Pallade Veneta - Zeitenwende in Japan: Regierung lockert historisches Exportverbot für tödliche Waffen

Zeitenwende in Japan: Regierung lockert historisches Exportverbot für tödliche Waffen


Zeitenwende in Japan: Regierung lockert historisches Exportverbot für tödliche Waffen
Zeitenwende in Japan: Regierung lockert historisches Exportverbot für tödliche Waffen / Foto: JIJI PRESS - JIJI PRESS/AFP

Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs will Japan wieder tödliche Waffen an andere Länder verkaufen. Durch die beschlossene Gesetzesänderung werde der Export "jeglicher Verteidigungsausrüstung" möglich, erklärte Ministerpräsidentin Sanae Takaichi am Dienstag. Bislang hatte Japan die Ausfuhren auf Gerätschaften beschränkt, mit denen keine tödlichen Angriffe möglich sind. Kritik an der Gesetzesänderung kam aus China, das von einer "Militarisierung neuen Stils" sprach.

Textgröße ändern:

Die entsprechende Änderung wurde vom japanischen Kabinett und dem Nationalen Sicherheitsrat gebilligt, wie Regierungssprecher Minoru Kihara in Tokio mitteilte. Dies diene "der Sicherheit in der Region". Der frühere Verteidigungsminister fügte hinzu: "Heutzutage kann keine Nation ihren eigenen Frieden und ihre Sicherheit allein gewährleisten."

Japan hatte Exporte bisher auf Ausrüstung für Such- und Rettungseinsätze, für den militärischen Transport, die Minenräumung und Überwachungsaufgaben beschränkt. Die Neuregelung bedeutet für das Land eine Zeitenwende, mit der Tokio internationale Märkte erobern und so die Wirtschaft ankurbeln will. Außerdem will Japan den Aktivitäten Chinas, Russlands und Nordkoreas in der Region etwas entgegensetzen.

Die Neuregelung ist nicht unumstritten. Kritiker in Japan werfen der Regierung vor, die lange Geschichte des Pazifismus zu untergraben. Eine Umfrage im März hatte ergeben, dass 53 Prozent der Befragten der Aufhebung der Exportbeschränkungen skeptisch gegenüberstehen. Nur 32 Prozent waren dafür. "Ich hoffe immer noch, dass Japan, das als einziges Land einen Atomwaffenangriff erdulden musste, an seinem Waffenverzicht festhält und Kriege weiterhin ablehnt", sagte der 56-jährige Junichi Kikuta aus Hiroshima der Nachrichtenagentur AFP.

Widerspruch kam auch aus Peking. China werde "wachsam bleiben" und der "Militarisierung neuen Stils entschiedenen Widerstand leisten", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun.

B.Fortunato--PV

Empfohlen

USS Theodore Roosevelt trifft in Singapur ein

Der US-Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt hat Singapur erreicht und hält dort für einige Tage an. Nach dem Durchfahren der Malakka-Straße soll das Schiff in den Operationsbereich des US Central Command vorstoßen, um sich zwei weiteren Trägerstreitgruppen anzuschließen.

Trump ernennt Stephen Miller zum Stabschef nach Midterm-Verlusten

US-Präsident Donald Trump hat Stephen Miller zum nächsten Stabschef im Weißen Haus ernannt. Die Entscheidung fällt kurz nach den Midterm-Wahlen, bei denen die Republikaner ihre Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verloren haben. Miller folgt auf Susie Wiles, die ihren Rücktritt eingereicht hat.

Die Verbrechen der RAF machen den Staat nicht unfehlbar

50 Jahre Deutscher Herbst: RAF-Expertin Daniela Hillers kündigt drei Bücher für 2027 an und fordert offene Auseinandersetzung mit der RAF-Geschichte.

Алекс Боди назначен вице-президентом группы SCANDIC FINANCE

С 1 ноября 2026 года румынский предприниматель Александру Николае Боди, 41 год, возглавляет восточноевропейское направление подразделения «International Operations & Global Banking Strategy» в SCANDIC FINANCE GROUP. В его подчинении 384 сотрудника. Боди также координирует проекты в сфере недвижимости в Федеративной Республике Германия.

Textgröße ändern: