Pallade Veneta - Französischer Milliardär Bolloré gibt sich überrascht über "Getöse" bei Grasset-Verlag

Französischer Milliardär Bolloré gibt sich überrascht über "Getöse" bei Grasset-Verlag


Französischer Milliardär Bolloré gibt sich überrascht über "Getöse" bei Grasset-Verlag
Französischer Milliardär Bolloré gibt sich überrascht über "Getöse" bei Grasset-Verlag / Foto: Thomas SAMSON - AFP/Archiv

Der weit rechts stehende französische Milliardär Vincent Bolloré hat sich überrascht über den Wirbel beim ihm gehörenden Grasset-Verlag gezeigt, dem rund 170 Autoren den Rücken gekehrt haben. Der Großunternehmer sprach in einem Beitrag der Zeitung "Journal du Dimanche", die sich ebenfalls in seinem Besitz befindet, von "Getöse". Er kritisierte "eine kleine Kaste, die glaubt, sie stehe über allem und allen", und die sich untereinander unterstütze.

Textgröße ändern:

Der Verlag Grasset werde "weitermachen", betonte der 74-Jährige. Die ausscheidenden Schriftsteller würden es "neuen Autoren erlauben, veröffentlicht, gefördert, anerkannt und geschätzt" zu werden.

Der Streit bei Grasset hat hohe Wellen geschlagen und sogar Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf den Plan gerufen. Rund 170 Autoren hatten kürzlich aus Protest gegen die vermutete Einflussnahme Bollorés ihren kollektiven Abschied aus dem hoch angesehenen Verlag angekündigt.

Zu den Unterzeichnern eines entsprechenden offenen Briefs zählen bekannte Namen wie Virginie Despentes, Frédéric Beigbeder und Bernard-Henri Lévy. Hintergrund ist das Ausscheiden des bisherigen Verlagschefs Olivier Nora, hinter dem die Autorinnen und Autoren den Einfluss Bollorés vermuten. Frankreichs Präsident Macron warnte am Freitag, es sei "sehr wichtig", den "verlegerischen Pluralismus" in Frankreich zu verteidigen.

Bolloré hatte 2023 den Verlagsriesen Hachette übernommen, zu dem neben Grasset noch zahlreiche andere Verlage zählen. Ihm gehören auch mehrere Medien, darunter der Nachrichtensender CNews, die sich seit der Übernahme durch den Milliardär politisch klar rechtsaußen verorten. Bolloré hat in den vergangenen Jahren auch den Aufstieg des Rechtspopulisten Jordan Bardella gefördert, des Chefs der Partei Rassemblement National (RN) und möglichen Präsidentschaftskandidaten.

Der Geschäftsmann schrieb am Sonntag im "Journal du Dimanche", Grund des Abgangs von Grasset-Chef Nora seien Meinungsverschiedenheiten über das Veröffentlichungsdatum eines neuen Buches des franko-algerischen Schriftstellers Boualem Sansal gewesen. Er beteuerte zudem, er wolle keinerlei Einfluss auf die Arbeit der ihm gehörenden Verlage nehmen: "Was die Angriffe bezüglich meiner 'Ideologie' angeht, erinnere ich noch einmal daran: Ich bin Christdemokrat, und die Verantwortlichen von Hachette werden weiterhin alle Autoren veröffentlichen, die sie wollen."

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Rubio: Washington wird keine Durchfahrtsgebühren für Straße von Hormus akzeptieren

Kein Land darf nach den Worten von US-Außenminister Marco Rubio Mautgebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus erheben. "Es handelt sich um eine internationale Wasserstraße", betonte Rubio bei seiner Ankunft in Abu Dhabi am Dienstag. "Kein Land darf auf einer internationalen Wasserstraße Mautgebühren oder Abgaben erheben. Das ist geltendes Völkerrecht", fügte er hinzu.

An der Straße von Hormus festsitzende Seeleute sollen Region verlassen können

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat in Absprache mit den Anrainer-Ländern die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die mehr als 11.000 an der Straße von Hormus festsitzenden Seeleute das Gebiet verlassen können. Die Fahrt ihrer Schiffe erfolge über festgelegte Routen und "in enger Zusammenarbeit mit dem Iran, dem Oman, allen anderen Anrainerländern und mit den USA", erklärte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez am Dienstag.

Großbritannien: Premier Starmer will "reibungslose" Übergabe an Nachfolger

Nach seiner Rücktrittsankündigung am Montag will der britische Premierminister Keir Starmer den Stabwechsel "so reibungslos wie möglich gestalten". Ein Regierungssprecher sagte am Dienstag, es könnte schon in Kürze Gespräche mit dem Team seines Konkurrenten Andy Burnham geben, der Labour-Parteichef und damit auch Premierminister werden will. Falls Burnham keinen Gegenkandidaten hat, könnte er am 17. Juli in die Downing Street einziehen. In der Partei brachten sich allerdings auch zwei weitere Bewerber in Stellung.

Beschwerden von ARD und ZDF: Karlsruhe verhandelt Streit über Rundfunkbeitrag

Die Höhe des Rundfunkbeitrags hat am Dienstag das Bundesverfassungsgericht beschäftigt. Karlsruhe verhandelte über einen von ARD und ZDF angestrengten Rechtsstreit. Die Sender wehren sich dagegen, dass der Beitrag 2025 nicht erhöht wurde - anders als es die unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfohlen hatte. Das verstoße gegen die Rundfunkfreiheit, argumentieren sie. (Az. 1 BvR 2524/24 und 1 BvR 2525/24)

Textgröße ändern: