat die Ukraine am Freitag am helllichten Tage mit massiven Luftangriffen überzogen und dabei mindestens sechs Menschen getötet. Moskau habe die Ukraine mit "fast 500 Drohnen und Marschflugkörper angegriffen", schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am Freitag im Onlinedienst X. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj prangerte eine "Eskalation" durch Russland zu Ostern an. In verschiedenen Regionen der Ukraine wurden den Behörden zufolge mindestens sechs Menschen getötet und weitere verletzt.

31 Betreuer für Schulkinder in Paris wegen sexueller Übergriffe suspendiert

In Paris sind seit Beginn des Jahres 31 Mitarbeiter der städtischen Nachmittagsbetreuung für Schulkinder wegen des Verdachts sexueller Übergriffe suspendiert worden. Insgesamt seien 78 Betreuer aus verschiedenen Gründen vorläufig freigestellt worden, teilte der neue sozialistische Bürgermeister Emmanuel Grégoire am Freitag mit. Der Kampf gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder in städtischen Einrichtungen sei eine "absolute Priorität" seiner Amtszeit, erklärte Grégoire.

Containerschiff eines französischen Eigners durchquert Straße von Hormus

Ein Containerschiff des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM hat als wohl erster Frachter eines europäischen Eigners seit Beginn des Iran-Kriegs die Straße von Hormus passiert. Das unter der Flagge Maltas fahrende Schiff sandte anstelle seines Fahrtzieles die Botschaft "französischer Eigentümer" aus, wie aus den am Freitag ausgewerteten Daten der Website MarineTraffic hervorgeht.

SPD kritisiert Union wegen weiterer Forderungen zu Verbrenner-Aus

Aus der SPD kommt Kritik an der Union wegen weiterer Änderungswünsche zum sogenannten Verbrenner-Aus. "Es schadet dem Wirtschaftsstandort, dass die CDU, immerhin Kanzlerpartei, mit immer neuen Forderungen um die Ecke kommt", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, dem Nachrichtenportal web.de. "Was wir brauchen, ist Planungssicherheit und volle Konzentration auf die Antriebswende." IG-Metall-Chefin Christiane Benner fordert jedoch ebenfalls mehr Flexibität für die Autoindustrie.

Textgröße ändern: