Pallade Veneta - Neue Spannungen: Iran macht Öffnung der Straße von Hormus nach nur einem Tag rückgängig

Neue Spannungen: Iran macht Öffnung der Straße von Hormus nach nur einem Tag rückgängig


Neue Spannungen: Iran macht Öffnung der Straße von Hormus nach nur einem Tag rückgängig
Neue Spannungen: Iran macht Öffnung der Straße von Hormus nach nur einem Tag rückgängig / Foto: Giuseppe CACACE - AFP/Archiv

Der Iran hat die Öffnung der Straße von Hormus nach nur einem Tag wieder rückgängig gemacht und den Konflikt mit den USA damit erneut verschärft. Die iranische Armeeführung begründete den Schritt am Samstag mit der anhaltenden Blockade iranischer Häfen durch die USA. US-Präsident Donald Trump warnte, Teheran könne die USA "nicht erpressen". Derweil laufen die Bemühungen für eine Friedenslösung im Iran-Krieg weiter auf Hochtouren.

Textgröße ändern:

Teheran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon die Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe verkündet. Die Märkte reagierten zunächst erleichtert, der Ölpreis sackte ab. Auch Trump begrüßte die Öffnung der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge - er hielt aber an der US-Blockade iranischer Häfen fest.

Der Iran vollzog deswegen am Samstagvormittag eine Kehrtwende. Das zentrale Militärkommando der Islamischen Republik erklärte, die "Kontrolle über die Straße von Hormus" habe wieder "ihren vorherigen Status erreicht". Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman stehe erneut "unter strenger Führung und Kontrolle der Streitkräfte", solange die USA nicht die freie Schifffahrt zum Iran ermöglichten.

Die iranischen Revolutionsgarden schossen am Samstag auf mindestens einen Öltanker in der Region. Wie die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mitteilte, berichtete der Kapitän eines Tankers von einem Angriff durch zwei Patrouillenboote der Revolutionsgarden rund 37 Kilometer nordöstlich von Oman. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit.

Nach Angaben der Sicherheitsfirma Vanguard Tech bedrohten die Revolutionsgarden zudem das ohne Passagiere fahrende TUI-Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 4". Die Revolutionsgarden hätten laut dem Kapitän erklärt: "Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören." Nahe des Schiffes habe es einen Einschlag gegeben, Schäden seien aber nicht gemeldet worden.

Bei einem dritten Vorfall meldete ein Containerschiff nach Angaben der UKMTO, durch ein "unbekanntes Projektil" getroffen worden zu sein.

Eine Sprecherin des Kreuzfahrtunternehmens TUI Cruises wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP nicht zu dem "Mein Schiff 4"-Vorfall äußern. Das Unternehmen erklärte aber, die "Mein Schiff 4" und die "Mein Schiff 5" hätten die Straße von Hormus "erfolgreich passiert".

Laut dem Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler war es während der kurzen Öffnung der Straße von Hormus mindestens acht Erdöl- und Erdgastankern gelungen, die Meerenge zu passieren. Andere Schiffe mussten Trackingdaten zufolge wieder umkehren. Durch die Meerenge verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen.

Trump sagte am Samstag bei einer Veranstaltung im Weißen Haus über die erneute Blockade der Straße von Hormus: "Sie können uns nicht erpressen." Seine Regierung nehme gegenüber Teheran eine "harte Haltung" ein. Der US-Präsident zeigte sich dennoch erneut optimistisch über die derzeitigen Friedensbemühungen: Es gebe "sehr gute Gespräche".

Die Friedensbemühungen unter Vermittlung von Pakistan, Ägypten und der Türkei finden unter massivem Zeitdruck statt: Die am 7. April zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe läuft nach jetzigem Stand am kommenden Mittwoch aus.

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran erklärte am Samstag, "neue Vorschläge" von den USA erhalten zu haben. Diese würden derzeit geprüft. Zugleich schlug der Sicherheitsrat harte Töne an: Die iranische Verhandlungsdelegation werde "nicht den geringsten Kompromiss" eingehen, zurückweichen oder Nachsicht zeigen.

Drohend äußerte sich auch der neue oberste iranische Führer Modschtaba Chamenei: Die "tapfere iranische Marine" sei bereit, ihren Feinden "neue Niederlagen" zuzufügen, erklärte Chamenei in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft im Onlinedienst Telegram. Der iranische Vize-Außenminister Said Chatibsadeh sagte derweil bei einem Besuch in der Türkei, es gebe noch kein Datum für eine neue Verhandlungsrunde.

Am vergangenen Wochenende war eine erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Knackpunkte der Verhandlungen sind offenbar unter anderem die Straße von Hormus und Teherans Vorräte an angereichertem Uran.

Trump hatte zuletzt mehrfach erklärt, die Iraner würden ihre Uranvorräte den USA übergeben. Der Iran dementierte dies jedoch. "Irans angereichertes Uran wird nirgendwohin transferiert", sagte der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei am Freitag.

Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals "Axios" verhandeln Washington und Teheran über einen Plan, wonach Washington 20 Milliarden Dollar (fast 17 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Geldern freigibt, wenn der Iran im Gegenzug auf sein angereichertes Uran verzichtet.

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Abgeordnetenhauswahl Berlin: Wahlbeteiligung bis zum Mittag höher als 2023

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin haben bis zum Sonntagmittag mehr Menschen ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben als um die gleiche Uhrzeit bei der Wahl 2023. Bis 12.00 Uhr wählten 27,9 Prozent der Wahlberechtigten, wie der Landeswahlleiter in der Bundeshauptstadt mitteilte. 2023 lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt demnach bei 23,4 Prozent.

Abgeordnetenhauswahl Berlin: Spitzenkandidaten geben Stimmen ab

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin haben die ersten Spitzenkandidaten ihre Stimme abgegeben. Werner Graf von den Grünen und Steffen Krach von der SPD wählten am Sonntagmorgen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers besuchte am Mittag sein Wahllokal in Friedrichshain. Die Linken-Kandidatin Elif Eralp wollte nicht öffentlich wählen.

Trump will "KI Force" ins Leben rufen und greift KI-Kritiker erneut scharf an

In der Debatte um Künstliche Intelligenz (KI) hat US-Präsident Donald Trump die Schaffung einer neuen Regierungsinstanz für KI angekündigt, zugleich aber Forderungen nach einem Abbremsen der rasanten Entwicklung der Technologie erneut eine Abfuhr erteilt. Er werde eine "KI Force" einrichten und "sehr bald" die Nominierung eines "KI-Zaren" verkünden, erklärte Trump am Samstag in seinem Online-Dienst Truth Social. Seine Regierung werde aber "das Wachstum dieser unglaublichen Industrie nicht in irgendeiner Weise behindern oder drosseln".

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsidentin Schwesig hat gewählt

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD-Spitzenkandidatin, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, ihre Stimme abgegeben. Sie wählte am Sonntag in Schwerin in Begleitung ihres Ehemanns Stefan. Am Vormittag war bereits Schwesigs Herausforderer von der AfD, Leif-Erik Holm, in der Landeshauptstadt an die Urne gegangen. Zwischen SPD und AfD sehen die Umfragen ein enges Rennen um den Wahlsieg voraus.

Textgröße ändern: